Pressemitteilungen der SPK - Stiftung Preußischer Kulturbesitz https://www.preussischer-kulturbesitz.de Pressemitteilungen der SPK - Stiftung Preußischer Kulturbesitz de Stiftung Preußischer Kulturbesitz Mon, 19 Nov 2018 06:56:37 +0100 Mon, 19 Nov 2018 06:56:37 +0100 TYPO3 news-8114 Tue, 13 Nov 2018 14:18:35 +0100 Bund fördert arabisch-deutsche Forschungskooperation mit zusätzlich 3,3 Millionen Euro https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-bund-foerdert-arabisch-deutsche-forschungskooperation-mit-zusaetzlich-33-millionen-eur.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=79412acc8ea15aa82207903ed9615bbd Verena Lepper vom Ägyptischen Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin leitet Arab-German Young Academy of Sciences and Humanities (AGYA) Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird die Arab-German Young Academy of Sciences and Humanities (AGYA) bis Januar 2020 mit zusätzlichen 3,3 Millionen Euro fördern. Das Projekt unter der Leitung der Kuratorin Verena Lepper vom Ägyptischen Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin unterstützt seit 2013 exzellente arabische und deutsche Nachwuchswissenschaftler, die interdisziplinäre Forschungsprojekte und Initiativen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft erfolgreich realisieren.

Die 60 AGYA-Mitglieder und 20 Alumni arbeiteten seit 2016 in mehr als 150 interdisziplinären Projekten in 60 Städten und 30 Ländern. Sie beschäftigten sich mit Themen wie Ressourcenknappheit, öffentliche Gesundheit, Migration, Bildung oder gefährdetes Kulturerbe. Die Forscher sind mit wissenschaftlichen Institutionen in 17 Ländern verbunden: Algerien, Ägypten, Deutschland, Irak, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Marokko, Oman, Palästina, Saudi Arabien, Sudan, Syrien, Tunesien, und die Vereinigten Arabischen Emirate. Erst Ende Oktober konnte ein neues AGYA-Regionalbüro an der ägyptischen Academy of Scientific Research & Technology in Kairo eröffnet werden. Das BMBF lobt die „dynamische Entwicklung und herausragende Vernetzungsleistung durch Forschungskooperationen der AGYA-Mitglieder in Deutschland und der arabischen Welt.“

Mehr zu AGYA: www.agya.info.

Mit der neuen Förderung können am Ägyptischen Museum und Papyrussammlung nunmehr verschiedene Projekte der AGYA realisiert werden, darunter die Digitalisierung arabischer Papyri der Berliner Sammlung oder die Erschließung koptischer Handschriften in Ägypten. Zudem wird es ein Projekt zu arabischer und deutscher Erzähltradition geben, das in eine Ausstellung im Neuen Museum mündet (Eröffnung April 2019). Ferner wird ein interdisziplinäres Projekt zur Archäologie im Sudan realisiert und wichtige ägyptologische Fachliteratur ins Arabische übersetzt. Auch die Rolle der Geisteswissenschaften in der arabischen Welt und Deutschland wird gemeinsam untersucht. Diese Projekte werden interdisziplinär in Kooperation mit AGYA-Partnern im Libanon, Ägypten, Sudan, den Vereinten Arabischen Emiraten und Tunesien durchgeführt.

„Diese gemeinsame Akademie ist eine richtige Antwort in unserer komplizierten Welt. Ich bin froh, dass das BMBF das auch so sieht und diese wichtige internationale und interdisziplinäre Forschungskooperation weiter unterstützt. Unser Ägyptisches Museum und Papyrussammlung unterstreicht damit einmal mehr seine Bedeutung für den Dialog mit der arabischen Welt. Für die SPK ist sie ein Mittel der Diplomatie auf dem Gebiet der Wissenschaft“, sagt SPK-Präsident Hermann Parzinger

AGYA ist in Deutschland an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) angesiedelt. Deren Präsident Martin Grötschel, der auch Co-Vorsitzender des AGYA Advisory Board ist, sieht AGYA „über die spannenden Projekte und die wissenschaftliche Dynamik hinaus, auch als ein ungewöhnlich wichtiges wissenschaftspoIitisches Instrument, das vielfach Wege der Kommunikation öffnen kann, die auf andere Weise kaum erreichbar sind. Ihr gelingt es sogar aufgrund ihrer hervorragenden Netzwerkarbeit, Büros in arabischen Ländern einzurichten.“ Daher begrüßt BBAW-Präsident Grötschel die erneute großzügige Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). AGYA kann so auch weiterhin wesentlich an der Internationalisierung und Brückenbildung in der Wissenschaft mitwirken. 

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news-8104 Thu, 08 Nov 2018 16:33:05 +0100 Internationale Forschungsmuseen beschließen in Berlin gemeinsames, globales Wissens- und Sammlungsnetzwerk https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-internationale-forschungsmuseen-beschliessen-in-berlin-gemeinsames-globales-wissens.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=3b38a19a6fb43228fef1a4a94489bc17 An der weltweit ersten Konferenz von Forschungsmuseen haben vom 4. bis zum 6. November 2018 insgesamt 232 Museumsvertreterinnen und -vertreter von 109 Einrichtungen aus insgesamt 24 Ländern teilgenommen. Zum Abschluss unterzeichneten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Erklärung, die unterstreicht, dass Forschungsmuseen rund um den Globus gemeinsam die nötigen gesellschaftlichen Veränderungsprozesse anstoßen können. Gleichzeitig verpflichten sich die kultur- und naturhistorischen Museen, ein globales Wissens- und Sammlungsnetzwerk von Forschungsmuseen zu schaffen. In der Erklärung der Vertreterinnen und Vertreter weltweit bedeutender, forschender Museen aus Kunst, Kultur, Geisteswissenschaften, Technik und Natur heißt es: „In Zukunft muss der Dialog zwischen Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft intensiviert werden, um neue innovative Lösungen für die Herausforderungen der modernen Welt unter Einsatz modernster Wissenschaft und internationaler digitaler Infrastrukturen zu entwickeln.“

Organisiert wurde der „Global Summit of Research Museums - das Gestaltungspotenzial der Forschung“ vom Museum für Naturkunde Berlin federführend für die Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft und in Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Weitere Kooperationspartner sind die Smithsonian Institution Washington, das Natural History Museum London und das British Museum, London. Die Konferenz wird im Rahmen des Aktionsplans Leibniz-Forschungsmuseen finanziert, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Landesregierungen von Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Hier finden Sie die unterzeichnete Erklärung:

Auf dem Weg zu einem globalen Wissens- und Sammlungsnetzwerk von Forschungsmuseen

Forschungsmuseen sind Hüter von globalem Wissen, Biodiversität und kulturellem Erbe. Ihre materiellen und immateriellen Sammlungen tragen zu einer weltweiten Infrastruktur des Wissens bei. Dieses wird für Forschung, Lehre, soziales und wissenschaftliches Engagement genutzt, wobei kulturelle oder geografische Grenzen überschritten werden.

Forschungsmuseen sind ein integraler Bestandteil von Wissenschaft und Gesellschaft. Ihre Forschung befasst sich mit den globalen Herausforderungen unserer modernen Welt, die ein breites Spektrum von Disziplinen wie Natur-, Geistes-, Kunst- und Angewandte Wissenschaften und ein breites Spektrum von Methoden umfassen. Sie betreiben wissenschaftliche, kollaborative und interdisziplinäre Forschung, entwickeln Sammlungen und kommunizieren Wissen im Dialog und in Zusammenarbeit mit einer breiten und vielfältigen Öffentlichkeit. Die Forschung in Museen zielt auf die Erhaltung, Dokumentation und die Entwicklung unseres Natur- und Kulturerbes als Quelle für Wissen und Identität und als globale wissenschaftliche und kulturelle Infrastruktur ab.

Sie verbinden Wissenschaft, Geisteswissenschaften, Kulturen und Gesellschaft auf einzigartige Weise und fungieren als Vermittler, Mediatoren und Innovatoren bei der Unterstützung von Demokratie, Menschenrechten und der globalen Wissensgesellschaft. Ihre innovative Kommunikation, öffentliche Programme und Ausstellungen erreichen eine große Bevölkerung. Gleichzeitig sind Forschungsmuseen dynamisch, sie betreiben aktiv eine kontinuierliche Selbstreflexion ihres eigenen Handelns und ihrer kulturellen Kontexte.

Um diese ehrgeizigen Ansprüche erreichen zu können, ist es unser Ziel, ein globales Wissens- und Sammlungsnetz von Forschungsmuseen aufzubauen und die grenzüberschreitende Vernetzung und Zusammenarbeit zu stärken. Eine solche Vielfalt der Weltperspektiven ist Ausdruck unserer gemeinsamen Verantwortung für die Globalisierung von Wissen und Erbe. Wir nehmen unsere Verantwortung ernst und verpflichten uns, integrative, vielfältige und starke Wissensgemeinschaften und -infrastrukturen aufzubauen und zu erhalten.

In Zukunft muss der Dialog zwischen Wissenschaft, Geisteswissenschaften, Kulturen und Gesellschaft intensiviert werden, um neue innovative Lösungen für die Herausforderungen der modernen Welt unter Nutzung modernster Wissenschaft und internationaler digitaler Infrastrukturen zu entwickeln. Wir sind weiterhin Treiber dieser Entwicklungen, um unsere Institutionen zu stärken, um unsere Wirkung auf Wissenschaft, Kulturen und Gesellschaft auszubauen, unsere globale Verantwortung für eine bessere Zukunft zu übernehmen und eine nachhaltige Entwicklung der Menschheit und unseres Planeten zu unterstützen.

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news-8038 Wed, 31 Oct 2018 09:53:16 +0100 museum4punkt0: digitale Technologien eröffnen neue Erlebniswelten im Museum https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-museum4punkt0-digitale-technologien-eroeffnen-neue-erleb-niswelten-im-museum.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=901f7ec23533cb87f768498718c89c87 Virtuell in den Waldboden vordringen oder über den Mond fahren, Fastnacht ganzjährig erleben oder verborgene Seiten von Gemälden entdecken: Das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit 15 Millionen Euro geförderte Projekt “museum4punkt0” entwickelt in ganz Deutschland digitale Angebote, die den Museumsbesuch zum Erlebnis machen – Die sieben beteiligten Museen aus Bayern, Sachsen, Bremen, Baden-Württemberg und Berlin präsentieren 360-Grad-Filme, Augmented Reality-Führungen und virtuelle Touren – Eine erste Bilanz Vor über einem Jahr startete das deutschlandweite Verbundprojekt „museum4punkt0“. Das Ziel: mit digitalen Mitteln den Museumsbesuch zu erweitern. Apps, Virtuelle Realitäten oder ortsspezifische Empfehlungssysteme zählen mittlerweile ganz selbstverständlich zum digitalen Alltag – im Museum findet man sie jedoch bisher eher selten. Dabei eröffnen digitale Technologien eine Fülle an Möglichkeiten für die Erkundung von un-zugänglichen Lebenswelten, das Erleben von historischen Ereignissen und die Vermittlung von Hintergrundwissen zum Museumsobjekt. Um diese Potentiale auszuschöpfen, verfolgt museum4punkt0 ein deutschlandweit einzigartiges Konzept: Sieben Museen unterschiedlicher Größe und Themenschwerpunkte erproben gemeinsam neue Formate, die das Lernen, Entdecken und Partizipieren im Museum unterstützen – und testen ihre Prototypen fortlaufend mit Besucherinnen und Besuchern. Die Ergebnisse – von Quellcodes für Apps und Virtual Reality-Anwendungen bis hin zu Leitfäden zur Implementierung der Technik im Museumsbetrieb – werden wiederum anderen Kulturinstitutionen frei zur Nachnutzung und Weiterentwicklung zur Verfügung gestellt. Die BKM stellt dafür bis 2020 insgesamt 15 Millionen Euro zur Verfügung.

In Berlin wurden nun erste Zwischenergebnisse vorgestellt, die von 360-Grad-Filmen über Augmented-Reality-Führungen bis hin zu virtuellen Mondfahrten reichen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters verwies auf die völlig neue Form der Kooperation: „Die beteiligten Institutionen stehen für die Vielfalt der deutschen Museumslandschaft und entwickeln gemeinsam neue digitale Produkte, um das Publikum von morgen besser erreichen zu können. Wir müssen die musealen Infrastrukturen verändern, um auf das veränderte Besucherverhalten reagieren zu können. Deshalb ist es so wichtig, dass ‚museum4punkt0‘ Produkte als Open Source und zur Nachnutzung anbietet.“ 

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, unterstrich: „Die SPK als Einrichtung des Bundes und der Länder hat für ‚museum4punkt0‘ gern die Federführung übernommen, weil uns sehr an diesem Wissenstransfer in Zeiten des digitalen Wandels gelegen ist. Im Projekt sind Institutionen von unterschiedlicher Größe, Struktur und Erfahrung mit digitalen Prozessen zu einem engen Netzwerk zusammengewachsen. Ein konsequenter Gemeinschaftsgedanke ist wichtig, wenn Kultureinrichtungen in der digitalen Transformation bestehen möchten. museum4punkt0 setzt hier ein Zeichen: Es ermöglicht anderen Museen, für eigene Digitalprojekte nicht bei Null anfangen zu müssen, sondern auf die Überlegungen, Erkenntnisse und Lösungswege des Projekts aufbauen zu können. So ist museum4punkt0 auch ein wichtiger Impulsgeber für gegenwärtige Transformationsprozesse in der SPK – mit Blick auf unsere digitalen Angebote aber auch unsere Arbeitsweisen.“ 

Und wie sehen die ersten Ergebnisse bei „museum4punkt0“ konkret aus?

Mit einem Fokus auf 3D-Digitalisierung und -Visualisierung macht das Deutsche Museum München Meisterwerke der Technik erlebbar. Im Münchner VRlab können Besucher seit August 2018 virtuelle Rekonstruk-tionen des Lunar Rover, der Sulzer-Dampfmaschine oder des Benz-Motorwagens selbst steuern und Funktionsweisen kennenlernen. Georg Hohmann, Leiter Deutsches Museum Digital sagt dazu: „Das VRlab ist am 1. August eröffnet worden – und jetzt schon ein Highlight für Besucherinnen und Besucher. Sie können dort in einer realitätsgetreuen Virtual-Reality-Umgebung mit dem „Lunar Rover“ über die Mondoberfläche fahren, die Flüge von Otto Lilienthal miterleben oder lernen, wie eine Dampfmaschine oder der Benz-Motorwagen funktioniert. Zudem wird derzeit für die Sonderausstellung „Kosmos Kaffee“ eine Augmented-Reality-App entwickelt.“ 

Bereits seit November 2017 testet das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz an verschiedenen Orten in Deutschland die Virtual-Reality-Animation „Abenteuer Bodenleben“. Virtuell auf Insektengröße geschrumpft, dringen Besucher darin in den Waldboden vor und lernen Lebewesen kennen, die sonst kaum zugänglich sind. Museumsdirektor Willi Xylander betont: „Mit den neuen digitalen Formaten an unserem Museum ermöglichen wir unseren Besuchern und Besucherinnen Eindrücke und Emotionen, die durch klassische Ausstellungsformen allein nicht zu erzeugen sind. Durch die neuen virtuellen Anwendungen werden unzugängliche Lebensräume erlebbar und das gesamte Museum öffnet sich in einem Maße, wie es zuvor nicht möglich gewesen wäre. Der virtuelle Blick hinter die Kulissen, das interaktive Kennenlernen unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und ihrer Arbeit und die Möglichkeit der aktiven Partizipation der Bürgerinnen und Bürger an unseren aktuellen Forschungsfragen, schafft Transparenz und zeigt unser Museum als einen lebendigen Ort der Begegnung und des intensiven Austauschs.“ 

Über das Ausstellungsexperiment „Kriegsgefangen. Ohnmacht. Sehnsucht“ erprobt das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven seit Sommer 2018, wie sich historische und emotionale Aspekte von Migration digital vermitteln lassen. In zwei Settings – mit Originalen einerseits und rein digital andererseits – erforscht es, welche Gefühle und Lerneffekte die jeweilige Inszenierungsart bei den Besuchern hervorruft. Museumsdirektorin Simone Eick erklärt dazu: „Wir erzählen über neue virtuelle Formate die immateriellen Aspekte der Migrationsgeschichte: Emotionen und Ideen. Ontologische Portale ermöglichen online und im Museum einen interaktiven Austausch über Familiengeschichten, die Meinungsbildung in Einwanderungsgesellschaften und die hohen Manipulationsrisiken durch digitale Techniken in Migrationsdebatten.“

Emotionale Facetten immateriellen Kulturguts zu vermitteln ist auch Ziel des Museum Narrenschopf Bad Dürrheim und des Fasnachtsmuseums Schloss Langenstein: Hierzu sind in der letzten Fastnachtssaison zahlreiche 360-Grad-Filme entstanden, die Betrachter mitten ins Brauchgeschehen versetzen. Zudem befindet sich ein digitales, in Museumsräume integriertes Guidesystem im Test, das auf Inputs und Interaktionsmuster der Besucher reagiert. Rohland Wehrle, Museum Narrenschopf Bad Dürrheim, und Michael Fuchs, Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein: „Für die beiden Fastnachtsmuseen ist die Teilnahme am Verbundprojekt die einmalige Chance, den Weg in die Zukunft – gerade für kleine Museen – vorzubereiten. Die ersten fertiggestellten 360-Grad-Filme kommen bei den Testpersonen sehr gut an, bestätigt wird ein emotionales Eintauchen in den Brauchkomplex „Fastnacht“ – von Narren wie auch von Laien. Die komplexen Strukturen hinter dem virtuellen Museumsguide werden zu-nehmend sichtbar und verknüpfen Besucherprofile, Inhalte und Inszenierungen Schritt für Schritt zu einem funktionierenden System.“ 

Nach Monaten intensiver Besucher- und Nutzerforschung entwickeln die Staatlichen Museen zu Berlin Services, die das Museumserlebnis vor, während und nach dem Besuch digital ergänzen. Experimente zeigen dabei, wie sich etwa Augmented Reality kreativ nutzen lässt – z.B. um verborgene Schichten in Gemälden sichtbar zu machen, geographische und soziale Kontexte von Exponaten zu verdeutlichen oder Führungen interaktiv zu gestalten. Christina Haak, Stellvertretende Generaldirektorin der Staatlichen Museen zu Berlin: „In unserem Teilprojekt konnten wir bereits wertvolle Erkenntnisse aus einer umfangreichen Besucher- und Nutzerforschung zu Besuchsmotivationen, Erwartungen und Erfahrungen gewinnen, die wir bis Ende des Jahres in Form verschiedener Werkzeuge für die zielgruppenspezifische Arbeit mit digitalen Technologien in Museen aufbereiten werden. Zudem haben wir erste prototypische Anwendungen realisiert, in denen wir zum Beispiel das Potenzial von Augmented Reality für die Gemäldegalerie oder das zukünftige Humboldt Forum untersucht haben. All diese Erkenntnisse werden wir im Sinne eines iterativen Vorgehens unmittelbar in die weiteren Entwicklungen einfließen lassen und der Museumslandschaft zur Verfügung stellen.“

Besucher und Besucherinnen aktiv das Wissen im Museum mitgestalten zu lassen ist Thema der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss. Hierzu wird das Video-Storytelling-Toolkit „kosmosdigital Humboldt Forum“ entwickelt, mit dem unterschiedliche Zielgruppen ihre Geschichten zu Exponaten einbringen können. Die mobile Anwendung „Mein Objekt“ hilft den Nutzern spielerisch dabei, ihr persönliches Lieblingsobjekt zu finden und sich auf eine individuelle Entdeckungsreise durchs Museum zu begeben. Lavinia Frey, Geschäftsführerin Programm und Projekte: „Mit der Anwendung ‚Mein Objekt‘ entwickeln wir basierend auf den Erfahrungen und Eigenschaften des Gaming eine niedrigschwellige und interaktive Anwendung, die es Besuchern und Besucherinnen ermöglicht, sich die Vielfalt und Komplexität der Exponate im Humboldt Forums spielerisch anzueignen. ‚Kosmosdigital‘ weist den Weg in ein partizipatives Museum: Durch Web-Videos und digitales Storytelling werden die Stakeholder co-kreativ in die kuratorische Arbeit des Humboldt Forums einbezogen. Ihr persönlicher Blick und ihre Alltagserfahrung stehen im Zentrum des Interesses.“    

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news-8020 Thu, 25 Oct 2018 11:04:51 +0200 Nächtliches Kammerkonzert ›Notturno‹ in der Gemäldegalerie am 02.11. Ein DSO-Ensemble spielt Kammermusik vom Duo bis Quintett https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-naechtliches-kammerkonzert-notturno-in-der-gemaeldegalerie-am-0211-ein-dso-ensemble.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=6f7acd47cbdbb897648f157f422f9ade Die Konzertreihe ›Notturno‹, die das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (DSO) in Kooperation mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) ausrichtet, geht am 2. November in die neue Spielzeit. Im ersten nächtlichen Kammerkonzert der Saison 2018|2019 präsentiert ein Ensemble des DSO in der Gemäldegalerie am Kulturforum Werke von Boulanger, Chatschaturjan, Haydn, Prokofjew und Veress. Um 21 Uhr begrüßt der Vizepräsident der SPK, Prof. Dr. Günther Schauerte, die Gäste und gibt Einblicke in die Pläne zur Umgestaltung des Kulturforums. Ab 21.15 Uhr kann die Gemäldegalerie in Kurzführungen erkundet werden, ehe um 22 Uhr das Konzert beginnt. Mit Kammermusik für Holzbläser und Streicher gestalten die DSO-Mitglieder Thomas Hecker (Oboe), Richard Obermayer (Klarinette), Byol Kang (Violine), Igor Budinstein (Viola) und Ander Perrino Cabello (Kontrabass) gemeinsam mit der Pianistin Emi Munakata das erste ›Notturno‹-Konzert der Saison. Musikalische Nachtschwärmer sind dazu in die Gemäldegalerie am Kulturforum eingeladen, die eine der bedeutendsten Sammlungen europäischer Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert beherbergt. In diesem außergewöhnlichen Konzertambiente fordert ein facettenreiches Kammermusikprogramm aus drei Jahrhunderten im Zusammenspiel mit den ausgestellten Gemälden zu neuen Hör- und Seheindrücken heraus.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das DSO gehen mit ihrer Kammerkonzertreihe ›Notturno‹ bereits in die neunte Saison. Die inspirierende Kombination aus auserlesener Kammermusik im Dialog mit Räumen und Exponaten begeistert sein Berliner Publikum immer wieder aufs Neue. Die weiteren nächtlichen Kammerkonzerte dieser Spielzeit finden am 1. Februar 2019 in der Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel und am 7. Juni 2019 im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart statt.

›Notturno‹ – Nächtliches Kammerkonzert in Kooperation mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Fr 2. November 2018 | 22 Uhr | Gemäldegalerie am Kulturforum
Einlass ab 20.45 Uhr | Begrüßung 21 Uhr | Kurzführungen 21.15 Uhr

ENSEMBLE DES DSO
Thomas Hecker Oboe | Richard Obermayer Klarinette
Byol Kang Violine | Igor Budinstein Viola | Ander Perrino Cabello Kontrabass
Emi Munakata Klavier

Joseph Haydn Divertimento B-Dur Hob. II:B4 für Oboe, Violine, Viola, Kontrabass

Sándor Veress ›Memento‹ für Viola und Kontrabass

Lili Boulanger ›Nocturne‹ für Violine und Klavier

Aram Chatschaturjan Trio für Klarinette, Violine und Klavier

Sergei Prokofjew Quintett g-Moll für Oboe, Klarinette, Violine, Viola, Kontrabass

Konzertkarten zu 22 € sind erhältlich beim DSO-Besucherservice unter Tel. 030. 20 29 87 11 oder unter tickets@dso-berlin.de und an der Abendkasse. Pressekarten bestellen Sie bitte unter Tel. 030. 20 29 87 535.

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news-8014 Tue, 23 Oct 2018 11:36:48 +0200 Benin Dialogue Group vereinbart Unterstützung für Museum in Nigeria https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-benin-dialogue-group-vereinbart-unterstuetzung-fuer-museum-in-nigeria.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=aa473064d8bd1575ef83828e9483a7d2 Die Teilnehmer des diesjährigen Treffens der Benin Dialogue Group haben sich am vergangenen Freitag darauf verständigt, dass in Benin City ein neues Museum mit einer regelmäßig wechselnden Ausstellung von Kunstwerken aus dem ehemaligen Königreich Benin errichtet werden soll. Europäische und nigerianische Museen werden Kunstwerke als Leihgaben dafür zur Verfügung stellen. Das teilte die Benin Dialogue Group in einem Statement mit. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sagte dazu: „Ich freue mich, dass nach jahrelangen Bemühungen nun ein Weg gefunden ist, den alle Beteiligten mitgehen können. Es zeigt sich, wie wichtig das gemeinsame Gespräch ist, die Offenheit, aufeinander zuzugehen und lösungsorientiert zu denken.“

Die Benin Dialogue Group ist eine seit mehreren Jahren bestehende Initiative, in der europäische Museen mit nigerianischen Partnern und dem Königshof von Benin zusammenarbeiten. Das Ethnologische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin ist seit dem ersten Zusammentreffen ein aktives Mitglied dieser Gruppe.  

Das Statement der Benin Dialogue Group im originalen Wortlaut

Das Ethnologische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin besitzt mit über 500 Stücken eine der weltweit wichtigsten Sammlungen von historischen Objekten aus dem Königreich Benin. Dazu kommen rund 160 historische Fotografien. Im Humboldt Forum ist ein Ausstellungsmodul mit etwas über 200 Objekten aus dieser Sammlung geplant. Aktuell sind einige Objekte der Sammlung in der Ausstellung „Unvergleichlich“ im Bode-Museum zu sehen. Dort wird auch der historische Kontext der Skulpturen aufgegriffen.

Das Königreich Benin war mehr als 500 Jahre lang eine regionale Macht in Westafrika, nicht weit des Nigerdeltas. Heute befindet sich das Territorium des Königreichs im Staat Nigeria. Die aus dem 15. bis 19. Jahrhundert stammenden Messingplastiken und Elfenbeinschnitzereien aus dem Königreich Benin zählen zu den spektakulärsten Kunstwerken aus Afrika. Sie belegen den Prunk und die historische Bedeutung des Königreichs, das über Jahrhunderte in engem Handelskontakt mit Europa stand.

Die Sammlungen höfischer Kunst  in Benin wurden infolge der britischen Kolonialeroberung im Jahr 1897 weltweit zerstreut. Nachdem eine britische Delegation im Januar 1897 gegen den Willen des Königs (oba) in die Hauptstadt des Königreichs eingedrungen und attackiert  worden war, eroberten und verwüsteten britische Soldaten das Königreich. Viele der Kunstwerke aus Bronze und Elfenbein, die den Palast des Königs schmückten, wurden erbeutet. Britische Soldaten brachten einen Teil der Objekte in das Vereinigte Königreich, wo sie in den Jahren darauf in London versteigert  oder privat verkauft wurden. Andere Objekte gelangten in den Handel in Afrika, wo sie von Afrikanern und Europäern erworben wurden und danach über verschiedene Handelsnetzwerke teils auch nach Europa kamen. Auch die Sammlung von Objekten aus Benin im heutigen Ethnologischen Museum (ehem. Museum für Völkerkunde) wurde über den weltweiten Kunstmarkt und Markt für Ethnografica erworben.

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news-7979 Wed, 10 Oct 2018 09:37:10 +0200 Humboldt Forum: Gemeinsame Provenienzforschung mit Partnern aus Amazonien im Ethnologischen Museum https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-humboldt-forum-gemeinsame-provenienzforschung-mit-partnern-aus-amazonien-im-ethnolog.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=c14e86182c5428a77d5f190af45146ae Projekt „Geteiltes Wissen“ untersucht mit Gästen aus Brasilien, Kolumbien und Venezuela etwa 3.000 Objekte – Ergebnisse sind im neuen Berliner Schloss zu sehen In den Dahlemer Depots des Ethnologischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin forschen derzeit Gäste aus Amazonien an 150 Objekten aus der Rio-Negro-Region. Möglich wurde dies durch das von der Volks-wagen-Stiftung und der Kulturstiftung des Bundes geförderte Projekt „Geteiltes Wissen“, das die Zusammenarbeit mit Partnern aus Brasilien, Kolumbien und Venezuela unterstützt. Gemeinsam mit den indigenen Gruppen werden bis zum Jahr 2020 etwa 3.000 ethnographische Objekte aus dem nordöstlichen und nordwestlichen Amazonastiefland der Museumssammlung untersucht. 

Die Provenienzforschung zu den Objekten soll im Zuge des Projekts um bisher nicht inkludierte Inhalte erweitert werden: Gilt es Perspektiven der Indigenen zu berücksichtigen, die bisher unterrepräsentiert sind? Welche Geschichten kennen die Partner zu den Objekten? Welche Fragestellungen sehen die Partner als relevant? Welche Bedeutung messen sie den Objekten bei? Und welche Handlungsempfehlungen lassen sich daraus ableiten? Die Ergebnisse der Forschung werden in die Medienstationen der Dauerausstellung „Die Welt als Rundhaus – Vom Ursprung und Leben der Dinge in Amazonien“ im Humboldt Forum einfließen. 

Rund 3.000 Objekte zuzüglich Fotografien, Musikaufnahmen und Filme aus dem Ethnologischen Museum, deren Provenienz zuvor aus westlicher Sicht dokumentiert wurde, bilden das Zentrum der Zusammenarbeit. Viele der Objekte, etwa Gefäße, Schmuck und Musikinstrumente, vereinen in den Herkunftskulturen mehrere Bedeutungsebenen, darunter die Art ihrer Herstellung, die verwendeten Materialien, ihre Funktion in Tauschnetz-werken und teilweise auch die Verwendung in Ritualen. 

Zentrale Arbeitsgrundlage ist eine eigens für das Projekt entwickelte Onlinedatenbank. Hier werden seit 2015 Angaben zu den betreffenden Objekten der Berliner Sammlungen sowie zu ähnlichen Objekten aus dem Besitz der Partner auf einer geschützten Plattform zur Verfügung gestellt und diskutiert. Die Plattform ist multilingual angelegt und umfasst derzeit Spanisch, Portugiesisch, Deutsch, Englisch und neun indigene Sprachen.

Ein Großteil der betrachteten Objekte geht auf den Sammler Theodor Koch-Grünberg zurück, der sie von Reisen (1903–1905 sowie 1911-1913) aus dem Gebiet des oberen Rio Negro und der Grenzregion zwischen Brasilien und Venezuela mitbrachte. Durch eigene Dokumentationen seiner Reisen ist über diese Objekte bereits relativ viel bekannt. Bei anderen, insbesondere älteren Sammlungen liegen die Objektbiografien größtenteils im Dunkeln. Der Zeitraum, in dem alle im Projekt erforschten  Sammlungen entstanden sind, war historisch gesehen in Lateinamerika postkolonial, dennoch waren die Umstände stark von ungleichen Machtstrukturen geprägt.

„Für das Humboldt Forum ist die Arbeit mit den Herkunftsgesellschaften von zentraler Bedeutung. Den indigenen Partnern aus Amazonien geht es nicht so sehr um die Umstände des Besitzwechsels, sie wollen, dass klar wird, was die Objekte bedeuten, wie sie verwendet wurden. Alle haben zudem einen mythischen Ursprung. Genau das wollen wir im Humboldt Forum deutlich machen“, sagt Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. 

„Wir treffen uns hier in Berlin zu Workshops rund um das Mid-Term-Symposium. Das ist für uns und unsere Projektpartner eine wertvolle Gelegenheit, gemeinsam intensiv an den Objekten zu arbeiten. Die neuen Erkenntnisse sind richtungsweisend für die zweite Projekthälfte. Unter anderem konnten wir einige Handlungsempfehlungen zur Ausstellung und Aufbewahrung von Ritualobjekten herausarbeiten, basierend auf deren Funktion und Bedeutung für die Partner“, unterstreicht Andrea Scholz, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Südamerika-Sammlung des Ethnologischen Museums, die das Projekt leitet. 

Manche Objekte gelten vor Ort als Lebewesen, vieles ist in ähnlicher Form noch in Gebrauch, anderes ist heute nicht mehr existent und teils sogar vergessen. Allen im Museum bewahrten Objekten ist gemeinsam, dass sie aus Sicht der indigenen Partner das Territorium, von dem sie stammen, repräsentieren. Insbesondere für rituelle Objekte, die aus Sicht der Partner Lebewesen bzw. Ahnen verkörpern, werden derzeit neue, respektvolle Formen der Aufbewahrung konzipiert und realisiert.

Projektbeteiligte:

Das Forschungsprojekt steht unter Federführung des Ethnologischen Museums und wird von Dr. Andrea Scholz (Projektleitung) und Helene Tello (Restauratorin) betreut. Die Partner sind indigene Organisationen und Institutionen höherer indigener Bildung. Ihre Gemeinsamkeit besteht in den pädagogischen Interessen, die sie im Projekt verfolgen. Durch die Forschung an den Objekten sollen vor allem Vertreter der jüngeren Gene-ration dazu angeregt werden, sich mit der historischen materiellen Kultur und dem Wissen der Ältesten zu beschäftigen. 

Partner in Brasilien:

Conselho Indígena de Roraima (Roraima), Organização dos Professores Indígenas de Roraima , Associação Wanasseduume Ye’kwana (Roraima), Instituto Socioambiental, Federação das Organizações Indígenas do Alto Rio Negro (Amazonas)

Partner in Kolumbien:

Indígena María Reina (Mitú, Vaupés)

Partner in Venezuela:

Universidad Nacional Experimental Indígena del Tauca (Bolívar), organización Indígena de la Cuenca del Caura „Kuyujani“ (Bolívar)

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news-7974 Tue, 09 Oct 2018 09:48:37 +0200 Offen, vielfältig, weltstädtisch: Herzog & de Meuron präsentieren die überarbeiteten Pläne für das Museum des 20. Jahrhunderts der Nationalgalerie am Berliner Kulturforum https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-offen-vielfaeltig-weltstaedtisch-herzog-de-meuron-praesentieren-die-ueberarbeiteten.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=bb92627625ac6b5a902ce5a6c1c038be Mit dem Museum des 20. Jahrhunderts wird ein Gebäude am Kulturforum errichtet, das große Strahlkraft entwickelt und gleichzeitig den komplexen Museumsaufgaben in hohem Maße gerecht wird. Die Architektur, die in den kommenden Jahren entsteht, wird sich zu ihrer Umgebung hin noch weiter öffnen und folgt noch intensiver dem Gedanken der Vernetzung. Dies zeigt sich in der abgeschlossenen Vorentwurfsplanung, die nun vom Architekturbüro Herzog & de Meuron vorgelegt wird. Zentral für den Entwurf sind weiterhin die drei charakteristischen Gestaltungsmerkmale des Wettbewerbsentwurfs – die Hausform, die sich im Innern kreuzenden Boulevards sowie die lichtdurchlässige Fassade aus Backstein. Zusätzlich öffnet sich nun der Bau verstärkt nach außen. So sind neue Zugänge und Blickbezüge ins Innere entstanden, so wird der Museumsbau noch stärker mit dem umgebenden Stadtraum verbunden. Das Gebäude wird durch diese allseitige Verschränkung zum zentralen Verbindungsstück am Kulturforum. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagte: „Der Museumsneubau Neue Nationalgalerie - Museum des 20. Jahrhunderts am Potsdamer Platz hat mit dem überarbeiteten Entwurf eine neue Qualität erreicht. Die Weiterentwicklung ist eine mutige und konsequente architektonische Geste, mit klaren Strukturen, einer durchdachten Materialität, spannungsvollen Perspektiven und der einmaligen Innengestaltung mit der doppelten Durchwegung. Das Gebäude wird eine große städtebauliche Wirkung entfalten und sich zwischen den Solitären behaupten. Vor allem aber wird es in seiner Funktionalität wirken, denn die Kunstwerke bekommen eine exklusive Bleibe, die die Kunstschätze des 20. Jahrhundert neu und eindrucksvoll inszeniert. In diesem großartigen Gebäude werden die beein-druckenden Sammlungen endlich den ihnen gebührenden Platz bekommen. Dieses Museumserlebnis wird auch international für Aufmerksamkeit sorgen.“

„Die vielen Reaktionen auf den Wettbewerbsentwurf in den Medien, aus Fachkreisen und dem Publikum haben die Bedeutung dieses Vorhabens aufgezeigt und waren uns ein Ansporn bei der Weiterentwicklung des Projekts“, betont Jacques Herzog. „Unser städtebauliches Konzept für das Kulturforum ist ein Konzept der Dichte, nicht der Leere. Es organisiert ein Zusammenspiel von präzise zueinander in Beziehung gebrachten Gebäu-den. Und es initiiert auch das Zusammenspiel der darin etablierten Kulturinstitutionen.“

Seit Monaten arbeiten die Architekten gemeinsam mit der Nationalgalerie den Entwurf aus. Dabei werden unter anderem die Grundrisse der vier Geschosse festgelegt. Drei dieser vier Geschosse werden öffentlich zugänglich sein. Hier werden sich unterschiedliche Ausstellungsräume, aber auch Räume für die Kunstvermittlung und Arbeit mit Gruppen, Flächen für den Besucherservice, ein multifunktionaler Medienraum, sowie die Gastronomie befinden. In den internen Bereichen des Museums werden Depots, Restaurierung, Büro- und Technikräume untergebracht. 

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sprach von einem guten Miteinander zwischen Architekten, SPK und Anrainern: „Die Architekten haben den ursprünglichen Entwurf erheblich weiterentwickelt. Nicht nur die neue Qualität der Außengestaltung, sondern auch die Ausarbeitung des Innenraumes machen das Gebäude zu einem wahren Knotenpunkt zwischen Philharmonie, Staatlichem Institut für Musikforschung, St. Matthäus-Kirche und Neuer Nationalgalerie einerseits sowie Staatsbibliothek, Ibero-Amerikanischem Institut und Gemäldegalerie andererseits. Das war uns immer wichtig. Für die SPK und ihre Staatlichen Museen wird hier ein großartiger Bau entstehen, der die einzigartige, aus Ost und West zusammengewachsene Sammlung der Nationalgalerie zur Kunst des 20. Jahrhunderts zusammen mit den Sammlungen von Erich Marx sowie von Ulla und Heiner Pietzsch zeigen und auch Bestände der Kunstbibliothek und des Kupferstichkabinetts einbeziehen wird. Mit dem heutigen Tag sind wir unserem Ziel, einen neuen, herausragenden Ort für die Kunst des 20. Jahrhunderts zu schaffen, einen wichtigen Schritt nähergekommen.“ 

Der Direktor der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, Udo Kittelmann, würdigte die Planungsphase: „Die Nationalgalerie hat über die letzten Monate hinweg einen sehr fruchtbaren und kreativen Dialog mit den Architekten geführt. Unser gemeinsames Ziel war es, nicht nur ein Haus für die Kunst zu schaffen, sondern auch einen sozialen Ort, an dem künstlerische und gesellschaftliche Perspektiven verhandelt werden können. Dies spiegelt sich bereits in dem jetzt weiter entwickelten Architekturentwurf wider, der für vielfältige Nutzungen ideale Räume schafft: von traditionellen Kunstgalerien über Ruhezonen und Versammlungsorte bis hin zu multimedial nutzbaren Räumlichkeiten.“

Im Sommer 2019 wird die Entwurfsplanung abgeschlossen sein, danach wird die Baugenehmigung eingeholt. Der erste Spatenstich ist für Ende 2019 vorgesehen. 

Ab November 2018 sollen die aktuellen Planungen in einer kleinen Ausstellung im Foyer des Kulturforums gezeigt werden. 

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news-6808 Fri, 28 Sep 2018 12:19:10 +0200 SPK an zwei neuen Exzellenzclustern beteiligt – Parzinger: Entscheidung bestätigt Erfolg der SPK als Verbund bedeutender Wissenschaftseinrichtungen https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-spk-an-zwei-neuen-exzellenzclustern-beteiligt-parzinger-entscheidung-bestaetigt-erf.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=2c952ff59d38982539b36bbbfeaf9b69 Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat gestern ihre Entscheidung bekanntgegeben, welche Exzellenzcluster in den Jahren 2019 bis 2025 gefördert werden. Die SPK ist an 2 der 57 ausgewählten Cluster beteiligt. Hermann Parzinger, Präsident der SPK, zeigte sich hoch erfreut über die Entscheidung: „Mit der Beteiligung an zwei neuen Exzellenzclustern zeigt sich erneut, welche Bedeutung die SPK als Verbund bedeutender Wissenschaftseinrichtungen hat. Die Entscheidung verdeutlicht, welche wichtigen Beiträge sammlungsbezogene Forschung liefern kann. Auch international ist die SPK bestens mit anderen Wissenschaftseinrichtungen vernetzt, so haben wir erst kürzlich eine Vereinbarung zur engeren Kooperation mit den Museen, Bibliotheken und Archiven der University of Oxford unterzeichnet.“

Das Ibero-Amerikanische Institut der SPK ist an dem von der Freien Universität beantragten Cluster „Temporal Communities. Doing Literature in a Global Perspective / Temporal Communities. Literatur als Praxis in globaler Perspektive“ beteiligt. Das Kunstgewerbemuseum wirkt bei „Matters of Activity. Image Space Material“, dem von der Humboldt-Universität beantragten Nachfolge-Cluster zu „Bild – Wissen – Gestaltung“ mit.

Bisher war die SPK an den Exzellenzclustern „Topoi“ (seit 2006) und „Bild – Wissen – Gestaltung“ (seit 2012) beteiligt.

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news-6802 Thu, 27 Sep 2018 14:14:33 +0200 Berliner und Dresdner Bibliothek geben NS-verfolgungsbedingt entzogene Bücher an Erben zurück https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-berliner-und-dresdner-bibliothek-geben-ns-verfolgungsbedingt-entzogene-buecher-an-erbe.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=61cbee04db5d3d22d6cb0d4d322f98e3 Gemeinsame Rückgabe von drei Büchern aus der Staatsbibliothek zu Berlin und der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) an die Erben von Hedwig Hesse Sowohl die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz als auch die SLUB Dresden fanden in ihren Beständen kürzlich Exemplare mit dem Exlibris der Berlinerin Hedwig Hesse. Hedwig Hesse und ihre Familie wurden als Juden im nationalsozialistischen Deutschland verfolgt. Ihre Bücher gelangten im Zuge der Verfolgungs-, Enteignungs- und Verwer-tungspolitik der Nationalsozialisten über Zwischenstationen in die Hände verschiedener Antiquariate, Bibliotheken oder anderer neuer Eigentümer. 

Die am 8. Mai 1880 in Berlin als Hedwig Bachur geborene ehemalige Eigentümerin der Bücher war seit 1905 mit Max Guido Hesse, Besitzer eines Verlages für Industriedruck in Berlin, verheiratet. Das Paar lebte mit seinen drei Kindern in der Helmstedter Straße 5 in Berlin. Während die Kinder Peter, Susi und Walter Hesse rechtzeitig nach Südafrika bzw. in die USA emigrieren konnten, wurden Hedwig und Max Hesse am 19. Januar 1942 gemeinsam nach Riga deportiert und dort ermordet.

„Aus meiner Bücherei. Hedwig Hesse.“ Diese Worte auf einem Exlibris benennen Hedwig Hesse als Eigentümerin der nun in den beiden Biblio-theken aufgefundenen zwei Romane aus „Engelhorns allgemeiner Rom-anbibliothek“ und Friedrich Freskas „Die Notwende“. Sie stehen exempla-risch für einen Weg, den zahlreiche Bücher deportierter Berliner Juden nahmen. Viele wurden zunächst in der Städtischen Pfandleihanstalt gela-gert. 1943 kaufte die Stadtbibliothek Berlin ca. 40.000 dieser Bücher an. Von dieser wiederum erwarben andere Bibliotheken einige dieser Bücher, sodass sich das Raubgut in ganz Deutschland verteilte. Auch andere Bibliotheken fanden in den letzten Jahren in ihren Beständen bereits Bücher aus dem Besitz Hedwig Hesses, die sie ebenfalls restituierten. Das Provenienzprojekt „NS-Raubgut in der SLUB (Erwerbungen nach 1945)“ wird vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert.

Mehr im Blog der Staatsbibliothek zu Berlin sowie im Blog der SLUB Dresden:  https://blog.sbb.berlin/gabel-messer-und-eine-eule-sind-zeugen/

Pressebilder:

http://www.preussischer-kulturbesitz.de/newsroom/presse/pressebilder.html

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news-6753 Mon, 10 Sep 2018 15:08:08 +0200 SPK intensiviert Zusammenarbeit mit University of Oxford https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/article////pressemeldung-spk-intensiviert-zusammenarbeit-mit-university-of-oxford.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=f0a7d004ec9928aa5c296fe41948d9a7 Stiftung Preußischer Kulturbesitz und University of Oxford unterzeichnen Memorandum of Understanding für vertiefte strategische Partnerschaft Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz wird künftig mit der University of Oxford in den Bereichen Konservierung, Digitalisierung, Forschung, Ausstellungen und Besucherforschung enger zusammenarbeiten. Ein entsprechendes Memorandum of Understanding haben der Präsident der SPK, Hermann Parzinger, und die Pro-Vize-Kanzlerin der University of Oxford, Anne Trefethen, im Rahmen eines Besuches einer Oxforder Delegation in Berlin unterzeichnet.

Die Pro-Vizekanzlerin besuchte mit dem Leiter der Bodleian Libraries, Richard Ovenden, und weiteren Oxforder Museumsdirektoren unter anderem das Digitalisierungszentrum der Staatsbibliothek zu Berlin, das Archäologische Zentrum und die Dahlemer Restaurierungsstraße der Staatlichen Museen zu Berlin, nachdem bereits im Mai ein Besuch von Vertretern der SPK in Oxforder Einrichtungen stattgefunden hatte.

Hermann Parzinger: „Zur University of Oxford gehören einige der renommiertesten kultur- und naturwissenschaftlichen Sammlungen und Bibliotheken Europas. Vor diesem Hintergrund ist sie ein hervorragender Partner für zahlreiche Themen, die auch die SPK und ihre Einrichtungen, insbesondere die Museen und die Staatsbibliothek, beschäftigen, von allgemeinen ethischen Fragen zum Umgang mit Sammlungen bis hin zur Digitalen Transformation. Außerdem werden wir in konkreten Projekten gemeinsam die Bestände in Berlin und Oxford erforschen, die sich inhaltlich ideal ergänzen.“

Prof. Anne Trefethen, Pro-Vize-Kanzlerin für akademische Ressourcen an der University of Oxford, ergänzte: „Wir sind stolz darauf, dass die University of Oxford seit Jahrhunderten eine international ausgerichtete Universität ist, und wir möchten, dass dies auch in den kommenden Jahrhunderten so bleibt. Diese neue Partnerschaft baut auf eine immer engere Zusammenarbeit zwischen den Oxforder und Berliner Einrichtungen. Ich bin glücklich, dass die vielen talentierten Kollegen, die die außergewöhnlichen kulturellen Sammlungen der Universität betreuen, die Möglichkeit haben werden, mit den ausgezeichneten Berliner Kollegen zu arbeiten.“

Schon im vergangenen Jahr hatte die University of Oxford einen Kooperationsvertrag mit den vier Berliner Universitäten unterzeichnet. Zu den Gärten, Bibliotheken und Museen (Gardens, Libraries and Museums – GLAM) der University of Oxford gehören einige der bedeutendsten Sammlungen weltweit. Während sie einerseits bedeutende Orte für wissenschaftliche Recherche und Forschung sind, öffnen sie andererseits auch für die breite Öffentlichkeit den Zugang zu einer immensen Fülle von Wissen. Zu Oxfords kulturellen Einrichtungen zählen die Bodleian Libraries, das Ashmolean Museum, das Museum of the History of Science, der Botanische Garten, das Museum of Natural History und das Pitt Rivers Museum.

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