SPK-Magazin

Das SPK-Magazin berichtet über die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in ihrer ganzen Vielfalt. Es lässt Menschen zu Wort kommen, die mit Kreativität und persönlichem Einsatz die zahlreichen Aufgaben der Stiftung betreuen, und bezieht auch zu kulturpolitischen Fragen Stellung.

Editorial der aktuellen Ausgabe

Liebe Leserinnen und Leser,

Die jüngste Debatte um die Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit in musealen Sammlungen hat Kultureinrichtungen in ganz Europa immer wieder vor die Frage gestellt, wie man es nun halte mit Restitutionen an die Herkunftsländer und Ursprungsgesellschaften. In meinen Augen greift die Diskussion aber viel zu kurz, denn Institutionen wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sind längst mit einer völlig neuen Rolle als Akteur in der auswärtigen Kultur- und Wissenschaftspolitik konfrontiert. Und da geht es eben um weit mehr als nur Rückgaben.

Dieses Magazin handelt davon, wie vielfältig und weitreichend die internationalen Kontakte und Kooperationen unserer Einrichtungen sind, ob bei Ausstellungs- und Forschungsprojekten, beim Umgang mit dem kulturellen Erbe oder dem Kulturgutschutz. Wir berichten über die europäische Initiative für die Neugestaltung des Ägyptischen Nationalmuseums in Kairo und über unsere gemeinsame Forschung mit russischen Wissenschaftlern an kriegsbedingt verbrachten Beständen der Berliner Museen. Natürlich erzählt dieses Heft auch von Aktivitäten in Bezug auf das Humboldt Forum im wiederaufgebauten Berliner Schloss – das Prinzip der Multiperspektivität auf einzelne Objekte ist zentral für das neue Haus und die Basis für die Arbeit mit Kollegen aus aller Welt. Stefan Weber vom Museum für Islamische Kunst schreibt in seinem Essay, dass wir lange die Welt nur gesammelt haben, um unseren Wissensdurst zu stillen, und nun auf Augenhöhe partnerschaftlich arbeiten, um unserer Verantwortung für das gemeinsame Kulturerbe gerecht zu werden. Sehr oft machen uns erst Katastrophen wie die Brände von Notre-Dame oder des Nationalmuseums in Rio de Janeiro bewusst, wie fragil dieses Erbe eigentlich ist und die kulturelle Welt ihr Interesse nicht mehr nach Himmelsrichtungen bemessen darf. Es geht um eine Welt und es wird in politisch komplizierten Zeiten immer klarer, was die Kraft der Kultur eigentlich zu leisten vermag. Auch davon handelt dieses Magazin. 

Ich danke wie immer dem Kuratorium Preußischer Kulturbesitz, das dieses Heft überhaupt möglich gemacht hat.

Hermann Parzinger
Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz   

Kontakt

Dr. Kristina  Heizmann
Dr. Kristina Heizmann

Wissenschaftliche Referentin des Präsidenten

+49 030 266 411420

E-Mail

Ernst Ludwig Kirchner, „Fehmarnhäuser mit großem Baum“ (1908)
Ernst Ludwig Kirchner, „Fehmarnhäuser mit großem Baum“ (1908) © Christoph Mack

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