Max Hollein spricht über seinen Vater / Musik des Bauhauses in der Neuen Nationalgalerie / Erinnerungen an das alte Tiergartenviertel – „Utopie Kulturforum“ mit zahlreichen Begleitveranstaltungen

Pressemitteilung vom 22.10.2021

Im Rahmen des Ausstellungs- und Veranstaltungsprojektes „Utopie Kulturforum“ laden die Stiftung St. Matthäus, die Kunstbibliothek, das Kunstgewerbemuseum, die Neue Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatsbibliothek zu Berlin, die Stiftung Berliner Philharmoniker und das Ibero-Amerikanische Institut zu folgenden Veranstaltungen in den kommenden Wochen ein:

24.10., 11 Uhr, Vortragssaal Kunstgewerbemuseum: Stadtgespräch „Ein Atlantis der Moderne – Erinnerung an das alte Tiergartenviertel“

31.10., 20 Uhr, Neue Nationalgalerie: Konzert mit Musik des Bauhauses

4.11., 18 Uhr, Staatsbibliothek zu Berlin (Potsdamer Platz): Vortrag „Der Weg des Buches – Der Scharounbau zwischen Bücher- und Straßenverkehr“

11.11., 19 Uhr, St. Matthäus-Kirche: Stadtgespräch „More than this - Dys(u)topisches Denken in den Künsten“ 

18.11., 20 Uhr, Neue Nationalgalerie: Stadtgespräch: Max Hollein und Hermann Parzinger

23.11., 18 Uhr, Ibero-Amerikanisches Institut: Stadtgespräch „Geteiltes Wissen und Multiperspektivität“ 

•    Am Sonntag, den 24. Oktober, zur besten Matineezeit um 11 Uhr heißt es im Vortragssaal des Kunstgewerbemuseums „Ein Atlantis der Moderne – Erinnerung an das alte Tiergartenviertel“. Zu Gast bei diesem Stadtgespräch sind der Journalist Peter von Becker, die Autorin Kirsty Bell, der Architekturkritiker Nikolaus Bernau, die Hochschullehrerin und Denkmalpflegerin Gabi Dolff-Bonekämper und der stellvertretende Direktor der Kunstbibliothek Joachim Brand. Moderiert wird die Diskussion von Moritz Wullen. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Tiergartenviertel war mehr als nur der Wohnort der Oberschicht. Hier wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts Kunst geschaffen, gehandelt, gesammelt, ausgestellt, kommuniziert und kritisch reflektiert. Dieses „Atlantis der Moderne“ wartet noch auf seine Wiederentdeckung aus Bild- und Textquellen, architektonischen und städtebaulichen Spuren und den aufgezeichneten Erinnerungen seiner Bewohner*innen. Neben der seit dem Nationalsozialismus weitgehend verdrängten Geschichte des Ortes geht es in der Veranstaltung auch um die Methoden und die Notwendigkeit des Erinnerns.

•    Musik des Bauhauses erklingt am Sonntag, dem 31. Oktober, um 20 Uhr in einem Konzert in der Neuen Nationalgalerie. Zu Unrecht vergessen: Mitglieder der Berliner Philharmoniker erinnern mit diesem Konzert an verfolgte Komponisten der NS-Zeit, an Pavel Haas und Erwin Schulhoff, deren vielversprechendes Komponistenleben im Konzentrationslager ein grausames Ende fanden, sowie an Hanns Eisler und Ernst Toch, die dem Nazi-Terror durch Emigration entkamen. Außerdem erklingen zwei Werke des amerikanischen Komponisten Roger Tréfousse, der nahezu sämtliche Genres von der Kammermusik bis zur Filmmusik abdeckt.

•    Ein Vortrag von Dr. Hannah Wiemer von der Humboldt Universität zu Berlin in der Staatsbibliothek in der Potsdamer Straße widmet sich am Donnerstag, den 4. November um 18 Uhr dem Thema „Der Weg des Buches – Der Scharounbau zwischen Bücher- und Straßenverkehr“: Für Hans Scharouns Vision eines „geistigen Bandes“ von Kulturinstitutionen, sind Verkehrsverbindungen ein zentrales Element – wie auch für das Kastenförderbandsystem der Bücher in der Staatsbibliothek. Welche Verbindungen bestehen zwischen diesen so unterschiedlichen Bändern?

•    Zu einem Stadtgespräch unter dem Titel „More than this - Dys(u)topisches Denken in den Künsten“ treffen sich am Donnerstag, den 11. November, um 19 Uhr in der St. Matthäus-Kirche Helgard Haug von Rimini Protokoll, der Architekt Friedrich von Borries und der Künstler Mischa Kuball. Unter der Moderation von Ann-Katrin Günzel vom KUNSTFORUM International wird über künstlerisches Denken in der Gegenwart und in der Zukunft diskutiert. Welche Szenarien entwerfen sie und was bedeuten sie für unsere Gegenwart – nicht zuletzt im Berliner Kulturforum?

•    In der neuen Neuen Nationalgalerie trifft SPK-Präsident Hermann Parzinger am Donnerstag, den 18. November um 20 Uhr Max Hollein: Der heutige Direktor des Metropolitan Museums in New York war ein Kind, als sein Vater, der Architekt Hans Hollein damit beschäftigt war, das Berliner Kulturforum zu einem sinnvollen Ganzen zu verbinden. Heute ist der Direktor des Metropolitan Museums in New York selbst damit beschäftigt, Besucherinnen und Besucher für einen Ort der Kunst zu faszinieren. Und er stellt sich die Frage, was die Gäste heute von einem Museum erwarten – und was nicht. Wie kommen Museen mit Krisen klar und wie wird es mit Kulturquartieren generell weitergehen? Das Stadtgespräch moderiert Lisa Zeitz, die Chefredakteurin der „Weltkunst“.

•    Über „Geteiltes Wissen und Multiperspektivität“ wird bei einem Stadtgespräch am Dienstag, den 23. November um 18 Uhr im Ibero-Amerikanischen Institut diskutiert. Lateinamerika mit seinen verschiedenen Ländern hat einen geografischen und auch imaginären Ort am Kulturforum, das Ibero-Amerikanische Institut (IAI), das sich dem wissenschaftlichen und kulturellen Austausch mit Lateinamerika, der Karibik, Spanien und Portugal widmet. Ausgehend von seinem genuin internationalen, multidisziplinären Profil möchte das IAI gemeinsam mit Vertreter*innen anderer Mittlerinstitutionen und Kulturschaffenden darüber nachdenken, wie kulturelle Verflechtungen und außereuropäische Perspektiven stärker in den Fokus der Auseinandersetzung genommen werden können.

Das Berliner Kulturforum ist ein Produkt utopischen Denkens. Auferstanden aus Ruinen hat es nicht nur einige der wichtigsten kulturellen Institutionen Berlins in Architekturikonen der Moderne hervorgebracht, sondern auch hunderte von nicht verwirklichten Entwürfen, die sich an der Leerstelle einer Nachkriegsbrache entzündeten. Schon seine Vorgeschichte erzählt eine ambivalente Utopiegeschichte: von der frühen Italiensehnsucht Preußens im alten Tiergartenviertel über die Großmachtfantasien der Nationalsozialisten („Welthauptstadt Germania“) bis hin zu den Träumen einer West-Berliner Museumsinsel, Kultur-Campus der freien Welt wenige Meter entfernt von der Mauer. 
Die am Kulturforum versammelten Institutionen erkunden diese Utopie-Geschichte erstmals gemeinsam: Auf Initiative der Stiftung St. Matthäus, Kulturstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) und mit Unterstützung des Hauptstadtkulturfonds, haben sich die Kunstbibliothek, das Kunstgewerbemuseum und die Neue Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin sowie die Staatsbibliothek zu Berlin, das Ibero-Amerikanische Institut und die Stiftung Berliner Philharmoniker zusammengetan, um sich in Ausstellungen, künstlerischen Interventionen und Stadtgesprächen den utopischen Potentialen ihrer eigenen Häuser und des Kulturforums als Ganzem in Geschichte und Gegenwart zu widmen. 

In den umliegenden Häusern treten einzelne Aspekte dieser Geschichte zutage: Die St. Matthäus-Kirche als Erinnerungszeichen eines verschwundenen Stadtteils, Hans Scharouns Vision einer hierarchiefreien Musik- und Leselandschaft in Philharmonie und Staatsbibliothek, Mies van der Rohes visionäre Verbindung von Kunst und Stadt in der Nationalgalerie bis hin zu Rolf Gutbrods unvollendetem Versuch eines Forums mit Verbindungen über den Landwehrkanal und hin zum Tiergarten. Die historischen Perspektiven werden in den künstlerischen Interventionen und den Stadtgesprächen der einzelnen Häuser zu Sprungbrettern in die Gegenwart. 

Weitere Informationen über das Projekt „Utopie Kulturforum“ finden Sie auf der Homepage: www.utopie-kulturforum.berlin.

Pressefotos: www.preussischer-kulturbesitz.de/newsroom/presse/pressebilder.html

Kontakte:
Stiftung St. Matthäus:
Pfarrer Hannes Langbein; info@stiftung-stmatthaeus.de
Pressekontakt: Katrin Geuther; geuther@stiftung-stmatthaeus.de
www.stiftung-stmatthaeus.de
Stiftung Berliner Philharmoniker:
Oliver Hilmes; o.hilmes@berliner-philharmoniker.de
Pressekontakt: Elisabeth Hilsdorf; e.hilsdorf@berliner-philharmoniker.de
www.berliner-philharmoniker.de  
Staatliche Museen zu Berlin:
Kunstbibliothek: Joachim Brand; j.brand@smb.spk-berlin.de
Kunstgewerbemuseum: c.banz@smb.spk-berlin.de; www.smb.kunstgewerbemuseum
Neue Nationalgalerie: Fiona Geuß (Presse); f.geuss@smb.spk-berlin.de
www.smb.museum
Staatsbibliothek zu Berlin:
Fachkontakt: gudrun.nelson-busch@sbb.spk-berlin.de
Pressekontakt: jeanette.lamble@sbb.spk-berlin.de
www.staatsbibliothek-berlin.de
Ibero-Amerikanisches Institut
Fachkontakt: roemer@iai.spk-berlin.de
Pressekontakt: presse@iai.spk-berlin.de
www.iai.spk-berlin.de
 

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