Pressemitteilungen der SPK - Stiftung Preußischer Kulturbesitz http://www.preussischer-kulturbesitz.de/ Pressemitteilungen der SPK - Stiftung Preußischer Kulturbesitz de Pressemitteilungen der SPK - Stiftung Preußischer Kulturbesitz http://www.preussischer-kulturbesitz.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif http://www.preussischer-kulturbesitz.de/ 18 16 Pressemitteilungen der SPK - Stiftung Preußischer Kulturbesitz TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Tue, 14 Nov 2017 11:37:47 +0100 ›Notturno‹-Konzert im Neuen Museum am 17. November 2017. Das Ensemble des DSO konzertiert mit Messiaens ›Quatuor pour la fin du temps‹ http://www.preussischer-kulturbesitz.de//pressemitteilung/news/2017/11/14/notturno-konzert-im-neuen-museum-am-17-november-2017-das-ensemble-des-dso-konzertiert-mit-messia.html Den Saisonstart der nächtlichen Kammerkonzerte ›Notturno‹ gestaltet am 17. November ein Quartett... Mit einem modernen Klassiker des 20. Jahrhunderts startet die Kammerkonzertreihe ›Notturno‹ in ihre neue Spielzeit. Im Neuen Museum auf der Museumsinsel erklingt am 17. November mit Olivier Messiaens ›Quatour pour la fin du temps‹ eine musikalische Meditation mit biblischem Hintergrund. In seinem rund 50-minütigen kammermusikalischen Meisterwerk thematisierte der französische Meister das Ende der Zeit, damit verbunden Hoffnung und Heilserwartung, Menschlichkeit und ewiges Leben. Präsentiert wird das Quartett von den DSO-Musikerinnen und -Musikern Olga Polonsky (Violine), Stephan Mörth (Klarinette) und Sara Minemoto (Violoncello) gemeinsam mit dem Pianisten Jonathan Aner.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das DSO gehen mit ihrer Kammerkonzertreihe ›Notturno‹ bereits in die achte Saison. Die inspirierende Kombination aus auserlesener Kammermusik im Dialog mit Räumen und Exponaten begeistert sein Berliner Publikum immer wieder aufs Neue. Die weiteren nächtlichen Kammerkonzerte dieser Spielzeit finden am 23. Februar 2018 in der Staatsbibliothek Unter den Linden und am 15. Juni 2018 in der Sammlung Scharf-Gerstenberg statt. 

›Notturno‹ – Nächtliches Kammerkonzert

in Kooperation mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz


Fr 17. November 2017 | Neues Museum auf der Museumsinsel Berlin


21 Uhr Begrüßung | 21.15 Uhr Kurzführungen | 22 Uhr Konzert

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ENSEMBLE DES DSO

Olga Polonsky Violine | Stephan Mörth Klarinette


Sara Minemoto Violoncello | Jonathan Aner Klavier 


Olivier Messiaen ›Quatuor pour la fin du temps‹


Karten zu 22 € | 15 € ermäßigt sind erhältlich beim DSO-Besucherservice unter Tel. 030. 20 29 87 11, via E-Mail an tickets@dso-berlin.de und an der Abendkasse.

 Veranstaltungsort Neues Museum auf der Museumsinsel


Besuchereingang: Bodestraße 1-3, 10178 Berlin

Pressekarten bestellen Sie bitte unter Tel. 030. 20 29 87 535.

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Pressemitteilung Tue, 14 Nov 2017 11:37:47 +0100
Glasklare Perspektiven für Galerie von Weltrang Wichtige Etappe bei der Grundinstandsetzung der Neuen Nationalgalerie erreicht http://www.preussischer-kulturbesitz.de//pressemitteilung/news/2017/11/08/glasklare-perspektiven-fuer-galerie-von-weltrang-wichtige-etappe-bei-der-grundinstandsetzung-der-neue.html Berlin. Die erste Phase der Grundinstandsetzung der Neuen Nationalgalerie, die insbesondere... Die von 1965 bis 1968 errichtete Neue Nationalgalerie am Berliner Kulturforum ist eine Architekturikone von Weltrang sowie der Schluss- und Höhepunkt des Lebenswerks von Ludwig Mies van der Rohe. Das Gebäude wird derzeit im Auftrag der Stiftung Preußischer Kulturbesitz nach Plänen des Architekturbüros David Chipperfield Architects denkmalgerecht durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) von Grund auf instand gesetzt.  

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, erklärte: „Mies van der Rohe hat mit der Neuen Nationalgalerie in Berlin internationale Architekturgeschichte geschrieben. Die Herausforderungen der Sanierung dieses Juwels der Nachkriegsmoderne sind nicht zu unterschätzen. Ich bin froh, dass Planung und Durchführung mit aller gebotenen Sorgfalt vonstattengehen. Am Ende werden wir ein Haus zurückgewinnen, das die grandiose Architektur wieder zum Leuchten bringt, aber auch einen zeitgemäßen Service für die Besucher bietet.“ 

Das Projekt lässt sich in drei große Phasen gliedern. Die erste und kürzlich erfolgreich abgeschlossene Phase beinhaltete die bau-vorbereitenden Maßnahmen, umfangreiche Demontagen und die Beseitigung aller vorhandenen Schadstoffe. Zur Demontage von Bau-teilen, die später wieder eingebaut werden, gehörten die Kartierung, Inventarisierung und Einlagerung von rund 35.000 Objekten. Das Spektrum reichte von den voluminösen Aluminiumdeckengittern, den hochwertigen Brown-Oak-Holzpanelen der Garderoben und anderen Holzeinbauten über die rund 3.500 Deckeneinbauleuchten bis hin zu den rund 14.000 Granitplatten, die sich unter anderem an der Fassade des Sockels, auf der Terrasse, in der oberen Ausstellungshalle und im Untergeschoss befanden. Trotz der Komplexität der Aufgabenstellung verlief der Prozess dank der Sorgfalt der Beteiligten nahezu ohne jeden Schaden am Originalmaterial. Am Ende dieser ersten Phase ist das Gebäude nunmehr bis auf den Rohbau zurückgebaut und bereit für die Instandsetzung.  

Zuvor war das Haus nach Schließung zum Jahresende 2014 beräumt worden, was unter anderem die restauratorische Sicherung und Auslagerung der über 1.400 wertvollen und einzigartigen Gemälde und Skulpturen in Interimsdepots umfasste.  

Die zweite Phase der Grundinstandsetzung hat im Juni 2017 begonnen. Sie beinhaltet unter anderem die aufwändige Sanierung der Stahlbeton-wände und -decken. Darüber hinaus sind die Arbeiten für die Baugrube der neuen Depot- und Technikflächen nahezu fertiggestellt. Derzeit wird das Dach der Ausstellungshalle abgedichtet. 

Eine besondere Aufgabe stellt in dieser Projektphase auch die Sanierung der Stahl-Glas-Fassade in der oberen Ausstellungshalle dar. Hierbei werden auch die Glasscheiben ausgetauscht. Die Beschaffung dieser Verglasungen im Maß von 3,43 x 5,60 Metern ist eine spezielle Herausforderung, denn weltweit werden derzeit solch überformatige Glasscheiben nur in einem Werk in China produziert. Erste Muster hat das Unternehmen bereits vorgestellt, so dass die Arbeiten an der Stahl-Glas-Fassade in Kürze beginnen können.  

Petra Wesseler, Präsidentin des Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, betonte: „Die Grundinstandsetzung der Neuen National-galerie von Mies van der Rohe – einer Ikone der Moderne – ist ein Projekt, das uns alle fasziniert. Gleichzeitig stellt sich hier für uns die anspruchsvolle Aufgabe, die denkmalpflegerischen Belange mit den heutigen musealen Anforderungen in Einklang zu bringen und dabei das architektonische Erbe zu wahren.“ 

Zuletzt schließt sich als dritte große Phase der Ausbau des Gebäudes inklusive Ersteinrichtung an. Damit die Neue Nationalgalerie künftig den heutigen technischen Anforderungen hinsichtlich Klimatisierung, Brand-schutz und Sicherheit entspricht, muss auch die gesamte technische Gebäudeausrüstung erneuert werden: zum Beispiel die Fußbodenheizung, die Raumlufttechnik und das Grundleitungssystem in der Bodenplatte. Abschließend werden alle Kunstobjekte und Mies van der Rohes restaurierte historische Möbel in die sanierte Neue Nationalgalerie zurückgebracht und um weitere Ausstattung ergänzt. Die bauliche Fertigstellung durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung ist für 2019 vorgesehen. Die Wiedereröffnung des Ausstellungsbetriebes wird von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für 2020 geplant.  

Weitere Informationen sowie Pressebilder unter

Ergänzende Informationen 

Ludwig Mies van der Rohe

Architekt, geboren 1886 in Aachen, gestorben 1969 in Chicago

Mies van der Rohe war einer der bedeutendsten Architekten der Moderne. Die Neue Nationalgalerie, die von 1965 bis 1968 gebaut wurde, ist das einzige Bauwerk, das nach Plänen Mies van der Rohes nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland errichtet wurde.  

Dirk Lohan 

Architekt, geboren 1938 in Rathenow

Lohan studierte Architektur am Illinois Institute of Technology, an dem sein Großvater Ludwig Mies van der Rohe einen Lehrstuhl innehatte, und arbeitete in dessen Chicagoer Büro. Nach Abschluss des Studiums an der TH München im Jahr 1962 kehrte er in das Chicagoer Büro Mies van der Rohes zurück und wurde Projektleiter für den Bau der Neuen Nationalgalerie Berlin. Nach dem Tod Mies van der Rohes 1969 führte er dessen Büro weiter, ab 1975 unter eigenem Namen, seit 2004 als Lohan Anderson Architects. 2016 fusionierte Lohan Anderson Architects mit Wight & Company. 

Die Sanierung der Neuen Nationalgalerie

Seit der Eröffnung der Neuen Nationalgalerie des weltberühmten Architekten Ludwig Mies van der Rohe Ende der 1960er-Jahre wurde keine umfassende Sanierung vorgenommen. Das Gebäude hat nach nahezu 50 Betriebsjahren das Ende seines ersten Lebenszyklus‘ erreicht. Im täglichen Betrieb des Hauses traten zunehmend deutliche Mängel zutage und die Nutzbarkeit war signifikant eingeschränkt.

Nach einem zweistufigen Verhandlungsverfahren erhielt das Berliner Büro von David Chipperfield Architects den Auftrag für die Grundinstandsetzung des markanten Ausstellungshauses. Unter dem Leitsatz: „So viel Mies wie möglich“ wurden seit Mitte 2012 unter Heranziehung zahlreicher Experten unterschiedlicher Fachgebiete hierfür ein umfangreiches Konzept und eine Entwurfsplanung entwickelt. Der Chicagoer Architekt Dirk Lohan, Enkel und damaliger Projektleiter Mies van der Rohes, ist ein wichtiger Berater bei der Grundinstandsetzung des Museums.

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Pressemitteilung Wed, 08 Nov 2017 11:44:36 +0100
„Kunst durch Kredit“ – Zur Notiz „Berliner Blamage“ in DER SPIEGEL, Ausgabe 45/2017 http://www.preussischer-kulturbesitz.de//pressemitteilung/news/2017/11/07/kunst-durch-kredit-zur-notiz-berliner-blamage-in-der-spiegel-ausgabe-452017-1.html Das Buch „Kunst durch Kredit” (De Gruyter, 2017) von Lynn Rother unter-sucht aus kunst- und... Die SPK, in deren Sammlungen sich auch heute noch zahlreiche Werke aus dem Ankaufskonvolut von 1935 befinden, hat Frau Rother auf den Ankauf des Werkkomplexes als mögliches Dissertationsthema hingewiesen. Sie hat mit Frau Rother im Januar 2010 eine Vereinbarung darüber getroffen und die Arbeit über Jahre unterstützt. Denn es war klar, dass sich in der umfänglichen und komplexen historischen Erwerbung möglicherweise auch verfolgungsbedingt entzogene Werke befinden könnten. Auf Grundlage der nun veröffentlichten Arbeit, die die nötige Kontextforschung geleistet hat, kann die SPK jetzt weitergehende systematische Untersuchungen zu den Provenienzen der einzelnen Werke machen.

Zur Provenienz des Gemäldes „Pariser Platz in Berlin / Brandenburger Tor“ hat die SPK bereits seit Jahren gemeinsam mit der Commission for Looted Art, die die Erben von Annie Caspari vertritt, eigene Forschungen angestellt. Die Beteiligten sind der Auffassung, dass die komplexen historischen Umstände noch weiterer Untersuchung bedürfen. Über die Re-cherchearbeiten und die Gespräche dazu haben SPK und Erbenvertreter Vertraulichkeit vereinbart.

Die SPK erforscht seit Jahren in umfassender Weise die Provenienz, also die Herkunft, der Objekte in ihren Sammlungen. Seit Beginn der 1990er Jahre ist die verantwortungsvolle Suche nach NS-Raubgut Thema für die SPK. Die Stiftung hat bereits in über 50 Restitutionsersuchen faire und gerechte Lösungen im Sinne der Washingtoner Prinzipien vereinbaren können. Neben der Recherche zu Einzelfällen aufgrund von Anfragen hat die SPK bestimmte Werkkomplexe identifiziert, in denen sich NS-Raubgut befinden könnte. Diese erforscht sie in Projekten, so zum Beispiel die Galerie des 20. Jahrhunderts, die Sammlung der Zeichnungen am Kup-ferstichkabinett, oder die Werke im Museum Berggruen. Mehr unter:

www.preussischer-kulturbesitz.de/schwerpunkte/provenienzforschung-und-eigentumsfragen.html

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Pressemitteilung Tue, 07 Nov 2017 12:28:37 +0100
Projektstart zur Erforschung der Herkunft historischer anthropologischer Schädelsammlung bei der SPK http://www.preussischer-kulturbesitz.de//pressemitteilung/news/2017/10/05/projektstart-zur-erforschung-der-herkunft-historischer-anthropologischer-schaedelsammlung-bei-der-spk.html Im Rahmen eines Pilotprojektes wird bei der SPK seit Anfang Oktober die Provenienz von rund tausend... Die Schädel gehören zu den anthropologischen Sammlungen, die die SPK 2011 in äußerst schlechtem Zustand von der Charité übernommen hat.  In den vergangenen Jahren wurden sie zunächst aufwändig gereinigt und konservatorisch gesichert. Um ihre Herkunft klären zu können, haben die zuständigen Wissenschaftler eine Forschungsdatenbank aufgebaut und erste Recherchen an ausländischen Archiven durchgeführt.

Das zweijährige Projekt zur Aufarbeitung der Bestände aus dem ehemali-gen Deutsch-Ostafrika soll als Vorbild auch für die zukünftige Erforschung der Provenienz der übrigen Human Remains dienen, die sich in der Obhut des Museums für Vor- und Frühgeschichte befinden. Dazu müssen die weltweit verstreuten Quellen zu dem Bestand erfasst und ausgewertet werden. Wissenschaftler verschiedener Fachgebiete werden in dem Projekt zusammenarbeiten, da sowohl ethnologische als auch anthropologische und kolonialgeschichtliche Kenntnisse nötig sind. Ziel ist es auch, ein internationales Netzwerk mit Wissenschaftlern aus den betroffenen Herkunftsländern (Tansania, Burundi, Rwanda) aufzubauen, um eine angemessene Erforschung zu gewährleisten. Die Entscheidung über eine Restitution ist von den Forschungsergebnissen abhängig. 

Da die Primärdokumentation (Inventarbuch, Zettelkatalog, Erwerbungs-korrespondenz zur Sammlung) der vom Museum für Vor- und Frühge-schichte betreuten anthropologischen Sammlungen größtenteils nicht mehr existiert, müssen zu deren Erforschung zahlreiche andere Quellen herangezogen werden. Relevant sind zum Beispiel Aufzeichnungen von Sammlern, die sich teils in öffentlichen Archiven, teils auch in Privatbesitz im In- und Ausland befinden. Weil die Sammlungstätigkeit häufig in eine koloniale Infrastruktur eingebettet war, sind auch Akten wirtschaftlicher, militärischer oder kirchlicher Institutionen von Interesse. Ergänzende (nichtinvasive) anthropologische Untersuchungen an den Objekten selbst können ebenfalls wichtige Erkenntnisse zu Herkunft und Erwerbung liefern.

Grundlage der SPK für den Umgang mit menschlichen Überresten sind die Richtlinien des Deutschen Museumsbundes und die eigenen dazu entwickelten Grundpositionen der SPK. Diese besagen, dass vor jeder anderen Forschung die Provenienzforschung steht.

Die Gerda Henkel Stiftung wurde im Juni 1976 als gemeinnützige Stiftung des privaten Rechts errichtet. Ausschließlicher Stiftungszweck ist die Förderung der Wissenschaft, vornehmlich auf dem Gebiet der Geistes-wissenschaft. Sie hat bislang weltweit mehr als 6.600 Forschungsprojekte mit rund 160 Millionen Euro unterstützt. Seit 2015 setzt sich die Stiftung in ihrem Förderschwerpunkt „Patrimonies“ verstärkt für den Erhalt kulturellen Erbes vor allem in Krisenregionen ein.

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Pressemitteilung Thu, 05 Oct 2017 10:00:44 +0200
Das Haus Bastian erweitert künftig die Museumsinsel Berlin: der Schenkungsvertrag ist unterzeichnet http://www.preussischer-kulturbesitz.de//pressemitteilung/news/2017/09/28/das-haus-bastian-erweitert-kuenftig-die-museumsinsel-berlin-der-schenkungsvertrag-ist-unterzeichnet.html Die Familie Bastian wird das von David Chipperfield entworfene Galeriehaus am Kupfergraben 10 im... Monika Grütters würdigt diesen Schritt: „Mit dieser überaus großzügigen Geste schenkt die Familie Bastian der Kulturnation Deutschland nicht nur ein Haus von beträchtlichem Wert – immerhin einen echten Chipperfield-Bau mitten im Herzen Berlins –, sondern vor allem die Chance, künftig in einem Zentrum für kulturelle Bildung ein noch größeres Publikum an die kulturellen Schätze aus Europa und dem Nahen Osten heranzuführen, die auf der Museumsinsel zu bewundern sind. Kulturelle Bildungsarbeit folgt dem ständigen Ehrgeiz, möglichst alle Menschen in unserem Land in ihrer Lebenswelt zu erreichen, um sie für Kunst und Kultur zu begeistern. Die Stiftung wird hier neue Formen der Mitwirkung, der Kommunikation und Inklusion erproben – eine zukunftsweisende Aufgabe, der sich die Museen und die Kulturpolitik noch stärker als bisher widmen müssen. Wie sehr wir solche Orte der Selbstvergewisserung und der Weltoffenheit brauchen, ist nicht zuletzt mit dem Einzug einer rechtspopulistischen Partei als drittstärkste Kraft in den Deutschen Bundestag mehr als deutlich geworden.“

Hermann Parzinger sagt dazu: „Ich freue mich sehr, dass alles zu einem so guten Ergebnis geführt hat, der Familie Bastian danke ich für ihre besondere Großzügigkeit und ihr herausragendes Engagement. Das Haus wird sich künftig an ein vielschichtiges, besonders aber auch junges Publikum wenden, denn Kinder und Jugendliche sind unsere Besucher von morgen. Wir werden hier neuartige Formate der kulturellen Bildung entwickeln, und ich bin sicher, dass die großzügige Architektur und die wunderbaren Räume von David Chipperfield diese Arbeit beflügeln werden. Dass wir ein so schönes und exponiertes Haus in dieser bevorzugten Lage einer solchen Nutzung widmen, macht deutlich, welchen Stellenwert wir der kulturellen Bildung beimessen. Das hat Signalwirkung weit über die Museumsinsel hinaus.“

Heiner Bastian sagt dazu folgendes: „Wenn wir uns die Topographie von Berlins Mitte vorstellen, sind wir im wahrsten Sinne des Wortes im geistigen Zentrum Berlins, der Museumsinsel, zuhause. Die Insel ist die Vision wirklicher, vorhandener, künstlerischer Formen, materiell, dinghaft und sinnlich: Ein grandioser Ort, der seinen eigenen Aphorismus der bildnerischen Weltkulturen in einem Kanon enzyklopädischer Weite bildet.“

Aeneas Bastian erläutert: „Ich kann mir nichts anderes in den Räumen Am Kupfergraben vorstellen als ein kulturelles Leben. In das Haus wird nun bald das neue Bildungszentrum der Stiftung Preußischer Kulturbesitz einziehen. Ich wünsche mir, dass sich hier Vergangenheit und Zukunft einander begegnen, jenseits einer klassischen Schule des Sehens.“

Das Haus liegt unmittelbar gegenüber der ebenfalls von Chipperfield entworfenen James Simon-Galerie, die derzeit als neues Eingangsgebäude der Museumsinsel errichtet wird. Mit seiner großzügigen und klaren Architektur ist es dem Weltkulturerbe Museumsinsel ebenbürtig und erweitert es auch funktional. Auf den vier Etagen des Hauses werden künftig neue zukunftsweisende Bildungskonzepte entwickelt und erprobt. Sie werden sich an unterschiedliche Nutzergruppen richten und aktuelle gesellschaftliche Themenstellungen aufnehmen. 

In diesem Haus können so nicht nur die Museumsbesuche vor- und nachbereitet werden. Hier werden Themen aufgegriffen, die einen Brückenschlag zwischen den Sammlungen und Häusern erlauben. Dabei wird auch das Humboldt Forum mit einbezogen, das mit der Museumsinsel einmal eine Einheit bilden wird. Die Bandbreite der geplanten Aktivitäten reicht von Workshops, Studien- und Projekttagen, offenen Werkstätten bis zu Vorträgen und Diskussionsrunden und vielem mehr. Es wird großzügige Werkbereiche geben und Räume zum Recherchieren und Studieren, Kommunizieren und Diskutieren, zum Präsentieren und Reflektieren neuer Erfahrungen. Die Konzeption für das Zentrum für kulturelle Bildung verantwortet die Abteilung Bildung / Kommunikation der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz.

Das von David Chipperfield entworfene Haus mit einer Bruttogeschossfläche von nahezu 2000 Quadratmetern wurde von der Familie Bastian errichtet und seit 2007 als Galeriehaus genutzt.

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Pressemitteilung Thu, 28 Sep 2017 10:37:58 +0200
Geschichte to go: Geheimes Staatsarchiv PK bietet künftig einen „Archivkoffer“ für Schülerinnen und Schüler an http://www.preussischer-kulturbesitz.de//pressemitteilung/news/2017/09/05/geschichte-to-go-geheimes-staatsarchiv-pk-bietet-kuenftig-einen-archivkoffer-fuer-schuelerinnen-und.html Um Schülerinnen und Schülern ab Jahrgangsstufe 9 den Umgang mit historischem Quellenmaterial näher... Der Archivkoffer beinhaltet eine Sammlung originalgetreuer Nachbildungen verschiedener Quellengattungen. Die Schriftbeispiele umfassen historische Epochen vom Dreißigjährigen Krieg, über die Revolution 1848 bis zum Ersten Weltkrieg. Zusätzlich enthält der Archivkoffer ein Glossar archivarischer Begriffe, Materialien und Informationen zum Umgang mit Akten sowie ein pädagogisches Begleitheft mit Schriftbeispielen und Transkriptionen.

Konzipiert wurde der Koffer als Angebot der Kulturellen Bildungsarbeit des Archivs. Dieser Servicebereich besteht seit 2013 und hat zum Ziel, als außerschulischer Lernort bei Schülerinnen und Schülern das Interesse an Geschichte zu wecken. Gemäß dem Motto „Archivgut bewahren – Geschichte erforschen“ soll Schülerinnen und Schülern die eigenständige Erforschung des Vergangenen und der kritische Umgang mit Quellen nahegebracht werden. Der Archivkoffer entspricht dem Rahmenlehrplan Geschichte. 

Interessierte Lehrerinnen und Lehrer sowie Referendarinnen und Referendare können ab September ein Exemplar inklusive pädagogischem Begleitmaterial kostenfrei entleihen. Zusätzlich wird für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9 ein Projekttag im Geheimen Staatsarchiv PK mit einer Einführung in die Archivarbeit und das quellengestützte Arbeiten im Archiv angeboten. Buchungsinformationen finden sich auch auf dem Bildungsserver des Landes Berlin-Brandenburg.

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Pressemitteilung Tue, 05 Sep 2017 10:05:28 +0200
Stiftung Preußischer Kulturbesitz restituiert Werke aus der Sammlung Buchthal http://www.preussischer-kulturbesitz.de//pressemitteilung/news/2017/08/15/stiftung-preussischer-kulturbesitz-restituiert-werke-aus-der-sammlung-buchthal.html Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gibt neun Werke aus dem Kupferstichkabinett der Staatlichen... Hermann Parzinger, Präsident der SPK, sagt: „Wie bei fast allen Restitutionsfällen der letzten Jahre konnten wir auch in diesem Fall eine faire und gerechte Lösung finden. Ich danke den Erben von Eugen Buchthal sehr, dass sie uns den Erwerb des Kirchner-Druckes für das Kupferstichkabinett ermöglicht haben.“

Lothar Fremy (Rechtsanwälte Rosbach & Fremy), der die Erben nach Eugen Buchthal vertritt, sagt: „Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat sich sehr darum bemüht, zusammen mit den Erben von Eugen Moritz Buchthal eine gerechte Lösung hinsichtlich der dem Sammler verfolgungsbedingt entzogenen Werke zu finden und hat damit ein weiteres Beispiel dafür gesetzt, wie derartige Angelegenheiten im Rahmen einer wechselseitigen und respektvollen Zusammenarbeit zu einer fairen Lösung gebracht werden können. Die Buchthal-Erben danken der Stiftung sehr für ihren verantwortungsvollen Umgang mit dieser noch heute weitgehend ungelösten Problematik.“

Eugen Moritz Buchthal, geboren am 11.3.1878 in Berlin, war Mitinhaber der Seeler-Herrmann-Damenmäntel- und Kleiderfabrik & Co. Er war verheiratet mit Therese Wolff, mit der er drei Kinder hatte. 1922/23 ließ das Ehepaar in Berlin-Westend von Hans und Wassili Luckhardt sowie Franz Hoffmann eine repräsentative expressionistische Backsteinvilla (1928 umgebaut im Stil der Neuen Sachlichkeit) errichten, die heute zu den Baudenkmälern Berlins zählt. Eugen Buchthal war außerdem passionierter Sammler zeitgenössischer Kunst. Zu seiner Sammlung zählten etwa Werke von Otto Müller, Emil Nolde, Lyonel Feininger, Wilhelm Lehmbruck oder Franz Marc, häufig direkt von den Künstlern erworben.

Eugen Buchthal und seine Familie wurden als Juden von den Nationalsozialisten verfolgt. Buchthals Sohn Hugo, der bei Panofsky studiert hatte, emigrierte bereits 1934 nach London, wo er an der Warburg Library tätig war, seine Tochter Anne Gerda im April 1936, später folgte auch der jüngste Sohn Wolfgang. Im Mai 1936 veräußerte Buchthal den Familienwohnsitz in der Lindenallee 22, blieb jedoch dort wohnen bis er ebenfalls auswanderte. Bereits im Januar 1936 hatte er in größerem Umfang grafische Werke aus seiner Kunstsammlung bei der Galerie Nierendorf eingeliefert. Einige davon wurden noch im selben Monat von den Staatlichen Museen zu Berlin erworben. 1938 emigrierte schließlich auch Buchthal mit seiner Frau nach London, wo er 1954 starb.

Das Kupferstichkabinett hatte 16 Werke aus Eugen Buchthals Sammlung über die Galerie Nierendorf erworben. Im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ wurden einige davon 1937 beschlagnahmt, sodass heute nur mehr neun vorhanden waren: 2 Lithographien von Erich Heckel, 3 Radierungen von Wilhelm Lehmbruck, eine Radierung von Paula Modersohn-Becker, ein Holzschnitt von Emil Nolde, eine Lithographie von Otto Müller sowie eine Radierung von Ernst Ludwig Kirchner.

Bei dem zurückgekauften Werk handelt es sich um den blauen Probedruck einer Radierung (Bild: 26,7 x 34,7 cm, Blatt: 36,6 x 47,8 cm). Im Sommer 1908 reiste Ernst Ludwig Kirchner erstmals auf die Ostseeinsel Fehmarn. Anlässlich dieses Aufenthaltes entstanden unter anderem mehrere Radierungen, von denen meist nur wenige Exemplare erhalten sind. Eine der Besonderheiten von „Fehmarnhäuser mit großem Baum“ ist, dass die Radierung zu den wenigen graphischen Werken gehört, die Kirchner in Blau drucken ließ. Neben dem Blatt in Berlin, einem von Kirchner signierten und als solchen bezeichneten Probedruck, gibt es nur mehr drei weitere blaue Exemplare. Die Druckplatte hat sich in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe erhalten, das motivisch identische Gemälde befindet sich als Leihgabe aus Privatbesitz im Frankfurter Städel. Stilistisch ist der Druck kein „typischer“ Kirchner, sondern eher dem Post-Impressionismus zuzuordnen. Damit stellt das Werk auch in der an Kirchner-Werken so reichen Sammlung des Kupferstichkabinetts eine Besonderheit dar – es ist ein „Kirchner vor Kirchner“. In der Sammlung ist es die perfekte Ouvertüre für eine Reihe von Werken, die in den folgenden Jahren gleichfalls auf Fehmarn entstanden.

Weiterführende Informationen

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Pressemitteilung 2017 Erwerbungen und Schenkungen Provenienz Eigentumsfragen NS-Raubgut Provenienzforschung Tue, 15 Aug 2017 20:29:57 +0200
Knapp 100.000 Euro Förderung für Erhalt von schriftlichem Kulturerbe in der SPK http://www.preussischer-kulturbesitz.de//pressemitteilung/news/2017/08/14/knapp-100000-euro-foerderung-fuer-erhalt-von-schriftlichem-kulturerbe-in-der-spk.html „Ostpreußische Folianten“ und „Schriftkunst“ erhalten Schutz Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz erhält aus dem „Sonderprogramm 2017 zur Erhaltung des schriftlichen Kulturerbes“ von Kulturstaatsministerin Monika Grütters eine Förderung von 50.000 Euro zum Schutz der „Ostpreußischen Folianten“. Rund 40.000 Euro erhält die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin für die Restaurierung und Konservierung einer Sammlung von Schriftkunst in einem Modellprojekt der Koordinierungsstelle für den Erhalt des schriftlichen Kulturguts (KEK). In beiden Fällen werden die Fördermittel durch Eigenmittel ergänzt.

Hermann Parzinger, Präsident der SPK: „Pflege und Erhalt von schriftlichem Kulturgut sind in unseren Archiven und Bibliotheken ein großes Thema. Ich freue mich, dass wir dank der Förderung durch die KEK die Arbeit an zwei wichtigen Bestandsgruppen angehen können.“

Ostpreußische Folianten im Geheimen Staatsarchiv PK

Die rund 16.800 Ostpreußischen Folianten (16.-18.Jh.) des Geheimen Staatsarchivs PK sind unschätzbar reiche Quellen für die Geschichte des Herzogtums, dann Königsreichs Preußens bzw. der späteren Provinz Ostpreußen. Sie stammen aus den Registraturen von Königsberger Behörden, die ihr Schriftgut nach alten Traditionen in solchen „Folianten“ organisierten, einer Übergangsform zwischen spätmittelalterlichen Amtsbüchern und frühneuzeitlichen Akten. Damit haben sie auch formal großen archivgeschichtlichen Wert. Derzeit stehen sie in langen Reihen im Magazin des GStA PK.

Ulrike Höroldt, seit 1. August 2017 Direktorin des GStA PK, erklärt: „Im Rahmen des Projektes werden die Bände nun gereinigt und konservatorisch angemessen zur Aufbewahrung verpackt. Die Förderung, die wir mit Eigenmitteln ergänzen, bestätigt auch die Anstrengungen, die in den letzten Jahren für die Restaurierung und Konservierung von Archivgut am Haus unternommen wurden.“

Die großformatigen und besonders starkleibigen Folianten werden maßbezogene Spezialverpackungen aus langzeitstabilen, archivgerechten Wellpapp-Boxen erhalten. Wie bisher ist auch weiterhin eine stehende, nun aber schonende Lagerung vorgesehen, da die Buchblöcke durch die maßbezogen umschließende Verpackung stabilisiert werden. Die kleineren Bände in gängigen „Buchgrößen“ werden hingegen zukünftig in der archivischen Standardlagerung aufbewahrt: liegend in einem Archivkarton, zum besonderen Schutz eingeschlagen in eine langzeitstabile „Jurismappe“. Durch die normgerechten Verpackungen sind die Folianten künftig vor Licht und Staub geschützt und können im Sinne der Archivgesetze konservatorisch optimal auf Dauer aufbewahrt werden.

Schriftkunst in der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin

Die Bestandsgruppe „Schriftkunst“ in der Kunstbibliothek wurde in den Jahren 1880-1930 aufgebaut. Als Vorbildersammlung für Typographie und Schriftgestaltung umfasst sie Beispiele für Schrift als künstlerische Ausdrucksform. Der konservatorische Zustand der Objekte lässt eine Benutzung im Studienbetrieb in den meisten Fällen nicht mehr zu, obwohl die Sammlung bis heute für Forschung und Lehre vorgesehen ist, insbesondere für den Studiengang „Visuelle Kommunikation“.

Joachim Brand, Leiter der Kunstbibliothek, erklärt: „Die jahrelange intensive Nutzung ist der Sammlung anzusehen: Verschmutzungen, Risse und Fehlstellen sind nur einige der entstandenen Schäden. Auch veraltete Methoden der Objektmontage haben die Schriftträger und die Schreib- und Malmittel in Mitleidenschaft gezogen. Mit der Restaurierung können wir sie nun wieder dauerhaft zugänglich machen.“

Die Bestandsgruppe „Schriftkunst“ umfasst vor allem seltene handschriftliche Unikate – von karolingischen Minuskeln bis zur Kalligrafie des 20. Jahrhunderts aus verschiedenen Kulturkreisen, darunter auch herausragende Beispiele islamischer Schriftkunst. Es finden sich auch viele Bei-spiele von Schriftzeichnung in besonderen Formaten, etwa ausgeschnittene Initialen und Seiten mittelalterlicher Handschriften oder Schriftmuster auf Urkunden, Lehrbriefen, Albumblättern und Wandsprüchen. Diese zeigen eine ungewöhnlich große Vielfalt an verwendeten Materialien und angewandter Techniken – Pergament, Papier, Tinte, Farbpigmente, Blattgold, Collagen, Holzschnitte, Zeichnungen, Buchdruck und vieles mehr.

In dem Projekt soll ein Teil dieser verschiedenartigen Objekte modellhaft so bearbeitet werden, dass Schadensursachen entfernt werden, mechanische Schäden behoben und durch den Einsatz neuer Materialien die Objekte vor beschleunigter chemischer Zersetzung bewahrt werden. Unabhängig von dem Modellprojekt werden zahlreiche weitere Objekte der Bestandsgruppe konservatorisch und restauratorisch bearbeitet werden. Auch eine Digitalisierung ist geplant.

Erhalt von schriftlichem Kulturgut in der Staatsbibliothek

Mit der Ansiedlung der bundesweit agierenden Koordinierungsstelle für die Erhaltung des Schriftlichen Kulturguts, KEK, im Jahr 2011 in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz haben die Träger der KEK, der Bund und die Kulturstiftung der Länder, die besondere Expertise der Bibliothek für das Thema Bestandserhaltung unterstrichen. Wie auch in den anderen Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, den Museen, Archiven und Forschungsinstituten, genießen die präventive Pflege wie auch bestandserhaltende Maßnahmen in der Staatsbibliothek zu Berlin hohe Priorität.

Aus dem Etat der KEK, mit dem bundesweit insbesondere modellhafte Projekte gefördert werden, konnte im Jahr 2015 ein sehr besonderer Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin behandelt werden: Eine altjavanische Handschrift aus Blättern der Gebang-Palme, ein extrem seltenes Zeugnis früher Schriftlichkeit. Auf den Palmblättern findet sich in Kawi-Schrift ein Text auf Sanskrit mit dem Titel Darma Pātañjala. Darin erläutern die Hindu-Gottheit Bhattara sowie ihr Sohn Kumara die Kosmologie des Shivaismus und das Konzept von Yoga und Karma. Nur wenige Dutzend Gebang-Palmblatthandschriften haben die Zeit überdauert. Die 1407 oder 1467 entstandene Berliner Gebang-Handschrift zählt zu den ältesten Exemplaren weltweit. 

Weiterführende Links

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Pressemitteilung 2017 Kulturgutschutz GStA SBB SMB Mon, 14 Aug 2017 13:17:27 +0200
SPK erforscht Herkunft von menschlichen Überresten aus Ost-Afrika – Gerda Henkel Stiftung fördert das Projekt http://www.preussischer-kulturbesitz.de//pressemitteilung/news/2017/08/02/spk-erforscht-herkunft-von-menschlichen-ueberresten-aus-ost-afrika-gerda-henkel-stiftung-foerdert-da.html Im Rahmen eines Pilotprojektes wird die SPK ab Anfang Oktober die Provenienz von rund tausend... Die Schädel gehören zu den anthropologischen Sammlungen, die die SPK 2011 in äußerst schlechtem Zustand von der Charité übernommen hat.  In den vergangenen Jahren wurden sie zunächst aufwändig gereinigt und konservatorisch gesichert. Um ihre Herkunft klären zu können, haben die zuständigen Wissenschaftler eine Forschungsdatenbank aufgebaut und erste Recherchen an ausländischen Archiven durchgeführt.

Das zweijährige Projekt zur Aufarbeitung der Bestände aus dem ehemaligen Deutsch-Ostafrika soll als Vorbild auch für die zukünftige Erforschung der Provenienz der übrigen Human Remains dienen, die sich in der Obhut des Museums für Vor- und Frühgeschichte befinden. Dazu müssen die weltweit verstreuten Quellen zu dem Bestand erfasst und ausgewertet werden. Wissenschaftler verschiedener Fachgebiete werden in dem Projekt zusammenarbeiten, da sowohl ethnologische als auch anthropologische und kolonialgeschichtliche Kenntnisse nötig sind. Ziel ist es auch, ein internationales Netzwerk mit Wissenschaftlern aus den betroffenen Herkunftsländern (Tansania, Burundi, Rwanda) aufzubauen, um eine angemessene Erforschung zu gewährleisten.

Hermann Parzinger, Präsident der SPK: „Um entscheiden zu können, wie wir weiter mit den menschlichen Überresten umgehen, müssen wir genau wissen, woher sie kommen, insbesondere ob sie aus einem Unrechtskontext stammen. Auch die Entscheidung über eine Restitution ist von den Forschungsergebnissen abhängig. Je nach Herkunft der Gebeine suchen wir die angemessenste Lösung. Wenn wir sie eindeutig einer Herkunftsgesellschaft zuordnen können, werden wir gemeinsam mit deren Vertretern über den Umgang beraten und die Rückgabe diskutieren.“

Michael Hanssler, Vorsitzender des Vorstands der Gerda Henkel Stiftung, ergänzt: „Das Projekt bietet die große Chance, exemplarisch zu zeigen, wie man gemeinsam mit Wissenschaftlern der Zielregionen Rückgabekonzepte auf Augenhöhe erarbeitet. Aus Sicht der Stiftung wäre es wünschenswert, dass dieses Pilotprojekt Maßstäbe für einen – lange überfälligen und fairen – Dialog mit Partnern aus ehemaligen Kolonien über den künftigen Umgang mit deren kulturellem Erbe setzen wird.“

Da die Primärdokumentation der vom Museum für Vor- und Frühgeschichte betreuten anthropologischen Sammlungen größtenteils nicht mehr existiert, müssen zu deren Erforschung zahlreiche andere Quellen herangezogen werden. Relevant sind zum Beispiel Aufzeichnungen von Sammlern, die sich teils in öffentlichen Archiven, teils auch in Privatbesitz im In- und Ausland befinden. Weil die Sammlungstätigkeit häufig in eine koloniale Infrastruktur eingebettet war, sind auch Akten wirtschaftlicher, militärischer oder kirchlicher Institutionen von Interesse. Ergänzende (nichtinvasive) anthropologische Untersuchungen an den Objekten selbst können ebenfalls wichtige Erkenntnisse zu Herkunft und Erwerbung liefern.

Zum einem Pressetermin zum Projektstart wird gesondert eingeladen.

Grundlage der SPK für den Umgang mit menschlichen Überresten sind die Richtlinien des Deutschen Museumsbundes und die eigenen dazu entwickelten Grundpositionen der SPK. Diese besagen, dass vor jeder anderen Forschung die Provenienzforschung steht.

Die Gerda Henkel Stiftung wurde im Juni 1976 von Frau Lisa Maskell zum Gedenken an ihre Mutter Gerda Henkel als gemeinnützige Stiftung des privaten Rechts mit Sitz in Düsseldorf errichtet. Ausschließlicher Stiftungszweck ist die Förderung der Wissenschaft, vornehmlich auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft. Sie hat bislang weltweit mehr als 6.600 Forschungsprojekte mit rund 160 Millionen Euro unterstützt. Seit 2015 setzt sich die Stiftung in ihrem Förderschwerpunkt „Patrimonies“ verstärkt für den Erhalt kulturellen Erbes vor allem in Krisenregionen ein. Im subsaharischen Afrika unterstützt sie unter anderem Projekte zur Bewahrung mündlicher Erinnerung in Kamerun und Gambia, zur Digitalisierung von Handschriften in Mali und Mauretanien und zur Erforschung archäologischer Zeugnisse in der DR Kongo und in Äthiopien.

Weiterführende Informationen

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Pressemitteilung 2017 Wed, 02 Aug 2017 11:45:00 +0200
Parzinger zum Kulturgutschutzgesetz: Illegaler Handel kein Kavaliersdelikt mehr http://www.preussischer-kulturbesitz.de//pressemitteilung/news/2017/08/02/parzinger-zum-kulturgutschutzgesetz-illegaler-handel-kein-kavaliersdelikt-mehr-1.html Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sieht positive Entwicklungen nach der Novellierung des... Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: „Der illegale Handel mit Kulturgütern ist ein weltweites Problem. Wir müssen darauf hinarbeiten, dass der Wert von Kulturgut, seine gesellschaftliche und kulturelle Rolle eine Anerkennung findet. Vor allem in Krisenzeiten geht sein Wert deswegen über einen rein materiellen hinaus: Kulturgüter geben kulturelle Identität und Halt, ermöglichen Orientierung und wecken die Hoffnung auf gesellschaftliche Aussöhnung.“ 

Das Gesetz, so Parzinger, sei eine klare Weiterentwicklung des rechtlichen Rahmens für den Kulturgutschutz, denn es sei die überfällige Umsetzung der UNESCO-Konvention von 1970. Es habe rechtliche Rahmenbedingungen für das Vorgehen gegen den illegalen Handel mit Kulturgütern in Deutschland geschaffen, indem es das wenig praktikable Listenverfahren des Gesetzes von 2007 abgelöst habe. Durch die Novellierung sei nun erstmals auch die Möglichkeit strafrechtlicher Konsequenzen gegeben – illegaler Handel sei nun kein Kavaliersdelikt mehr. „Unsere Partner im Ausland bestätigen immer wieder, dass die Novellierung des Gesetzes ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einheitlichen Standards für den Kulturgutschutz auf EU-Ebene war.“

Erhöhte Sorgfaltspflichten für den Handel, der nun die Pflicht hat, darzulegen, dass das angebotene Kulturgut rechtmäßig eingeführt worden ist, sieht Markus Hilgert, Direktor des Vorderasiatischen Museums und Koordinator des Verbundprojekts „ILLICID“, das Methoden der Dunkelfeldforschung im Bereich des Handels mit Kulturgütern erprobt: „Zu unseren Beobachtungen gehört derzeit, dass in Deutschland archäologische Objekte aus dem östlichen Mittelmeerraum in beträchtlichem Umfang zum Kauf angeboten werden, darunter auch zahlreiche Objekte aus dem Irak und Syrien. Beide Staaten sehen jedoch keine Ausfuhr von archäologischem Kulturgut vor und die Einfuhr sowie der Handel mit ihnen sind innerhalb der EU durch unmittelbar geltendes EU-Recht erheblich beschränkt. Besorgniserregend ist daher, dass für die große Mehrheit dieser Objekte kaum aussagekräftige Angaben zur Provenienz gemacht werden. Dieser Befund ist auch nur schwer vereinbar mit den Regelungen des neuen Kulturgutschutzgesetzes.“ 

Hilgert ergänzt: „ILLICID zeigt, wie wichtig es ist, dass Expertinnen und Experten den Handel mit Kulturgütern systematisch beobachten und dokumentieren. Nur so kann eine verlässliche Faktenbasis geschaffen werden, die möglicherweise auch Aufschluss über illegale Aktivitäten in diesem Bereich oder Potentiale für die Terrorismusfinanzierung liefert.“ 

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Pressemitteilung Wed, 02 Aug 2017 11:17:28 +0200