Rückgaben nach Namibia und Tansania: Stiftungsrat macht Weg frei

News vom 27.06.2022

23 Objekte des Ethnologischen Museums sollen dauerhaft in Namibia bleiben – auch Vereinbarung über Rückführungen nach Tansania möglich

2 Personen mit blauen Gummihandschuhen packen ein Objekt in eine Transportbox ein, 2 Personen schauen von hinten zu
SPK-Präsident Hermann Parzinger und Esther Moombolah/Gôagoses (Direktorin des National Museum of Namibia) mit Lars-Christian Koch, Direktor des Ethnologischen Museums, und dem Botschafter von Namibia Martin Andjaba (v.l.n.r.) © SPK / photothek.net / Thomas Imo

23 Objekte aus der Sammlung des Ethnologischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin können dauerhaft in Namibia verbleiben. Der Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz unter Vorsitz von Kulturstaatsministerin Claudia Roth ermächtigte am Montag SPK-Präsident Hermann Parzinger „mit den zuständigen Stellen in Namibia zu gegebener Zeit eine Vereinbarung über den Verbleib“ einzelner oder auch aller Objekte zu schließen.

„Wir wissen, wie bedeutend diese Objekte für Namibia sind. Es handelt sich um sehr frühe Stücke, von denen in Namibia selbst wegen der gewaltsamen Kolonialisierung keine Vergleichsobjekte mehr erhalten sind. Wenn wir diese Objekte jetzt restituieren, dann unterstützen wir unsere namibischen Partner bei der Rekonstruktion der Geschichte ihres Landes“, sagt Hermann Parzinger.

Der Stiftungsrat hat den Präsidenten auch dazu ermächtigt, eine Vereinbarung über die Rückführung von Objekten aus Tansania zu schließen, die als Kriegsbeute aus dem Maji-Maji-Krieg und weiterer Kriege seit der Kolonialeroberung identifiziert wurden. Diese Kriegsbeuten sowie weitere Bestände aus Tansania waren in den letzten Jahren Gegenstand von Kooperationsprojekten mit Partner*innen in Tansania, unter anderem Kollegen der Universität Dar-Es-Salaam und des National Museum of Tanzania.

Hermann Parzinger: „Da wir uns mit den Partnern darüber einig sind, dass diese Objekte aus Tansania, die in einem eindeutigen Gewaltkontext angeeignet wurden, nicht dauerhaft in Deutschland verbleiben sollten, freue ich mich, dass der Stiftungsrat mich nun bevollmächtigt hat, mit den zuständigen Stellen in Tansania eine Vereinbarung über eine Rückführung zu schließen.“

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