Das Museum Berggruen wächst

Pressemitteilung vom 30.05.2008

Das Museum Berggruen in Berlin-Charlottenburg wird nach den Plänen des Architekturbüros Kuehn Malvezzi erweitert werden. Das ist seit heute das Ergebnis eines Auswahlverfahrens. Die Erweiterung steht im Zusammenhang mit über siebzig hochkarätigen längerfristigen Leihgaben, die die Familie Berggruen dem Museum zur Verfügung stellt. Bei der heutigen Präsentation des Entwurfs sind Bettina Berggruen und die vier Kinder des im vergangenen Februar verstorbenen Sammlers und Mäzens Heinz Berggruen anwesend.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: „Ich freue mich sehr, dass die Familie Berggruen durch ihre Großzügigkeit das Engagement und Wirken von Heinz Berggruen für Berlin fortsetzt. Nach der baulichen Erweiterung, die die Stiftung durch die Unterstützung von Bund und Land Berlin realisieren kann, wird das Museum Berggruen, dieses Kleinod der Berliner Museumslandschaft, auch im internationalen Vergleich noch heller strahlen.“

Die Familie hatte schon kurz nach dessen Tod betont, dass sie nicht nur großes Interesse an der weiteren Förderung des Museums Berggruen, sondern auch an einem Ausbau der Sammlung hat. Die hinzukommenden Werke von Picasso, Matisse, Cézanne und Klee werden die bisherige Dauerausstellung „Picasso und seine Zeit“, die seit ihrer Eröffnung 1996 weit über 1,5 Millionen Besucher aus aller Welt begeisterte, auf das Beste ergänzen. Als Bekenntnis zu Berlin und zum Museum rief die Familie im Juli 2007 auch den „Förderkreis des Museum Berggruen e.V.“ ins Leben, der die Ausstellungstätigkeit des Museums unterstützen und begleiten wird. Neben der Familie Berggruen gehören ihm auch Michael Blu¬menthal, Peter Raue, Michael Naumann und Simon de Pury, Klaus-Dieter Lehmann und Peter-Klaus Schuster an.

Um die vergrößerten Bestände des Museums Berggruen sinnvoll anzuordnen und ange¬messen zu präsentieren, wird das im westlichen Stülerbau (Schloßstr. 1) untergebrachte Museum räumlich erweitert. Das Land Berlin stellt dafür die angrenzende Liegenschaft Spandauer Damm 17 der Stiftung Preußischer Kulturbesitz dauerhaft und unentgeltlich zur Verfügung. Die zwei benachbarten Gebäude sollen künftig als bauliche und funktionale Einheit genutzt werden. Der Haupteingang mit Kasse, Garderobe und Buchladen bleibt wie bisher im Stülerbau West. Das Gebäude Spandauer Damm 17 wird etwa 800 Quadratmeter zusätzliche Fläche für museale Zwecke bieten. Nach seiner Herrichtung werden in dem Erweiterungsbau auf drei Geschossen Ausstellungsflächen entstehen. Außerdem werden im Dachgeschoss Räume für die zur Ausstellung und Betreuung nötigen Funktionen hinzugewonnen, die bisher nur unzureichend vorhanden waren. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz trägt die Kosten für den Umbau (4,2 Mio. Euro) sowie die laufenden Kosten. Während der Bauzeit (Ende 2009 – Ende 2011) wird das Museum weiter geöffnet bleiben.

Das Ziel, das Gebäude Spandauer Damm 17 zu erschließen und eine Verbindung zum westlichen Stülerbau zu schaffen, erfüllt das einstimmig ausgewählte Entwurfskonzept des Büros Kuehn Malvezzi in betont zurückhaltender und für die Belange der Denkmalpflege sensibler Weise. Der eingeschossige, gläserne Verbindungsbau stellt einen Kontrast zu den angrenzenden steinernen historischen Gebäuden dar, vermittelt aber als Belvedere geschickt zwischen Innen- und Außenbereich. Er fügt sich zurückhaltend zwischen die denkmalgeschützten Bauten ein, die weiterhin als Solitäre wirken. Seine Grundfläche ist auf ein Mindestmaß reduziert. Der hochwertige Baumbestand im Gartenbereich, der künftig ebenfalls für das Museum genutzt wird, bleibt erhalten. Das Entwurfskonzept überzeugte durch seine klare und minimalistische Haltung in einer bewusst zeitgenössischen Architektursprache.

Das Architekturbüro Kuehn Malvezzi hat für die Stiftung bereits erfolgreich die Rieck-Hallen umgebaut und mit dem Hamburger Bahnhof verbunden. Ab Herbst 2008 wird das Kunstgewerbemuseum Berlin am Kulturforum nach den Plänen der Architekten ein neues Foyer und eine Präsentationsmöglichkeit für die Mode- und Kostümsammlung erhalten. Ihre Erweite¬rung des Museums Berggruen wird dem kulturellen Ensemble Charlottenburg einen neuen Glanzpunkt hinzufügen.

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