Nationalsozialistischer Kunstraub: Provenienzforscher aus Deutschland und Amerika etablieren Netzwerk

Pressemitteilung vom 30.10.2019

German/American Provenance Research Exchange Program (PREP) zu Ende gegangen: Transatlantisches Netzwerk hat sich etabliert

In Washington ist der Deutsch-Amerikanische Austausch zur Provenienzforschung in Museen, kurz PREP, zu Ende gegangen. Zum sechsten Mal trafen sich Museumsexpertinnen und -experten aus 25 deutschen und amerikanischen Institutionen, die sich auf Provenienzforschung zur Zeit des Nationalsozialismus spezialisiert haben, um sich zu vernetzen und über neue Projekte und Ergebnisse der Forschung auszutauschen. 

Ungewöhnlich an dem 2017 gestarteten Projekt PREP ist, dass nicht die Erarbeitung konkreter gemeinsamer Arbeitsergebnisse im Fokus stand, sondern die nachhaltige Vernetzung. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sollte insbesondere der Freiraum gegeben werden, gemeinsam Ideen für künftige Projekte zu entwickeln.

In jedem der drei Projektjahre trafen sich jeweils ca. 25 Experten aus Deutschland und den Vereinigten Staaten in je zwei einwöchigen Workshops. Zentrale Themen waren dabei die Forschungsstrukturen und Archivressourcen in beiden Ländern, der rechtliche Rahmen der Arbeit aber auch die Frage, wie die Ergebnisse der Provenienzforschung besser an die Öffentlichkeit vermittelt werden können. Zum Abschlussworkshop in Washington, der auch in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Institut in Washington stattfand, waren Teilnehmer aller drei PREP-Jahrgänge und zahlreiche Gäste angereist. In zwei öffentlichen Podiumsdiskussionen wurde die Bedeutung des internationalen Austauschs in der Provenienzforschung beleuchtet und schließlich der Bogen zur Provenienzforschung an Objekten aus kolonialen Kontexten geschlagen. 
 
Im Rahmen des Projektes ist es gelungen, ein lebendiges, ständig wachsendes Netzwerk von Experten aus Deutschland und den Vereinigten Staaten ins Leben zu rufen. Bereits beim Abschlussworkshop wurde deutlich, dass im Rahmen von PREP die Grundlage für zahlreiche weitere Projekte und Forschungskooperationen gelegt werden konnte. Geplant ist zum Beispiel eine gemeinsame Publikation zum Schicksal von archäologischem Kulturgut in der NS-Zeit, die im Jahre 2020 als Sonderausgabe im RIHA Journal erscheinen wird. Im Rahmen von PREP wurde auch die Idee zu dem Workshop 'Pillage is formally prohibited.' Provenance Research on East Asian Art #3 entwickelt, der am 08. und 09. November 2019 vom Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der University of Glasgow veranstaltet wird und im Museum für Asiatische Kunst stattfindet. Die Ergebnisse von PREP sollen schließlich auch dauerhaft und öffentlich in einer Online-Publikation dokumentiert werden, die das Getty Research Institute hosten wird. 

Organisiert wurde PREP von der Smithsonian Institution und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz/ Staatliche Museen zu Berlin in Zusammenarbeit mit dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Getty Research Institute in Los Angeles, dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Kooperiert wurde auch mit dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg. Vorsitzende des Programms waren Richard Kurin, amtierender Provost der Smithsonian Institution, und Hermann Parzinger, Präsident der SPK. PREP wurde insbesondere vom German Program for Transatlantic Encounters und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziell unterstützt.

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