KEK fördert vier Projekte der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Pressemitteilung vom 16.07.2026

Akten aus Westphalen, bislang geheime Aufzeichnungen zu einer nordindischen Musiktradition, 25 Fotografien und 200.000 Theaterzettel – Restaurierungsprojekte in vier SPK-Einrichtungen im KEK-Förderprogramm „Schriftliches Kulturgut erhalten“

Vier Projekte der Stiftung Preußischer Kulturbesitz werden im Rahmen des neuen Förderprogramms „Schriftliches Kulturgut erhalten“ der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) gefördert. Damit können einzigartige Akten des Königreichs Westphalen, bislang geheime Aufzeichnungen einer bedeutenden nordindischen Musikerfamilie, historische Fotografien des internationalen Kongresses für Archäologie und Anthropologie in Sarajevo sowie eine umfangreiche Sammlung historischer Theaterzettel gesichert werden. Die Projekte zeigen die Vielfalt des schriftlichen Kulturguts in den Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die unterschiedlichen Anforderungen an dessen Erhaltung.

Marion Ackermann, Präsidentin der SPK, betont: „Die Sammlungen, Archive und Bibliotheken der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bewahren einzigartige Originale unseres kulturellen Gedächtnisses. Sie zu erhalten und zugleich für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich zu machen, gehört zu unseren wichtigsten Aufgaben. Die Einrichtung der KEK vor etwas mehr als zehn Jahren war ein großer Gewinn für alle Kulturgut erhaltenden Einrichtungen in Deutschland.“

Im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz wird der Bestand „V. HA Königreich Westphalen“ konservatorisch gesichert. Die unikalen handschriftlichen Überlieferungen aus dem frühen 19. Jahrhundert sind zentrale Quellen zum Königreich Westphalen, das von 1807 bis 1813 bestand. Die Reinigung und Neuverpackung der Akten ermöglicht deren langfristige Erhaltung und schafft die Grundlage für eine vertiefte Erschließung sowie eine spätere Digitalisierung. 

Im Ethnologischen Museum / Museum für Asiatische Kunst werden die „Dagar Diaries“ restauriert. Diese Handschriften einer der bedeutendsten Musikerfamilien Nordindiens enthalten wertvolle Informationen zur Dhrupad-Tradition, einer der ältesten Gattungen der nordindischen klassischen Musik, und zu deren bislang geheimen Gesangstechniken und -übungen. Auf Wunsch des letzten männlichen Lehrers der Dagar-Schule wurden die Aufzeichnungen an eine öffentliche Institution gegeben, damit dieses bislang geheime Familienwissen der Öffentlichkeit zugänglich wird. Die bislang kaum erforschten Aufzeichnungen versprechen neue Erkenntnisse zur Geschichte dieser Musiktradition. 

Das Museum Europäischer Kulturen bewahrt eine Holzkassette mit 25 Fotografien des internationalen Kongresses für Archäologie und Anthropologie in Sarajevo aus dem Jahr 1894. Die Aufnahmen dokumentieren Exkursionen der Kongressteilnehmenden – darunter auch Rudolf Virchow – sowie Begegnungen mit der lokalen Bevölkerung. Das Konvolut gilt als frühes Beispiel wissenschaftlich motivierter Fotografie im ethnografischen Kontext. Im Rahmen des Projekts werden die Fotografien und ihre Kassette konservatorisch gesichert, um sie langfristig für Forschung, Ausstellung und digitale Vermittlung zu erhalten bleiben.

Die Staatsbibliothek zu Berlin restauriert seine Sammlung historischer Theaterzettel, eine der wichtigsten Quellen für die Theater-, Musik- und Aufführungsgeschichte. Die Sammlung umfasst mehr als 200.000 Theaterzettel vom Ende des 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Rahmen des dreijährigen Projekts werden besonders gefährdete Theaterzettel restauriert und neu verpackt. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen den Bestand künftig zu katalogisieren, digitalisieren und wieder für die Forschung nutzbar zu machen.

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