SPK restituiert Werk aus Hans Purrmanns Sammlung

Pressemitteilung vom 16.01.2020

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat mit den Erben des Künstlers Hans Purrmann die Restitution eines Werkes aus der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen vereinbart. Purrmann hatte das Fragment eines Gemäldes von Hans Baldung Grien 1937 aufgrund seiner schwierigen Situation als „entarteter“ Künstler verkauft.

Purrmann wurde bereits frühzeitig von den Nationalsozialisten öffentlich angegriffen und konnte dadurch kaum mehr seine eigenen Werke verkaufen. Im Mai 1937 veräußerte er das Fragment eines Gemäldes von Hans Baldung, gen. Grien, an die Staatlichen Museen. Zwar erhielt er einen Preis, wie er damals am Markt üblich war, doch war nach heutiger Einschätzung der Anlass für den Verkauf die durch die Verfolgung eingetretene finanziell schwierige Situation Purrmanns.

Das Fragment des Gemäldes „Lot“ (um 1537) von Hans Baldung Grien kann dank des Entgegenkommens der Erben für 10 Jahre als Leihgabe in der Gemäldegalerie ausgestellt bleiben. Es gehörte zu einer weit größeren, querrechteckigen Tafel, die den Greis mit seinen beiden nackten Töchtern zeigte. Nach biblischer Legende hatten diese ihren Vater trunken gemacht, um sich von ihm schwängern zu lassen, denn nach dem Untergang Sodom und Gomorrhas waren keine anderen Männer mehr verfügbar. Baldung hat mindestens zwei fast identische Versionen dieser Komposition geschaffen.

Der in Speyer geborene Hans Purrmann (10.4.1880 – 17.4.1966) zog nach seinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste 1905 nach Paris. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges musste Purrmann Paris verlassen und übersiedelte 1916 nach Berlin. Hier fand 1918 in den Räumen der Kunsthandlung Paul Cassirer seine erste große Einzelausstellung statt. In den folgenden Jahren erwarben auch die Staatlichen Museen immer wieder Werke Purrmanns. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde seine Kunst als „entartet“ erklärt. Schon 1933 wurden seine Wandbilder in Speyer mit Hakenkreuzfahnen verhängt, etliche Werke wurden aus Museen beschlagnahmt. Seitdem hatte er Schwierigkeiten, seine Werke zu verkaufen. 1935 übernahm Purrmann die Leitung der Villa Romana in Florenz, allerdings ein Ehrenamt, das ihm kein geregeltes Einkommen sicherte. 1943 emigrierte er schließlich in die Schweiz, wo er 1966 in Montagnola verstarb.

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