Pressemitteilungen der SPK - Stiftung Preußischer Kulturbesitz https://www.preussischer-kulturbesitz.de Pressemitteilungen der SPK - Stiftung Preußischer Kulturbesitz de Stiftung Preußischer Kulturbesitz Sun, 24 Mar 2019 21:01:17 +0100 Sun, 24 Mar 2019 21:01:17 +0100 TYPO3 news-9086 Fri, 22 Mar 2019 23:17:42 +0100 Happy End nach 74 Jahren: Menzels „Dame im Coupé“ und „Schutzmann im Winter“ wieder zurück im Kupferstichkabinett https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-happy-end-nach-74-jahren-menzels-dame-im-coupe-und-schutzmann-im-winter-wieder-z.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=28b1e4db07c8ac306cc692fae648640d Die beiden Werke „Dame im Coupé“ und „Schutzmann im Winter“ galten seit ihrer Auslagerung im Zweiten Weltkrieg als verschollen. Nun gelang dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin die sensationelle Rückgewinnung der beiden Blätter Adolph Menzels (1815–1905). Rund 74 Jahre nach ihrem Verschwinden werden die beiden Werke 2019 erstmals wieder öffentlich präsentiert: ab April in einer Ausstellung neu erworbener Werke des Kupferstichkabinetts und ab September in der großen Sonderausstellung „Menzel. Maler auf Papier“. Mit der „Dame“ hat der „Herr im Coupé“, der ebenfalls zur Sammlung des Kupferstichkabinetts gehört, seine Partnerin wiedergewonnen.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sagte: „Solche Werke, deren Schicksal Jahrzehnte lang im Dunkeln lag, wieder in den Sammlungen zu wissen und der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können, erzeugt ein Gefühl großen Glücks. Wir sind sowohl dem Voreigentümer als auch dem Vermittler außerordentlich dankbar für diesen Schritt und das Entgegenkommen.“

Die Rückgewinnung wurde durch den Kunstvermittler Sascha Tyrra ermöglicht. Er betonte: „Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass trotz anfangs konträrer Auffassungen seitens der Eigentümer und der SPK am Ende eine für beide Seiten attraktive Lösung gefunden werden konnte. Die Übergabe dieser bedeutenden Werke Adolph Menzels war für mich eine wahre Freude; nicht zuletzt auch aufgrund der großen Begeisterung aller beteiligten Mitarbeiter des Kupferstichkabinetts. Der Fall zeigt einmal mehr: Kunstmarkt und Museumslandschaft müssen sich keineswegs ausschließen, sondern können maximal voneinander profitieren!“

Kernstücke der Menzel-Sammlung des Kupferstichkabinetts

„Dame im Coupé“ und „Schutzmann im Winter“ sind sowohl aufgrund ihrer kunsthistorischen Bedeutung als auch sammlungsgeschichtlich absolute Highlights.

Das Bilderpaar „Dame im Coupé“ und „Herr im Coupé“ zeichnete Menzel im Jahr 1859 in der Technik Pastell. Arbeiten in Pastell spielen in Menzels Oeuvre in der Zeit Mitte der 1840er bis Ende der 1850er Jahre eine zentrale Rolle. In dieser Zeit wandte er sich verstärkt dem Malerischen zu. Mit der Pastelltechnik öffnete sich der Zeichner und Graphiker der Farbigkeit. 

Die beiden Reisenden im Coupé bereicherten ab 1907 die damals noch an der Nationalgalerie angesiedelte „Sammlung der Zeichnungen“. Der Bestand umfasste bereits rund 6.000 Werke Adolph Menzels, darunter auch der Nachlass des 1905 verstorbenen Künstlers. Nationalgaleriedirektor Hugo von Tschudi (1851–1911) kaufte die beiden Zeichnungen von dem Münchner Lithograph und Photograph Edgar Hanfstaengl. Die Entscheidung, die Einzelblätter zu einem damals vergleichsweise hohen Preis anzukaufen, lässt sich vor allem dadurch erklären, dass sie als in hohem Maße museumswürdig und für die Sammlung als unverzichtbar eingestuft wurden.

Der „Schutzmann im Winter“ gelangte schon 1891 in die Sammlung. Das Werk gehörte zum Vermächtnis von Theodor Wagener, dem Sohn des Konsuls Joachim Heinrich Wilhelm Wagener, des Stifters der Nationalgalerie. Theodor Wagener vermachte dem noch jungen Museum ein Konvolut von rund 1.300 Kunstwerken – darunter den „Schutzmann im Winter“. Das Werk zeigt ein typisches Sujet Menzels, einen Ausschnitt des zeitgenössischen städtischen Lebens. Die Gouache entstand vermutlich um 1860, in einer Zeit, als Menzel zunehmend in Gouache bzw. Mischtechnik auf Papier arbeitete. 

Wegen der Bombardierungen Berlins wurden die Werke 1941 in den Tiefkeller der Reichsbank ausgelagert. Seit 1945 galten „Schutzmann“ und „Dame“ wie zahlreiche andere Werke als Kriegsverlust. Der „Herr im Coupé“ hingegen war in die Obhut des Museums zurückgekehrt, wodurch der Verlust seines Gegenstücks umso schmerzlicher spürbar war. 

Im Jahr 2014 gab es erste Anzeichen, dass „Schutzmann“ und „Dame“ nicht zerstört worden waren. Der westfälische Kunstvermittler Sascha Tyrra hatte von seinen Mandanten den Auftrag zur Veräußerung beider Werke erhalten und Kontakt mit dem Kupferstichkabinett aufgenommen. Als 2018 im Rahmen der Vorbereitung der Ausstellung „Menzel. Maler auf Papier“ die Gespräche wieder aufgenommen wurden, war der Weg zur Rückgewinnung geebnet. Seit Januar 2019 sind die beiden Meisterwerke Menzels nun wieder zurück im Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, zu dem die „Sammlung der Zeichnungen“ heute gehört.

Anna Pfäfflin, die zuständige Kuratorin, sagt über die erfolgreiche Rückgewinnung: „Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln sind die zentralen Aufgaben des Museums. Dass es nun gelungen ist, der Sammlung, wie sie einst von unseren Vorgängern Max Jordan und Hugo von Tschudi angelegt und im Zweiten Weltkrieg zerrissen wurde, zwei so bedeutende Mosaiksteine wieder hinzufügen zu können, erzeugt bei allen Beteiligten große Dankbarkeit und Demut – und ist Anlass zur Feier im Rahmen öffentlicher Präsentationen.“

Dagmar Korbacher, Direktorin des Kupferstichkabinetts, kommentiert: „Nach 74 Jahren der Ungewissheit hat der ‚Schutzmann‘ seinen Posten im winterlichen Berlin wieder bezogen, hat die ‚Dame‘ den Sitzplatz neben ihrem gähnenden Reisegefährten wieder eingenommen. Aus konservatorischen Gründen können wir sie nicht wie ehemals dauerhaft zeigen, doch ich freue mich sehr darauf, sie in unseren beiden großen Ausstellungen 2019 zu präsentieren.“

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Pressemitteilung 2019
news-9080 Thu, 21 Mar 2019 14:38:35 +0100 SPK lädt Ministerpräsidenten in die James-Simon-Galerie ein https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-spk-laedt-ministerpraesidenten-in-die-james-simon-galerie-ein.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=585145bafa7e4767377cecb2e425249e Parzinger dankt für jahrzehntelanges Engagement: „Wir sind gelebter Kulturföderalismus“ Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hat am Donnerstag die Ministerpräsidenten der Bundesländer zu einer Besichtigung der neuen James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel eingeladen, die in diesem Sommer feierlich eröffnet werden wird. Seiner Einladung waren die Regierungschefs Daniel Günther (Schleswig-Holstein), Tobias Hans (Saarland), Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt), Michael Kretschmer (Sachsen), Armin Laschet (Nordrhein-Westfalen), Bodo Ramelow (Thüringen), Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern), Peter Tschentscher (Hamburg) sowie der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, gefolgt. Auch die Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien der genannten Länder sowie aus Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg und Hessen waren gekommen. Gemeinsam mit den Architekten David Chipperfield und Alexander Schwarz führte Parzinger die Ländervertreter durch das neue Empfangsgebäude der Museumsinsel.

Der Stiftungspräsident sagte: „Ihr Besuch ist Ausdruck der Wertschätzung für die SPK und für das, was in der historischen Mitte Berlins entsteht. Auch wenn der Bund den Löwenanteil finanziert, so sind wir doch gelebter Kulturföderalismus.“ 

Nach der Gründung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz erklärten sich neben dem Bund zunächst nur die Länder Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein bereit, die Stiftung zu finanzieren. Ab 1975 beteiligten sich auch die übrigen Bundesländer. Das erste „Abkommen über die gemeinsame Finanzierung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz“ zwischen dem Bund und den damals elf Ländern war daher ein Meilenstein in der Geschichte der Stiftung. Es stellte ihre Arbeit auf eine solide finanzielle Grundlage und machte sie endgültig zu einer gesamtstaatlichen Einrichtung. Nach der deutschen Wiedervereinigung traten am 1. Januar 1992 auch die fünf neuen Bundesländer dem Finanzierungsabkommen bei. Nach einer Übergangsphase und längeren Verhandlungen wurde 1996 ein neues Finanzierungsabkommen unterzeichnet. Dieses „Abkommen über die gemeinsame Finanzierung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz“ gilt bis heute.

Weiter sagte Parzinger: „Die Stiftung wird von allen getragen und deshalb ist sie auch für alle da. Durch ihre föderale Struktur ist die SPK bestens geeignet, gesamtstaatliche Aufgaben zu übernehmen.“ Der Präsident nannte als Beispiele die Deutsche Digitale Bibliothek, die die digitalen Angebote deutscher Museen, Bibliotheken, Archive und Forschungsinstitute vernetzt und einen freien Zugang zu kulturellem und wissenschaftlichem Erbe schafft. Außerdem erwähnte er die Koordinierungsstelle für den Erhalt des schriftlichen Kulturguts und das Institut für Museumsforschung als eine bundesweit tätige Forschungs- und Dokumentationseinrichtung für vielfältige Aspekte des Museumswesens. 

Der SPK-Präsident kündigte an, dass die Stiftung ihr föderales Programm, bei der Museen aus den Ländern bereits kuratierte und bestückte Ausstellungen übernehmen können, weiterführen wolle. Gerade sei im Rahmen dieses Programmes die Ausstellung „Sigrid Neubert. Fotografien. Architektur und Natur“ aus dem Museum für Fotografie auf Gut Altenkamp Papenburg in Niedersachsen zu sehen. Außerdem seien die Häuser der SPK immer wieder gerne auch eine Bühne für Ausstellungen aus den Ländern. Sachsen hatte im vergangenen Jahr die Ausstellung „Görlitz – Auferstehung eines Denkmals“ in der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin gezeigt, Sachsen-Anhalt gastierte 2016 mit der Schau „Beautiful Mind: Ein Schmuckstück für Cranach“ im Kunstgewerbemuseum. 

Pressefotos nach dem Termin zum Download unter:
http://www.preussischer-kulturbesitz.de/newsroom/presse/pressebilder.html

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news-9068 Mon, 18 Mar 2019 10:48:24 +0100 Stiftung restituiert Zeichnung aus dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-stiftung-restituiert-zeichnung-aus-dem-kupferstichkabinett-der-staatlichen-museen-zu.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=ff6735fd0a72ffd2ae744227fdd1d53a Vor wenigen Tagen hat die Stiftung Preußischer Kulturbesitz eine Zeichnung des Romantikers Carl Philipp Fohr aus dem Kupferstichkabinett an die Erben des früheren Eigentümers Karl Mayer restituiert. Die Herkunft des Werks war bei Recherchen im Rahmen des vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Provenienzforschungsprojektes zur „Sammlung der Zeichnungen“ geklärt worden. Karl Mayer war bereits im Januar 1933 emigriert und hatte sein Vermögen in der NS-Zeit verloren. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: „Die systematische Erforschung der Provenienzen unserer Sammlungen ist essenziell, um das in der NS-Zeit geschehene Unrecht aufzuarbeiten. Ich freue mich, dass wir erneut ein Werk jener Familie zurückgeben konnten, der es gehört.“

Bei dem Werk handelt es sich um das „Bildnis eines jungen Mannes im deutschen Rock/Bildnis Sigismund Ruhl“ (1764, Feder und schwarze Tusche über Bleistift) des Romantikers Carl Philipp Fohr (Heidelberg 1795 –1818 Rom). Der früh verstorbene Künstler galt als einer der begabtesten seiner Zeit. Nach erstem Unterricht von Georg Wilhelm Issel in Darmstadt hatte er an der Münchener Akademie studiert. Hier hatte er sich mit dem in dem restituierten Porträt dargestellten Kunststudenten Sigismund Ruhl befreundet und von ihm das Malen in Öl erlernt. Sein Studium in München brach er vorzeitig ab und verlegte sein Wirken nach Rom, wo er sich für kurze Zeit dem Kreis der Nazarener anschloss. 

Das Blatt, das die Berliner Museen 1941 beim Leipziger Auktionshaus C.G. Boerner erwarben, ist aufgrund des Sammlerstempels auf seiner Rückseite zweifellos der Sammlung von Karl Mayer zuzuordnen. Karl Mayer (Mainz 1894 – 1976 Buenos Aires) betrieb in Darmstadt einen Eisenwarengroßhandel. Da die judenfeindliche Stimmung dort besonders ausgeprägt war, begab er sich noch vor der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler ins Exil, zunächst nach Persien, dann über die Schweiz und die Kanarischen Inseln nach Argentinien. In seiner Abwesenheit wurde sein Unternehmen in kürzester Zeit für konkursreif erklärt und arisiert. Im Rahmen der Abwicklung des Unternehmens wurde auch die Kunstsammlung Mayers verwertet, die Bücher, Graphiken, Zeichnungen und Uhren umfasste. Mayers Gattin Emmi, selbst Katholikin, blieb mit den beiden Söhnen in Deutschland. Der ältere Sohn konnte 1941 zum Vater auswandern. Der jüngere konnte ihm aufgrund des 1941 erteilten kompletten Auswanderungsverbotes für Juden nicht mehr nachfolgen, überlebte jedoch mit seiner Mutter die NS-Zeit. Er gehört zu der Erbengemeinschaft, an die das Werk nun restituiert wurde. 

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news-9054 Tue, 12 Mar 2019 08:33:21 +0100 Das Haus Bastian an der Museumsinsel Berlin wird heute der Stiftung Preußischer Kulturbesitz festlich übergeben. Ab Sommer werden dort zukunftsweisende Bildungskonzepte der Staatlichen Museen zu Berlin entwickelt und erprobt. https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-das-haus-bastian-an-der-museumsinsel-berlin-wird-heute-der-stiftung-preussischer-kultu.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=d70f9832499315c5a62f4540f77bbe2b Im Rahmen der feierlichen Schlüsselübergabe danken Stiftungspräsident Hermann Parzinger und Generaldirektor Michael Eissenhauer für das außergewöhnlich großzügige Geschenk von Céline, Heiner und Aeneas Bastian. Das von David Chipperfield Architects entworfene Haus am Kupfergraben war seit 2007 als Galerie Bastian der modernen und zeitgenössischen Kunst gewidmet. Es wird zukünftig “Haus Bastian der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz” heißen und als Zentrum für Kulturelle Bildung genutzt. Hermann Parzinger betont: „Für dieses immens großzügige Geschenk danke ich Céline, Heiner und Aeneas Bastian von Herzen. Sie stellen sich damit in die große Tradition der herausragenden Förderer und Mäzene der Staatlichen Museen. Aufgrund dieses außerordentlichen Engagements können wir künftig die Museumsinsel zu einem Ort machen, an dem neue Wege der Bildungsarbeit beschritten werden. Wir begreifen dies als riesige Chance. Denn Museen müssen heute in ganz anderer Weise als früher mit den Besuchern kommunizieren, sich auf sie zubewegen und ihnen Angebote machen, die den Besuch zu einem Erlebnis machen. Wenn im Sommer sowohl das Haus Bastian als auch die James-Simon-Galerie ihre Türen öffnen, dann wird deutlich werden, wie wir uns mit ganz neuer Intensität unseren Besuchern widmen.“

Heiner Bastian sagt dazu: „Das Ausstellungshaus ‚Am Kupfergraben 10‘, das oft als ‚Tor zur Museumsinsel‘ bezeichnet wurde, ist längst zu einem öffentlichen Ort der Begegnung geworden. Jetzt werden die Staatlichen Museen einen Weg fortsetzen, der, wenn wir es so formulieren dürfen, vor zehn Jahren mit dem subjektiven Blick unserer Familie auf hundert Jahre europäische und nordamerikanische Kunstgeschichte begann.“

Die exponierte Lage am Kupfergraben 10 direkt gegenüber dem neu entstandenen Empfangsgebäude der Museumsinsel, der ebenfalls von Chipperfield entworfenen James-Simon-Galerie, macht das Haus zu einer idealen Ergänzung des UNESCO-Welterbes der Museumsinsel – und dies nicht zuletzt wegen seiner ausgeprägten architektonischen Handschrift. In den lichtdurchfluteten Innenräumen geben die großen Fenster den Blick frei bis hin zum Neuen Museum und zum Humboldt-Forum. Sie verbinden Innen und Außen.

„Ich kann mir nichts anderes in den Räumen ‚Am Kupfergraben‘ vorstellen als ein kulturelles Leben. Ich wünsche mir, dass hier Vergangenheit und Zukunft einander begegnen“, äußert sich Aeneas Bastian.

Günter Winands, Ministerialdirektor bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sagt dazu: „Die großzügige Schenkung der Familie Bastian an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ebnet den Staatlichen Museen im Bereich der kulturellen Bildung und Vermittlung den Weg in die Zukunft. Ohne eine zeitgemäße fundierte Vermittlungsarbeit ist heute kein zukunftsorientiertes Museum mehr denkbar. Das neue Zentrum wird den Anstrengungen der Staatlichen Museen zu Berlin, vor allem auch junge Menschen an ihre Schätze heranzuführen und neue Zielgruppen zu gewinnen, neuen Schwung verleihen.“

Nach den Worten von Michael Eissenhauer wird deutlich, welche Bedeutung die Staatlichen Museen zu Berlin der kulturellen Bildungsarbeit beimessen: „Die Signalwirkung, die vom neuen Zentrum für Kulturelle Bildung ausgeht, ist enorm. Der repräsentative lichtdurchflutete Galeriebau in exponierter Lage schafft eine prägnante Sichtbarkeit für den hohen Stellenwert der Bildungs- und Vermittlungsarbeit – einer Kernaufgabe der Staatlichen Museen zu Berlin.“

In diesem Haus können künftig nicht nur die Museumsbesuche vor- und nachbereitet werden. Hier werden Themen aufgegriffen, die einen Brückenschlag zwischen den Sammlungen und Häusern erlauben. Dabei wird auch das Humboldt Forum mit einbezogen, das mit der Museumsinsel einmal eine Einheit bilden wird. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Programm für junge Besucherinnen und Besucher zu. Die Vielfalt der geplanten Aktivitäten reicht von Workshops, Studien- und Projekttagen, offenen Werkstätten bis zu Vorträgen und Diskussionsrunden und vielem mehr. Es wird großzügige Werkbereiche geben und Räume zum Recherchieren und Studieren, Kommunizieren und Diskutieren, zum Präsentieren und Reflektieren neuer Erfahrungen. Die Konzeption für das Zentrum für Kulturelle Bildung verantwortet die Abteilung Bildung / Kommunikation der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. 

Pressebilder: https://www.preussischer-kulturbesitz.de/newsroom/presse/pressebilder.html

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news-9050 Mon, 11 Mar 2019 08:40:21 +0100 Adolph Menzels „Oberregierungsrath Knerk“ kehrt nach über siebzig Jahren ins Kupferstichkabinett zurück https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-adolph-menzels-oberregierungsrath-knerk-kehrt-nach-ueber-siebzig-jahren-ins-kupferst.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=bb75546bfc8337583dcf9a33f1a323b1 Porträtskizze sollte bei Grisebach versteigert werden – Nach ersten Hinweisen auf seine Herkunft aus den Staatlichen Museen zu Berlin kontaktierte das Auktionshaus die SPK – Sammler entschloss sich zur Rückgabe Beim Bildnis des „Geheimen Oberregierungsraths Knerk“ (ca. 1863/1865) handelt es sich um eine Studie zu dem monumentalen Gemälde „Krönung Wilhelms I. in Königsberg“ (1865), das im Potsdamer Neuen Palais ausgestellt ist. Wilhelm I. hatte Adolph Menzel wenige Tage vor der Krönung am 18. Oktober 1861 beauftragt, die Zeremonie in einem Gemälde festzuhalten. Zwischen 1861 und 1865 fertigte Menzel 172 Skizzen und Porträtstudien für das Krönungsbild an. Die Porträts entstanden in einzelnen Sitzungen mit den im Gemälde dargestellten Würdenträgern. Alle Vorstudien zum Krönungsbild wurden im Jahr 1880 durch Nationalgaleriedirektor Max Jordan für die „Sammlung der Zeichnungen“ direkt vom Künstler erworben. Seit der Wiedervereinigung gehören sie zum Bestand des Kupferstichkabinetts. Das Auktionshaus Grisebach, bei dem das Bildnis des „Geheimen Oberregierungsraths Knerk“ versteigert werden sollte, fand im Rahmen seiner Provenienzprüfung Hinweise, dass das Werk ursprünglich zur „Sammlung der Zeichnungen“ gehörte, und nahm daraufhin Kontakt mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz auf. Nachdem weitere Recherchen des Zentralarchivs der Museen bestätigten, dass es sich um einen Kriegsverlust der Staatlichen Museen zu Berlin handelte, entschloss sich der Eigentümer, das Blatt wieder an die Museen zurückzugeben. 

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sagte anlässlich der Übergabe des Blattes: „Mit großer Freude habe ich diese wunderbare Skizze entgegennehmen können. Ich danke Christian Dräger sehr für sein Entgegenkommen und seinen Entschluss, das Blatt aus der Versteigerung zurückzuziehen und wieder in die Obhut der Museen zu geben.“

Der Sammler hatte das Blatt 1986 im Kunsthandel erworben. Wie es dorthin gelangte, ist unklar. Im Jahr 1928 hatte die Nationalgalerie es mit weiteren 21 Menzel-Zeichnungen an das Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung ausgeliehen, wo es mehrere Jahre einen Sitzungssaal schmückte. Im April 1941 wurde vorgeschlagen, die ausgeliehenen Skizzen „luftschutzmäßig zu bergen“. Ein Vorschlag der offenbar abgelehnt wurde, denn die Zeichnungen finden auf den Auslagerungslisten keinerlei Erwähnung. Was mit ihnen geschah, ist ungewiss. Seit 1945 galt die Skizze des Oberregierungsraths Knerk als Kriegsverlust, wie auch weitere sieben der 1928 an das Kultusministerium ausgeliehenen Blätter Menzels.

Das Bildnis des „Geheimen Oberregierungsraths Knerk“ wird gemeinsam mit rund 100 weiteren Werken Menzels in Aquarell, Pastell und Gouache aus dem eigenen Bestand, ergänzt um ausgesuchte Leihgaben, von Ende September bis Anfang Januar in der Ausstellung „Menzel. Maler auf Papier“ zu sehen sein.

Die Museen, Bibliotheken und Archive, die heute zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz gehören, erlitten durch den Zweiten Weltkrieg große Verluste. Zahlreiche Werke wurden zerstört, verlagert, oder gestohlen; das Schicksal vieler ist weiterhin unklar. Die Verluste konnten in ihrem Ausmaß lange nicht vollständig erfasst werden. Erst mit der Wiedervereinigung wurden die dafür nötigen Unterlagen zugänglich. Die Staatlichen Museen zu Berlin veröffentlichen seitdem die Reihe „Dokumentation der Verluste“. In zahlreichen Fällen ist bis heute nicht klar, ob die Werke zerstört oder in den Besitz anderer Personen oder Institutionen gelangt sind.

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news-9034 Fri, 01 Mar 2019 09:49:37 +0100 Wand frei für die Kunst – Neuerwerbung für Ethnologisches Museum https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-wand-frei-fuer-die-kunst-neuerwerbung-fuer-ethnologisches-museum.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=f9bfbd6140b14b909a9178bc28f006d2 Die mexikanische Künstlerin Mariana Castillo Deball gestaltet im Ausstellungssaal Mesoamerika des Ethnologischen Museums im Humboldt Forum eine Wand mit einer großflächigen Kunstinstallation. Inspiriert von indigenen bilderschriftlichen Dokumenten hat Mariana Castillo Deball ein Werk aus zahlreichen aus Ton gebrannten Platten geschaffen, die Inhalte zweier mittelamerikanischer Bilderhandschriften aus dem 16. Jahrhundert reliefartig aufgreifen. Im Humboldt Forum wird die Installation „Codex Humboldt Fragment 1 / Codex Azoyú Reverso“ einen der markantesten Räume des Ostflügels, den sogenannten Schweizer-Saal, schmücken, der unter anderem die mächtigen Cotzumalhuapa-Stelen aus dem heutigen Guatemala zeigt. Die 320 Keramikplatten des Kunstwerks werden die zwei Stockwerke hohe südliche Stirnseite des Saals fast voll-ständig bedecken.

Zu der raumgreifenden Kunstinstallation gehören auch Möbel, die zum Sitzen und Verweilen einladen. Auch sie wurden von den bilderschriftlichen Vorlagen inspiriert: „Die Oberfläche ist von gewobenen Matten – petates – abgegossen, die in verschiedenen Codices als Sitzgelegenheiten abgebildet sind und bis heute verwendet werden. Die aus weißem Beton gegossenen Bänke wirken wie versteinerte Versionen von Stoffen und gewobenen Strukturen,“ beschreibt Mariana Castillo Deball einen Teil ihrer Installation. Im Rahmen dieses Kunstprojektes wird auch die Zusammenarbeit mit mexikanischen Communities vor Ort gestärkt, da das Projekt auch in Mexiko selbst eine Entsprechung durch die Künstlerin findet. 

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, be-tont: „Mit dem Kunstwerk verfolgen wir weiter den Ansatz, zeitgenössische Kunst aus den Herkunftsländern in Dialog mit unseren Sammlungen zu bringen. Zusammen mit Sammlungsdirektor Lars-Christian Koch und der Kustodin Maria Gaida danke ich Mariana Castillo Deball dafür, dass sie ihre Perspektive und Schaffenskraft im Humboldt Forum einbringt. Unser außerordentlicher Dank gilt dem Freundeskreis des Ethnologischen Museums für die beträchtliche finanzielle Unterstützung, die Beleg für ein außerordentliches gesellschaftliches Engagement ist.“

Ermöglicht wurde die Realisierung durch die langjährige Unterstützung und eine großzügige Spende des Vereins der Freunde des Ethnologischen Museums e.V.: „Es ist ein Projekt, das die Verbindung zwischen uns und unserem Museum und der Weltsicht von Alexander von Humboldt im Humboldt Forum sinnfällig macht,“ betonte der Vorstandsvorsitzende des Freundeskreises Jochen Brüning.

Auch die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss unterstützt das Vorhaben aktiv mit der Planung und Realisierung einer baugebundenen Unterkonstruktion für das Kunstwerk. 

Die Codices „Codex Humboldt Fragment 1“ und „Codex Azoyú 2 Reverso“ sind Aufzeichnungen von Steuerzahlungen an die aztekischen Eroberer und Machthaber. Heute ermöglichen sie die Erforschung des Abgabensystems in einer Provinz, die sich dem Aztekenreich ergeben hatte und sind wichtige Dokumente für die Untersuchung der indigenen politischen Ökonomie am Vorabend der Eroberung durch die Spanier. Das Original des Fragments „Codex Humboldt Fragment 1“ erwarb Alexander von Humboldt während seines Besuchs in Neuspanien (1803-1804) und brachte es nach Berlin. Heute befindet es sich in der Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin. Das Gegenstück, der „Codex Azoyú 2 Reverso“, wurde 1940 im mexikanischen Guerrero wiederentdeckt. Die beiden Schriftstücke wurden 2009 von der SPK und dem mexikanischen Centro de Investigaciones y Estudios Superiores en Antropología Social (CIESAS) in einer zweisprachigen Faksimile-Ausgabe als zusammengehöriges Manuskript mit Interpretation des Inhaltes veröffentlicht.

Bildmaterial: Pressebilder 

Mariana Castillo Deball

Mariana Castillo Deball wurde 1975 in Mexico City geboren. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Castillo Deball verschränkt Kunst und Forschung eng miteinander. Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeiten stehen oft archäo-logische Fundstücke, die die Künstlerin in ihrer kulturellen Verwertung analysiert und vorstellt. Gebrauchsspuren der Dinge rücken dabei ebenso ins Zentrum wie eigene, freie Assoziationen zur Geschichte der aufgefun-denen oder bereits archivierten Gegenstände. Aus diesem Prozess der Dekonstruktion entstehen Arbeiten in ganz unterschiedlichen Medien, wie Zeichnung, Film, Skulptur, Installation und Performance, mit denen Castillo Deball die Möglichkeiten der künstlerischen Darstellung beträchtlich erweitert.

Castillo Deball hatte Einzelausstellungen im New Museum, New York, USA (2019), Reva and David Logan Center for the Arts, University of Chicago, USA (2018), Museo Amparo, Puebla, Mexiko (2018), SCAD Museum of Art, Savannah Georgia, USA (2018), Galerie Wedding, Berlin, Deutschland (2017), San Francisco Art Institute, San Francisco, USA (2016), Museo de Arte Contemporáneo de Oaxaca, Mexiko (2015), Hamburger Bahnhof, Berlin, Deutschland (2014), Musée Régional D'art Contemporain, Sérignan, Frankreich (2015); CCA, Glasgow, Großbritannien (2013); Chisenhale Gallery, London, Großbritannien (2013); Museo Experimentelles El Eco, Mexiko-Stadt, Mexiko (2011), und Museum der lateinamerikanischen Kunst, Long Beach, USA (2010). Zu den Gruppenausstellungen gehören die Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, Turin, Italien (2018), LACMA, Los Angeles, USA (2017), 32nd São Paolo Biennial, BRA (2016), Liverpool Biennale, Großbritannien (2016), 8. Berliner Biennale, Berlin, Deutschland (2014), Documenta 13, Kassel, Deutschland (2013), und 54. Venedig Biennale, Venedig, Italien (2011).

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news-9026 Tue, 26 Feb 2019 13:30:47 +0100 Das antike Palmyra in 360° und 3D https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-das-antike-palmyra-in-360-und-3d.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=93e285d46266799e04a17c161269dcfe Ein unter Mitwirkung des Vorderasiatischen Museums entstandener 360°-Film zeigt das antike Palmyra in historisch genauer digitaler Rekonstruktion. Produziert wurde das VR-Projekt von ZDF/Terra X und Stiftung Preußischer Kulturbesitz Das UNESCO-Welterbe Palmyra erlangte 2015 traurige Berühmtheit: Vor den Augen der Weltöffentlichkeit wurde "die Königin der Wüste" durch die Terrormiliz Islamischer Staat systematisch zerstört. Erste schwere Beschädigungen an der Ruinenstadt erfolgten bereits 2013 bei Kämpfen zwischen Rebellen und syrischen Regierungstruppen. Ob ein Wiederaufbau jemals möglich sein wird, ist ungewiss. ZDF/Terra X und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz haben die antike Metropole in einem aufwendigen VR-Projekt nun digital rekonstruieren lassen. Mehrere virtuelle Touren führen den Betrachter in 360°-Filmen durch die Highlights der antiken Stadt, wie den Bel-Tempel, das römische Theater, die Kolonnaden und den Hadrian-Bogen. Alle Darstellungen der antiken Gebäude entsprechen bis in die kleinsten Details dem aktuellen Stand der Forschung. Die Rekonstruktion ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen Archäologen des Vorderasiatischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin mit VR-Spezialisten der Firma men@work Media Services S.R.L. und wurde produziert von der Stein Film Produktion in Kooperation mit dem ZDF und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler: „Mit diesem Projekt ist es uns gemeinsam mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gelungen, Geschichte für die nächsten Generationen erfahrbar und erlebbar zu machen und physisch Verlorengegangenes ein stückweit wieder zum Leben zu erwecken.“

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: „Die Zerstörung Palmyras durch den IS war der Versuch, den Menschen in Syrien ihre historische Erinnerung zu nehmen – eine Erinnerung an eine einzigartige multikulturelle und multireligiöse Metropole. Die virtuelle Rekonstruktion kann kein Ersatz, dafür aber ein eindringlicher Aufruf dazu sein, dass das Engagement zum Erhalt und Wiederaufbau der Welterbestätte nicht nachlassen darf.“ 

„Die VR-Technologie bietet uns herausragende Möglichkeiten, die User mit auf eine Zeitreise zu nehmen“, so Peter Arens, Leiter der Hauptredaktion Geschichte/Wissenschaft im ZDF. „Palmyra in seiner beeindruckenden Schönheit quasi selbst erleben zu können, veranschaulicht noch deutlicher, welches kulturelle Erbe hier verloren geht“.

Die größten Herausforderungen für die Computerspezialisten waren die Menge der Daten und die Komplexität der Anlagen. In Abstimmung mit Archäologen des Vorderasiatischen Museums wurde überprüft, dass Anlage und Texturierungen der Plätze, Straßen und Gebäude korrekt sind. Stück für Stück wurden die Prachtbauten Palmyras digital rekonstruiert, allein 80 Kilometer laufende Fassadenfläche im Computer virtuell aufgebaut, modelliert und texturiert. Nach über einem Jahr und mehr als 2.000 Arbeitsstunden kann Palmyra nun als virtuelle Rekonstruktion unter vr.zdf.de oder in der ZDF-VR-App (für Android und iOS erhältlich) hautnah erlebt werden. 

Die wichtigsten Stadtteile Palmyras können in drei in sich abgeschlossenen Touren von je circa fünf Minuten mithilfe einer VR-Brille, einem Smartphone mit Cardboard-Brille oder auch am Desktop-Computer erkundet werden. Ergänzend zu den drei Stadttouren wird der User durch ein futuristisch gestaltetes virtuelles Museum geführt, in dem historische Fotos und Fundstücke aus Palmyra präsentiert werden.

Palmyra

In der Antike war die Oasenstadt eine der reichsten und schönsten Metropolen ihrer Zeit – ein Schmelztiegel der Kulturen und Religionen. Als Symbol der Vielfalt und Toleranz geriet der Ort 2015 ins Visier der fanatischen Terrormiliz Islamischer Staat. Zeugnisse einer bedeutenden Vergangenheit, die über 2000 Jahre überdauert hatten, liegen seitdem in Trümmern. Seit den Angriffen suchen internationale Forscherteams nach einem Masterplan für die verwüstete Stätte. Sie tragen Ergebnisse der hundertjährigen Erforschung Palmyras zusammen und dokumentieren die Schäden. 

Dabei geht es nicht nur um das antike Erbe Syriens, sondern auch um die kulturelle Identität eines ganzen Landes. Der tatsächliche Wiederaufbau der herausragenden UNESCO-Weltkulturstätte mag angesichts der aktuellen politischen Lage in weiter Ferne liegen. Doch Dank der digitalen Rekonstruktion der Oasenstadt kann das kulturelle Erbe der Syrer zumindest virtuell wieder erlebt werden.

Bereits in mehreren "Terra X"-Dokumentationen hat sich das ZDF mit der Geschichte und Archäologie Palmyras befasst. Alle Sendungen sowie ergänzende Interviews über die Geschichte Palmyras, seine archäologische Bedeutung und Möglichkeiten des Wiederaufbaus sind zu finden unter: palmyra.zdf.de ebenso wie ein Video über das Making-of. 

Das Vorderasiatische Museum beteiligt sich seit über 30 Jahren mit Ausgrabungs- und Restaurierungsprojekten an der archäologischen Erforschung Syriens und dem Erhalt seiner Kulturgüter. Neben der Publikation der Ergebnisse der syrisch-deutschen Grabungen am Tell Halaf von 2006 – 2010 wird auch an einer neuen Ausstellungskonzeption für die Sammlungspräsentation im Pergamonmuseum gearbeitet. In diesem Zusammenhang werden künftig auch die Palmyra-Bestände der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, um das Nachwirken altorientalischer Kulturen zu thematisieren. 

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz engagiert sich mit dem Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin seit Jahren im Rahmen des „Syrian Heritage Archive Projects“ zum Kulturerbe Syriens. In der Ausstellung ‚Kulturlandschaft Syrien – Bewahren und Archivieren in Zeiten des Krieges‘ wird das Projekt ab Donnerstag 28. Februar 2019 im Pergamonmuseum einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt: www.smb.museum/ausstellungen/detail/Kulturlandschaft-syrien.html

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news-9007 Fri, 15 Feb 2019 10:34:58 +0100 Schlüters Kolossalfiguren im Humboldt Forum angekommen https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-schlueters-kolossalfiguren-im-humboldt-forum-angekommen.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=6413ae62acfac241ddf3891fa279d249 Die acht erhaltenen Kolossalfiguren aus der Werkstatt des berühmten Bildhauers und Architekten Andreas Schlüter sind an ihren Ursprungsort an den Schlossplatz zurückgekehrt. Die Sandsteinfiguren, allesamt Leihgaben der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, wurden in den vergangenen Tagen aus dem Bode-Museum und der Schlossbauhütte ins Humboldt Forum transportiert und im Skulpturensaal aufgestellt. Mit der Eröffnung des Humboldt Forums Ende dieses Jahres können sie als Teil der Geschichte des Ortes wieder vereint bewundert werden. Die acht Sandsteinskulpturen von Schlüter standen ursprünglich in dem nach ihm benannten Schlüterhof des Berliner Schlosses und gehörten zu den wenigen Teilen, die vor der Sprengung der Ruine 1950 glücklicherweise geborgen wurden. Mit Ausnahme der Kopie des Antinuous aus dem 19. Jhd. stammen sie aus dem Ende des 17. Jhd. Sechs von ihnen bekrönten die Säulen vor dem großen Hofportal und stellten mit über drei Metern Höhe den würdigen Schmuck des Schlosshofes dar. Sie bilden einen Kanon idealer Herrschertugenden ab. So steht Meleager für Heldentum und Schutz der Untertanen, Apoll symbolisiert die Pflege von Kunst und Wissenschaft und Merkur vertritt die Förderung von Handel und Wirtschaft. Die anderen beiden, die weiblichen Gewandstatuten Eintracht und Fleiß, schmückten die Innenseite von Portal 1.

Vier der Skulpturen – Jupiter, Herkules, Meleager und eine weibliche Gewandstatue – waren in den letzten Jahren in der Kuppelhalle des Bode-Museums zu sehen. Davor dienten sie, wie zwischenzeitlich auch die anderen vier Skulpturen Antinous, Apollo, Merkur und eine weitere weibliche Gewandstatue, in der Schlossbauhütte zur Vorbereitung der originalgetreuen Kopien, die im rekonstruierten Schlüterhof am alten Platz den räumlichen Zusammenhang von Architektur und Skulptur erlebbar machen.

Die kostbaren Originale werden am östlichen Eingang des Humboldt Forums im zweigeschossigen Skulpturensaal präsentiert, in den sie in den vergangenen Tagen eingebracht wurden. Zwei weitere Figuren, die sogenannten Balustradenfiguren Frühling und Sommer folgen noch. Sie standen vermutlich auf der Lustgartenseite auf dem Dach des Schlosses.

Im Skulpturensaal werden die bedeutendsten Reste der Originalplastik des Berliner Schlosses nahe ihres originalen Standortes zusammengeführt. Der Skulpturensaal ist Teil der Präsentation der Geschichte des Ortes, in der Besucherinnen und Besucher des Humboldt Forums ab Ende 2019 die facettenreichen 700-jährigen Geschichte des Berliner Schlossplatzes erkunden können.

Pressekontakte
Bernhard Wolter, Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss
Leiter Kommunikation Bau & Sponsoring
+49 151 14001199
bernhard.wolter@humboldtforum.com
www.humboldtforum.com

Stefan Müchler, Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Humboldt Forum
+49 151 52751584
s.muechler@hv.spk-berlin.de

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news-8979 Fri, 01 Feb 2019 09:32:39 +0100 Hermann Parzinger erhält Marsilius-Medaille der Universität Heidelberg https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-hermann-parzinger-erhaelt-marsilius-medaille-der-universitaet-heidelberg.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=4279fd953980679bec34304fbd0840c5 Das Marsilius-Kolleg der Universität Heidelberg hat dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Anerkennung seiner Verdienste für die Verbindung unterschiedlicher Wissenschaftskulturen gestern die Marsilius-Medaille verliehen. Zuvor hielt der Prähistoriker in der Alten Aula der Universität Heidelberg die Marsilius-Vorlesung zum Thema „Kulturgut auf Abwegen. Zwischen Provenienzforschung, Wiedergutmachung und Shared Heritage“. Als Präsident der SPK ist Parzinger mit den unterschiedlichsten Fragen zu den Wegen von Kulturgut befasst: NS-Raubgut, Beutekunst bzw. kriegsbedingt verlagerte Kulturgüter, illegal gehandelte Antiken oder auch Objekte mit kolonialer Vergangenheit. Anhand ausgewählter Beispiele aus diesen Problemfeldern erläuterte er, wie sich auf der Grundlage breit angelegter Forschungen Lösungsansätze erarbeiten lassen. Dazu gehören nicht nur Wiedergutmachung und Restitution sondern auch das gemeinsame Wahrnehmen von Verantwortung für die Objekte und die Information der Öffentlichkeit über deren Geschichte.

Die Marsilius-Vorlesungen richten sich sowohl an die wissenschaftliche als auch an die allgemeine Öffentlichkeit. Hierfür lädt das Marsilius-Kolleg einmal pro Semester einen herausragenden Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin ein, zu einem Thema zu sprechen, das den Brückenschlag zwischen den Wissenschaftskulturen verlangt. Unter den ehemaligen Referenten waren u.a. die Nobelpreisträger Günter Blobel und Christiane Nüsslein-Vollhard.

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news-8969 Wed, 30 Jan 2019 09:28:42 +0100 Mantegna, Moholy und die Minüten https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-mantegna-moholy-und-die-minueten.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=53d386d9bf5bc4b90fb58ba66c559823 Das Programm der fünf Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz im Jahr 2019: 250. Humboldt-Geburtstag, Bauhaus-Jubiläum und 25 Jahre Städtepartnerschaft mit Buenos Aires – Ausstellungsprogramm mit Mantegna und Bellini, Emil Nolde und afrikanischer Mode – Plus: Shepard-Töne am Staatlichen Institut für Musikforschung und Regieren mit Friedrich Wilhelm I. digital im Geheimen Staatsarchiv Mit einem vielfältigen Programm starten die fünf Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz – die Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatsbibliothek zu Berlin, das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, das Ibero-Amerikanische Institut und das Staatliche Institut für Musikforschung – in das Jahr 2019. Beim Jahresempfang im „Pergamonmuseum. Das Panorama“ wurden am Dienstagabend Höhepunkte aus allen Häusern vorgestellt. 

Der 250. Geburtstag Alexander von Humboldts wird von der Staatsbibliothek, dem Geheimen Staatsarchiv und dem Ibero-Amerikanischen Institut gleichermaßen begangen. In der Staatsbibliothek zu Berlin werden die Autographe und Tagebücher von Humboldts rund um dessen Geburtstag drei Tage lang öffentlich präsentiert (12.-14.09.2019). Schon Ende März stellt die Humboldt-Expertin Andrea Wulf ihr neues Buch vor, für das sie eng mit der Staatsbibliothek kooperierte. Die New Yorker Künstlerin Lillian Melcher gestaltete die Illustrationen nach den Originalvorlagen aus den Tagebüchern. 

Im GStA PK werden mehrere hundert Briefe von Humboldt aufbewahrt, darunter jene an Friedrich Wilhelm III. und Friedrich Wilhelm IV., sowie die zahlreichen Schreiben an Minister und Beamte des preußischen Kultusministeriums, mit denen Humboldt um Unterstützung für andere Wissenschaftler und Gelehrte bat. 

Das Ibero-Amerikanische Institut (IAI)  ist Partner bei der internationalen Konferenz „Alexander von Humboldt: Die ganze Welt, der ganze Mensch“ (5.-7.6.2019) des Akademievorhabens „Alexander v. Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. In einer ganzjährigen Veranstaltungsreihe wird es außerdem Humboldts Bedeutung aus lateinamerikanischer Perspektive beleuchten. Und gleich noch einem Jubiläum widmet sich das IAI in diesem Jahr: 25 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Buenos Aires werden mit einer Hymne auf das Symbol dieser Verbindung schlechthin gefeiert: das Bandoneon. Das Instrument stammt ursprünglich aus Deutschland, wo es erstmals 1846 gebaut wurde und bis in die 1930er Jahre zum Grundinstrumentarium von Tanz- und Unterhaltungskapellen gehörte. Nach Argentinien gelangte es um 1870 vermutlich über Einwanderer und freut sich noch heute als prägendes Element des Tango großer Beliebtheit. 

Ein zweiter Schwerpunkt wird das Jubiläum 100 Jahre Bauhaus sein. Während das Museum für Fotografie schon im April eine Ausstellung zum „Neuen Sehen“ in der Gegenwartskunst startet und zum Beispiel Werke von Erich Consemüller und Thomas Ruff vergleicht, widmet sich die Kunstbibliothek ab Ende August den relativ unbekannten Berliner Jahren des Bauhausmeisters Lászlo Moholy-Nagy. 1929 zeigte er im Kunstgewerbemuseum eine Ausstellung zur Entwicklung der Typographie, von der 78 Schautafeln erhalten blieben und nun nach 90 Jahren erstmals wieder öffentlich zu sehen sind. In der Staatsbibliothek in der Potsdamer Straße zeigt der Berliner Fotograf Jean Molitor seine Ausstellung mit Fotografien von Bauhaus-inspirierten Gebäuden.  Und am 5. September gibt es ein „Notturno extra“-Konzert des Deutschen Symphonie-Orchesters im Musikinstrumenten-Museum, mit zwei Werken, die im Musikleben des Bauhaus‘ eine wichtige Rolle spielten: Arnold Schönbergs „Pierrot Lunaire“ Op. 21 und Igor Strawinskys „Die Geschichte vom Soldaten“.

Im Ausstellungsprogramm der Staatlichen Museen zu Berlin gehört die große Gegenüberstellung der Renaissancemaler Mantegna und Bellini in der Gemäldegalerie zu den Highlights des Jahres. Ebenfalls am Kulturforum werden sich afrikanische Modedesigner in der Ausstellung „Connecting Afro Futures. Fashion – Hair – Design“ mit der europäischen Modesammlung des Kunstgewerbemuseums auseinandersetzen. Der Hamburger Bahnhof zeigt ab April „Emil Nolde im Nationalsozialismus" und die Alte Nationalgalerie widmet sich ab Oktober in der Ausstellung „Kampf um Sichtbarkeit“ der Rolle von Künstlerinnen der Nationalgalerie bis 1918 – schon jetzt eine der zehn Ausstellungen, die man weltweit gesehen haben muss, wie Bloomberg befunden hat.  

Die gewachsene internationale Rolle der SPK lässt sich nicht nur daran ablesen, dass die Zusammenarbeit z.B. mit afrikanischen Ländern in Bezug auf das Humboldt Forum deutlich intensiviert wurde. Auch das Beispiel Syrien steht dafür. Im Pergamonmuseum wird Staatsministerin Müntefering am 27. Februar die Ausstellung „Kulturlandschaft Syrien. Bewahren und Archivieren in Zeiten des Krieges“ eröffnen. Die Schau zeigt eine Bilanz des Syrian Heritage Archive Project, das am Museum für Islamische Kunst angesiedelt ist. Nach fünfjähriger Arbeit übermittelte das Museum ein erstes Datenpaket an die UNESCO, das bei der Rekonstruktion der berühmten Umayyaden-Moschee helfen soll. Dafür wurden die immensen Schäden detailliert erfasst und die Gebäude mithilfe historischer Bilder, Pläne und Texte rekonstruiert. Seit 2013 entstand im Rahmen des „Syrian Heritage Archive Project" gemeinsam mit syrischen Experten eine Datenbank von mehr als 200 000 Fotos, Plänen, Karten und Berichten.

Zwei spannende Projekte noch aus dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz und dem Staatlichen Institut für Musikforschung: Wie Friedrich Wilhelm I. regierte, nämlich aus dem Kabinett und ohne weitere Ratgeber, das lässt sich in den sogenannten „Kabinettsminüten“ erfahren, die ab 2019 sukzessive online gestellt werden. Die akustische Illusion der Shepard-Töne, häufig in Filmmusik eingesetzt, wird im SIM untersucht. Es handelt sich um eine Folge von Tönen, die immer weiter in die Höhe zu steigen scheinen, unendlich ansteigen, ohne je ein Ziel zu erreichen. Diese und andere Phänomene der Wahrnehmungstäuschung werden im Staatlichen Institut für Musikforschung auch bei öffentlichen Workshops vorgestellt.

Und natürlich gibt es auch in 2019 Neuigkeiten von den Baustellen der SPK: Am 3. Mai ist Richtfest beim Bauteil A des Pergamonmuseums. Mitte des Jahres wird dann die James-Simon-Galerie eröffnen. Ende August folgt Haus Bastian, das neue Zentrum für kulturelle Bildung der Staatlichen Museen zu Berlin. Am Kulturforum wird es im Herbst den Spatenstich für das Museum des 20. Jahrhunderts der Nationalgalerie geben und dann Ende des Jahres die Eröffnung des Humboldt Forums. Die Grundinstandsetzung der Staatsbibliothek Unter den Linden wird dieses Jahr abgeschlossen. Bei der grundlegenden Sanierung der Neuen Nationalgalerie ist im nächsten Jahr mit der Wiedereröffnung zu rechnen.

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