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Verschollen geglaubtes Gemälde von Bernhard Heisig kehrt nach Dresden zurück
Pressemitteilung vom 15.09.2026
Nach Recherchen von MHMBw und SPK befand sich Bernhard Heisigs verschollen geglaubtes Gemälde „Begegnung mit Bildern“ (ca. 1981) seit den späten 1980er Jahren als Leihgabe des Vorgängermuseums des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr (des Armeemuseums der DDR) im Bestand der Nationalgalerie in Berlin. Beide Häuser vereinbarten nun seine Rückführung an das MHMBw und sind sich einig: „Ein bedeutendes Werk kehrt zurück nach Dresden.“
Einladung zum Fototermin am 24. September 2026 um 14 Uhr im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr (MHMBw) in Dresden
Anwesend beim Fototermin:
- Wissenschaftlicher Rat Martin Rademacher, Stellv. Leiter Abteilung Sammlung und Forschung am MHMBw,
- Dr. Sven Haase, Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Provenienzforschung, Zentralarchiv Staatliche Museen zu Berlin / Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK),
- Wissenschaftliche Oberrätin Katja Protte, Leiterin Sachgebiet Kunst am MHMBw
Oberst Dr. Dr. Rudolf J. Schlaffer, Direktor des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr, erklärt: „Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr besitzt mehrere wichtige Gemälde von Bernhard Heisig. Dennoch ist es etwas ganz Besonderes, dass dieses Werk nach Dresden zurückkehrt. Der Ansatz von Heisig, die Begegnung mit Bildern vergangener Kriege als Chance zu sehen, nachzudenken und eine eigene Haltung zu entwickeln – dieser Ansatz prägt auch die Arbeit des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr.“
Marion Ackermann, Präsidentin der SPK, erklärt: „Nicht immer lässt sich die Provenienz von Kulturgut lückenlos rekonstruieren. Zentral ist es, die Geschichten transparent zu erzählen – mitsamt ihren Leerstellen. Auf der Grundlage unserer gemeinsamen Recherchen können wir dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden ein bedeutendes Werk zurückgeben, das jahrelang als nicht mehr existent galt.“
In Vorbereitung der kommenden Ausstellung „Kunst auf Kommando? Werke zur Nationalen Volksarmee der DDR“ forscht das Militärhistorische Museum der Bundeswehr verstärkt zu seinen Kunstbeständen aus der Zeit der DDR. Ein Gemälde Bernhard Heisigs mit dem Titel „Begegnung mit Bildern“ wurde in den 1980er Jahren im Armeemuseum der DDR unter der Nr. Hc-740 inventarisiert. Das Armeemuseum wurde im März 1990 in „Militärhistorisches Museum“ und 1994 in „Militärhistorisches Museum der Bundeswehr“ umbenannt. Das Bild Heisigs gehörte aber bis jetzt nicht zum Bestand des Dresdner Museums.
Ein Vermerk in der Online-Sammlungsdatenbank der Neuen Nationalgalerie Berlin zu einem Gemälde gleichen Titels von Heisig führte zu einer Anfrage in Berlin. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Neuen Nationalgalerie und des Zentralarchivs der Staatlichen Museen zu Berlin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz forschten zur Provenienz des dort aufgeführten Gemäldes „Begegnung mit Bildern“ von Bernhard Heisig. Da der Künstler mehrere Werke dieses Titels in verschiedenen Fassungen schuf, war die Frage der Werkidentität zentral. Nach dem Austausch der beteiligten Institutionen und ihrer Unterlagen kann es als sicher gelten, dass es sich bei dem in Berlin nicht inventarisierten, sondern als „Leihgabe“ geführten Gemälde um das verschollen geglaubte Bild aus Dresden handelt.
So sind die Maße des in den 1980er Jahren in Dresden inventarisierten Gemäldes mit dem Bild in Berlin identisch. Rückseitig auf dem Keilrahmen des Gemäldes ist „Hc-740“ vermerkt - die Dresdener Inventarnummer. Auf der Rückseite eines vermutlich in den 1990er Jahren aufgenommenen Fotos des Werks im Zentralarchiv der SMB-SPK ist zudem zu lesen: „Dauerleihgabe, Dresden: Militärhist. Museum, (Leih-Inv. 459)“. Unklar bleibt, seit wann und weshalb sich das Werk in der Sammlung der Nationalgalerie befunden hat.
Bernhard Heisig: „Begegnung mit Bildern“
Bernhard Heisig (1925 – 2011) schuf seit Ende der 1970er Jahre unter dem Titel „Begegnung mit Bildern“ mehrere Einzelwerke sowie ein Triptychon, von denen wiederum jeweils mehrere Fassungen existieren und existierten. Die komplizierte Entstehungsgeschichte erschwert es, die Werkidentität des in Dresden inventarisierten Bildes eindeutig zu bestimmen
„Begegnung mit Bildern“ (ca. 1981, Öl auf Leinwand, Höhe x Breite: 101 x 80 cm) ist ein Porträt von Heisigs jüngerem Sohn, Walter Eisler. Heisig bemerkte während eines Atelierbesuchs des Sohnes, der 1975 zum Militärdienst eingezogen wurde, die Ähnlichkeit der Uniform der NVA mit den Wehrmachtsuniformen. Durch die Begegnung mit Bildern seines Großvaters aus dem Ersten Weltkrieg und seines Vaters aus dem Zweiten Weltkrieg wollte Heisig seinen Sohn für die Kontinuität des deutschen Militarismus sensibilisieren. Im Hintergrund nimmt der Maler Bezug auf das Triptychon „Der Krieg“ von Otto Dix, ein Soldat aus dem Ersten Weltkrieg blickt über den Porträtierten hinweg.
Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden wird das Werk unmittelbar in seiner kommenden Ausstellung „Kunst auf Kommando? Werke zur Nationalen Volksarmee der DDR“ vom 9. Oktober 2026 bis 31. August 2027 zeigen.
ZUSAMMENFASSUNG
Wann: Donnerstag, 24. September 2026 um 14 Uhr
Akkreditierung vor Ort ab 13:30 Uhr möglich, oder ausgefülltes Akkreditierungsformular bitte bis Dienstag, den 22.09.2026 an mhmpressestelle@bundeswehr.org senden
Ort: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Olbrichtplatz 2
01099 Dresden
Pressekontakt: Pressestelle des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr Dresden
Hauptmann Tim Ochsmann
E-Mail: mhmpressestelle(at)bundeswehr(dot)org
Tel.: +49 0351 823 2759
www.mhmbw.de
Pressestelle der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Birgit Jöbstl
E-Mail: pressestelle(at)hv.spk-berlin(dot)de
Tel.: +49 30 26641 1440
www.preussischer-kulturbesitz.de
Weitere Informationen: Pressebereich des Militärhistorischen Museum der Bundeswehr

