SPK-Magazin

Das SPK-Magazin berichtet über die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in ihrer ganzen Vielfalt. Es lässt Menschen zu Wort kommen, die mit Kreativität und persönlichem Einsatz die zahlreichen Aufgaben der Stiftung betreuen, und bezieht auch zu kulturpolitischen Fragen Stellung.

Editorial der aktuellen Ausgabe

Liebe Leserinnen und Leser,

Ich schreibe dieses Editorial nach einem für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sehr glücklichen Tag. Gerhard Richter hat sich entschlossen, der Nationalgalerie seinen erschütternden Zyklus „Birkenau“ für das neue Museum des 20. Jahrhunderts am Kulturforum zur Verfügung zu stellen. Und nicht nur das. Über 100 weitere Arbeiten des Künstlers soll das im Bau befindliche Haus von Herzog & de Meuron künftig zeigen. Gerhard Richter hat sich für einen Ort entschieden, an dem das zurückliegende Jahrhundert mit seinen Verwerfungen besonders spürbar ist. Hierher fuhr man einst, um die Moderne in den Galerien von Alfred Flechtheim und Herwarth Walden zu sehen. Nur Jahre später missbrauchte Albert Speer die Gegend für die wahnwitzigen Pläne seiner Welthauptstadt Germania. Die Kulissen der Diktatur wurden weggeräumt, als Hans Scharoun und Ludwig Mies van der Rohe mit der Philharmonie und der Neuen Nationalgalerie Symbole der freien Kunst und der freien Welt in die Nähe der Berliner Mauer setzten. Als diese fiel, rückten das Land und die Kultur wieder zusammen, aber der Ort blieb ein besonderer.

Wir wollen Sie mit diesem Heft zu einem Spaziergang durch das Kulturforum animieren, das nicht nur aus faszinierender Architektur, sondern aus Kunst, Musik, Wissenschaft und Literatur gebaut ist. Lange fehlte eine starke Verbindung in diesem Quartier. Mit dem Museum des 20. Jahrhunderts der Nationalgalerie, das auch vom Kupferstichkabinett und der Kunstbibliothek bespielt wird, sollte das gelingen. Das neue Haus – ermöglicht vom deutschen Parlament und der Kulturstaatsministerin – ist nicht irgendein weiterer Bau für die Kulturstadt Berlin. Hier kann nun endlich eine der bedeutsamsten Sammlungen zur Kunst des 20. Jahrhunderts in der ganzen Breite gezeigt werden. Rund 6.000 Werke sind derzeit eingelagert, darunter Werkgruppen von Künstlern wie Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Hannah Höch, Nam June Paik, Andy Warhol, Werner Tübke oder Wolfgang Mattheuer.

Sollte es die Pandemie zulassen, kommen Sie doch bitte nach Berlin! Während die Bagger über die neue Museumsbaustelle rollen, eröffnen wir gleich gegenüber die Neue Nationalgalerie nach Jahren der Sanierung wieder. Von diesem Tempel der Kunst hat man einen wunderbaren Blick auf dieses Kulturforum, auf dieses besondere Stück Berlin und Deutschland.

Hermann Parzinger
Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz   

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