Einigung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit den Erben der Familie Mosse zu verfolgungsbedingt entzogener Skulptur

Pressemitteilung vom 01.12.2016

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat heute die Skulptur „Susanna“ von Reinhold Begas an die Erben von Felicia Lachmann-Mosse zurückgegeben. Das Werk wird zunächst als Leihgabe in den Staatlichen Museen zu Berlin verbleiben. Es ist derzeit in der Rotunde der zweiten Ausstellungsetage in der Alten Nationalgalerie ausgestellt.

Die Familie Mosse besaß eines der größten und einflussreichsten Verlagshäuser der Weimarer Republik. Unmittelbar nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten Anfang 1933 war die Familie Repressalien durch das NS-Regime ausgesetzt, zum einen weil sie jüdisch war, zum anderen wegen ihrer politischen Haltung. Felicia Lachmann-Mosse und ihr Ehemann Hans emigrierten in der ersten Hälfte des Jahres 1933 über Frankreich in die Vereinigten Staaten. Nach ihrer Emigration wurde ihr Vermögen unter staatliche Aufsicht gestellt. Zum Vermögen zählte die Kunstsammlung, die Felicia von ihren Eltern Rudolf und Emilie Mosse geerbt hatte. Auf Betreiben der Nationalsozialisten wurde die Kunstsammlung 1934 durch die Auktionshäuser Rudolf Lepke und Union versteigert, ohne dass die Familie am Erlös beteiligt wurde.

Die SPK hatte die „Susanna“ (1869 modelliert, 1870-72 Ausführung in Marmor, 127 x 91 x 67 cm, Inv.-Nr. F.V. 213) in der 2008 erschienenen Publikation „Dokumentation des Fremdbesitzes, Bd. II: Nationalgalerie, Gemälde und Skulpturen“ veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt war die Herkunft des Werkes aus der Sammlung Mosse nicht bekannt. Nach den damals verfügbaren Informationen wurde das Werk vermutlich 1946 in Berlin von einer sowjetischen Trophäenkommission abtransportiert. Es gelangte im Rahmen der Rückgaben aus der Sowjetunion 1956 oder 1958 zunächst ans Museum für Völkerkunde in Leipzig und wurde 1994 zur weiteren Betreuung an die Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin übergeben. Seit Wiedereröffnung der Alten Nationalgalerie 2001 ist die „Susanna“ gemeinsam mit weiteren Skulpturen von Reinhold Begas in der Dauerausstellung zu sehen. Eine eindeutige Zuordnung zu einem Voreigentümer war bislang nicht möglich. Bei Recherchen des Mosse Art Restitution Project konnte nun ermittelt werden, dass sich das Werk bis 1933 in der Sammlung Mosse befand und der Familie verfolgungsbedingt entzogen worden sein muss.

Schon 2015 hat die SPK acht Kunstwerke an die Erben von Felicia Lachmann-Mosse restituiert, die bei der systematischen Provenienzforschung zu den Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin identifiziert worden waren.

Das Mosse Art Restitution Project wurde von Roger Strauch, dem Präsidenten der Mosse Foundation, 2012 ins Leben gerufen. Es widmet sich der weltweiten Suche nach Kulturgut, das aus der Sammlung Rudolf Mosses stammt und seinen Erben von den Nationalsozialisten entzogen wurde. Das Projekt wird von J. Eric Bartko in enger Abstimmung mit Martin I. Zankel und John J. Bartko von der US-amerikanischen Kanzlei BartkoZankel koordiniert. In Deutschland wird das Projekt von Peter Raue, Jan Hegemann und Felix Stang (Anwaltssozietät Raue LLP) vertreten. Ein wesentliches Ziel der Mosse Foundation ist die Förderung der deutsch-amerikanischen und deutsch-jüdischen Beziehungen.

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