Neubau und Generalsanierung des Hauses Unter den Linden

Das im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Stammhaus der Staatsbibliothek wird generalsaniert und durch Neubauten ergänzt. 2013 eröffneten der Allgemeine Lesesaal und der Rara-Lesesaal. Derzeit wird der südliche Teil des Gebäudes wiederhergestellt.

Rohkonstruktion der Kuppel (öffnet Vergrößerung des Bildes)Das Richtfest für den Wiederaufbau der Kuppel über dem Hauptportal markierte im Juli 2013 den Beginn des zweiten Bauabschnitts auch öffentlich. © BBR / Florian Profitlich

Generalsanierung nach Plänen von HG Merz

Das in den Jahren 1903 bis 1914 nach Plänen von Ernst von Ihne errichtete Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bombentreffer schwer beschädigt. In der DDR wurden zwar die dringendsten Raum- und Magazinprobleme gelöst, das Haus aber nicht grundlegend saniert. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz beschloss nach der Wiedervereinigung, das Gebäude wieder zu einer zeitgemäßen Bibliothek umzurüsten. Dazu waren umfangreiche Bau- und Sanierungsmaßnahmen nötig. Diese erfolgen nach Plänen des Architekturbüros HG Merz, das den internationalen Architekturwettbewerb 1999/2000 gewann.

Die technische Ausstattung, die Sicherheits- und Brandschutzanlagen des Altbaus werden zeitgemäßen Anforderungen angepasst. Als zentralen Neubau entwarf HG Merz einen gläsernen Kubus, in dem sich der neue Allgemeine Lesesaal befindet. Die Baumaßnahmen erfolgten und erfolgen bei laufendem Bibliotheksbetrieb.

Errichtung der Neubauten ist abgeschlossen

Wesentlicher Teil der Planungen für das Haus Unter den Linden der Staatsbibliothek war die Ergänzung durch Neubauten. Dabei handelt es sich um einen neuen Allgemeinen Lesesaal, den Rara-Lesesaal, ein neues Benutzungszentrum und das Digitalisierungszentrum. Seit März 2013 sind all diese Neubauten in Betrieb. Mit dem ersten Bauabschnitt wurde auch der Bau der Tresormagazine abgeschlossen, ebenso wie die Sanierung des nördlichen Teils des Altbaus.

Laufende Sanierungsmaßnahmen im südlichen Gebäudeteil

Seit 2012 wird in einem zweiten Bauabschnitt die südliche Hälfte des Gebäudekomplexes saniert. Dabei werden unter anderem die zentrale Erschließungsachse und die Kuppel über dem Hauptzugang des Gebäudes wiederhergestellt. Darüber hinaus werden fünf Sonderlesesäle instand gesetzt und ein Bibliotheksmuseum eingerichtet. Nach der Gesamtfertigstellung aller Gebäudeteile wird das Haus rund 650 Benutzerarbeitsplätze bieten. Die Fertigstellung ist für 2019 vorgesehen.