SPK-Magazin

Das SPK-Magazin berichtet über die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in ihrer ganzen Vielfalt. Es lässt Menschen zu Wort kommen, die mit Kreativität und persönlichem Einsatz die zahlreichen Aufgaben der Stiftung betreuen, und bezieht auch zu kulturpolitischen Fragen Stellung.

Editorial der aktuellen Ausgabe

Liebe Leserinnen und Leser,

Der von den Nazis betriebene Raub von jüdischem Kulturgut ist auch über 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs noch nicht bewältigt. Und das, obwohl sich viele Museen, Bibliotheken und Archive intensiv mit der Erforschung dieses Unrechts beschäftigen. 20 Jahre ist es inzwischen her, dass in Washington eine Konferenz stattfand, die die Grundlagen für die Aufarbeitung legte. Die Auswirkungen dieser Konferenz über Vermögenswerte der Holocaust-Ära auf die Kunstwelt waren fundamental. Die Initiatoren um Botschafter Stuart E. Eizenstat, der in diesem Heft zu Wort kommt, hofften, die offenen Fragen zur NS-Raubkunst bis zur Jahrtausendwende aufgearbeitet zu haben. Heute wissen wir, dass das nicht realistisch war. 

Dieses Magazin will aber auch davon erzählen, dass bereits viel geschehen ist. Wie wird eigentlich die Herkunft von Objekten erforscht, wie kommt es zu fairen und gerechten Lösungen und wie erinnert man an die vielen Sammler, Mäzene und Kunstfreunde, die die Nazis vertrieben oder ermordeten? Gerade davon berichtet Ralf Hanselle, wenn er den Spuren der Familie Saulmann in Pfullingen folgt.

Für uns in der SPK sind die Washingtoner Prinzipien und die darauf basierende „Gemeinsame Erklärung“ von Bund, Ländern und Kommunen seit Jahren Leitlinie für den Umgang mit nationalsozialistischem Raubgut. Die Stiftung hat in den vergangenen Jahrzehnten über 350 Kunstwerke und mehr als 2000 Bücher restituiert. Einige davon werden in diesem Heft vorgestellt. Wichtig wird in der Zukunft aber auch sein, wie wir jungen Menschen vermitteln, was damals geschah. Darüber spricht Gilbert Lupfer vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, mit dem die SPK und die KSL eine Tagung zum 20. Jahrestag der Konferenz in Berlin ausrichten. Ich danke dem Kuratorium Preußischer Kulturbesitz für die Unterstützung, die dieses Heft überhaupt möglich gemacht hat.

Hermann Parzinger
Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz   

Kontakt

Kristina Heizmann

Wissenschaftliche Referentin des Präsidenten

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