Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz Bd. 51 / 2015

Im 51. Band steht unter anderem, wie Museen durch die aktuelle Debatte um Zuwanderung und Abschottung herausgefordert werden, welche Beiträge die Stiftung für den Schutz von Kulturerbe leistet, wie es im Deutsch-Russischen Museumsdialog weitergeht – aber auch, dass ein roter ICE lauter klingen würde als ein grüner, dass schon Goethe eine Preisliste der Gipsformerei besaß und was Nord-Chile mit Berliner Elektroautos verbindet.

Cover des Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz Nr. 51 (2015)Das Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz Nr. 51 (2015) zeigt das Archäologische Zentrum in Berlin. Zeichnung: © SPK / Julia Lerche

Klappentext zum Jahrbuch Bd. 51 / 2015

Es erinnert an eine zeitgenössische Skulptur, ist aber tatsächlich das Treppenhaus des Archäologischen Zentrums der Staatlichen Museen zu Berlin in der Nähe der Museumsinsel: Das Cover zeigt das architektonische Herzstück eines der impulsgebenden Orte der SPK im Jahr 2015. Das Archäologische Zentrum war der Ausgangspunkt vieler Projekte, die wichtige Leitplanken für die Arbeit der Stiftung gesetzt haben. Das Jahrbuch widmet sich diesen in mehreren Texten. So schreibt Markus Hilgert etwa über die veränderte Rolle der archäologischen Museen im 21. Jahrhundert, die sich immer mehr vom Sammeln zum Schützen der Objekte verschiebt und eine Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern unabdingbar macht. Wie das konkret aussehen kann, zeigt der Beitrag von Friederike Seyfried und  Robert Kuhn zum Sichern und Erforschen der Gräber der Qubbet el-Hawa-Nord in Ägypten. Dass Kulturgutschutz, insbesondere von schriftlichem Kulturgut, koordiniert werden muss und welche Rolle Politik und Institutionen dabei zukommt, klärt Ursula Hartwieg.
2015 hat außerdem das im Archäologischen Zentrum ansässige Zentralarchiv eines der bis dato größten Provenienzforschungsprojekte der Staatlichen Museen zu Berlin abgeschlossen: Die Recherche zur Herkunft von über 500 Werken aus dem Bestand der „Galerie des 20. Jahrhunderts“, die der Berliner Senat in den Jahren 1945 -– 1968 zusammentrug, um die Lücken zu schließen, die die Aktion „Entartete Kunst“ der Nationalsozialisten in den Berliner Beständen gerissen hatte. Welche Wege die erworbenen Werke zuvor genommen hatten, welche Erkenntnisse über die Sammlung der klassischen Moderne der Neuen Nationalgalerie gewonnen wurden und wie die Moderne im Nachkriegsberlin wiederauferstand, erzählen die Beiträge von Christina Thomson und Bernhard Maaz.
Das Archäologische Zentrum ist außerdem Verwaltungssitz des Museums für Islamische Kunst. Dessen Direktor Stefan Weber gibt in seinem Beitrag Antworten auf die Frage, was Museen in der Islamdebatte zu sagen haben. Nanette Snoep erzählt zudem, wie die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen Zeichen gegen Pegida setzen.
Leitplanken zu setzen galt es 2015 auch auf dem Weg zum Humboldt Forum: In seinem Text erörtert SPK-Präsident Hermann Parzinger, warum das Konzept  des „Shared Heritage“, des geteilten kulturellen Erbes, für die Museumsarbeit und insbesondere das Humboldt Forum so wichtig ist. Außerdem berichten mehrere Beiträge von der Zukunftskonferenz „perspektiven15“, bei der es um das digitale Übermorgen des Humboldt Forums ging. 
Ein weiterer Schwerpunkt des Jahrbuchs 2015 ist die Zusammenarbeit mit russischen Museen: Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Deutsch-Russischen Museumsdialogs zieht Manfred Nawroth Resümee, außerdem geben Julien Chapuis, Neville Rowley und Vasily Rastorguev aus unterschiedlichen Perspektiven Einblicke in das gemeinsame Forschungsprojekt zu Skulpturen von Donatello, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Berliner Museen ins Moskauer Puschkin Museum gelangten.

Des Weiteren in dem Band: Eugen Blume imaginiert die Ausstellung von Joseph Beuys‘ „Das Kapital“, Ingeborg Harms geht an die Schnittstellen von Mode und Kunst und Jörg Magenau erzählt, wie dank des Erwerbs der Verlagsarchive Wagenbach und Aufbau deutsch-deutsche Geschichte und große Literatur in einem in den Besitz der Staatsbibliothek zu Berlin übergehen.
Im Beitrag von Hans-Joachim Maempel geht es um den virtuellen Virtuellen Konzertsaal im Staatlichen Institut für Musikforschung, Sven Felix Kellerhoff schreibt zu den Archivverlagerungen im Zweiten Weltkrieg, Martin Hollender über den „verklagten Heuss“ und Barbara Göbel vom Ibero-Amerikanischen Institut über die sozialen Folgen des Lithiumbergbaus in Atacama. Außerdem erinnert der frühere Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen, an den 2015 verstorbenen langjährigen und legendären Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Wolf-Dieter Dube.

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