Presseeinladung: Museen in Berlin und Dresden erinnern an Egidio Marzona

Pressemitteilung vom 03.07.2026

Gedenkfeier der SPK am 10. Juli 2026 im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart. Staatliche Kunstsammlungen Dresden richten im Oktober ein Symposium aus

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Staatlichen Kunstsammlungen
Dresden erinnern an den Kunstsammler und Mäzen Egidio Marzona,
der im März dieses Jahres in Berlin verstorben ist. Die SPK richtet gemeinsam
mit der Familie am 10. Juli 2026 eine Gedenkfeier im Hamburger
Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart aus, bei der SPK-Präsidentin
Marion Ackermann, der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen
Dresden, Bernd Ebert, der Direktor des Hamburger Bahnhof –
Nationalgalerie der Gegenwart, Till Fellrath, der vormalige Leiter des
Hamburger Bahnhofs, Eugen Blume, die Direktorin des Kupferstichkabinetts,
Dagmar Korbacher, der Direktor der Kunstbibliothek, Moritz Wullen,
der Direktor der Neuen Nationalgalerie, Klaus Biesenbach, und Monika
Branicka sprechen werden.

Wir laden Sie herzlich ein zur Gedenkfeier
am Freitag, 10. Juli, 16 Uhr (Einlass: ab 15.30)
im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart

Bei Interesse bitten wir Sie um Anmeldung unter https://pretix.eu/spkpresse/
Marzona-Presse/bis spätestens Mittwoch, 8. Juli 2026. Wir bitten
um Verständnis, dass aufgrund des begrenzten Platzes ggf. nicht
alle Akkreditierungswünsche berücksichtigt werden können und eine Bestätigung
zwingend erforderlich. Wir informieren Sie so rasch wie möglich
über Ihre Teilnahmemöglichkeit.

Egidio Marzona hat in mehr als 50 Jahren eine der umfangreichsten Sammlungen zur Kunst des 20. Jahrhunderts zusammengetragen, die heute in Dresden und in Berlin untergebracht ist. Zwischen 2002 und 2014 übernahm die SPK (teils als Ankauf, teils als Schenkung) seine mehr als 600 Kunstwerke und 22.000 Archivalien umfassende Sammlung zur Minimal Art, Conceptual Art, Land Art und Arte Povera. Zurzeit befindet sie sich im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, in der Neuen Nationalgalerie, dem Kupferstichkabinett und der Kunstbibliothek in Berlin und soll künftig im „berlin modern“ gezeigt werden. 2025 schenkte Egidio Marzona der Kunstbibliothek der SPK äußerst seltene, von Künstler*innen gestaltete Bücher der Konzeptkunst aus den 1960er Jahren.

Archiv der Avantgarden in Dresden mit seinem Namen verbunden 

Im Archiv der Avantgarden – Egidio Marzona (ADA) in Dresden findet am 2. und 3. Oktober 2026 ein wissenschaftliches Symposium zu seinen Ehren statt. Am 3. Oktober hätte der Sammler und Mäzen seinen 82. Geburtstag gefeiert. Egidio Marzona schenkte 2016 seine auf rund 1,5 Millionen Werke und Objekte angewachsene Sammlung zu den künstlerischen Avant-garden des 20. Jahrhunderts an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Mit der Eröffnung im Mai 2024 nahm das ADA im eigens umgebauten „Blockhaus“ am Dresdner Elbufer als Museum, internationales Forschungszentrum und Archiv seine Arbeit auf. Vom Kunstkritikerverband AICA Deutschland wurde es zum „Museum des Jahres 2024“ gekürt.

Von Bauhaus bis Arte Povera, von Konzeptkunst bis zur Land Art

Bereits in jungen Jahren erwarb Egidio Marzona erste Werke zeitgenössi-scher Kunst und betätigte sich als Galerist in Bielefeld und Düsseldorf. Ab den 1970er Jahren gab er als Verleger seiner Edition Marzona Publika-tionen zu den Themen Bauhaus, Fotografie, Typografie und Architektur heraus. Zunehmend widmete er sich gänzlich dem Auf- und Ausbau seiner Kunstsammlung, die sich zunächst auf die damals aktuellen Kunst-strömungen Minimal Art, Conceptual Art, Land Art und Arte Povera konzentrierte. Sukzessive weitete er seine Sammlung auf das gesamte 20. Jahrhundert aus und trug parallel dazu ein umfangreiches Archiv aus Briefen, Fotografien, Ephemera, Zeitschriften und Büchern zusammen, da sein Interesse nicht nur den Kunstwerken selbst, sondern auch dem Prozess ihrer Entstehung galt.

Für Marzona war es elementar, seine Sammlungen – im Sinne der Kunst als Allgemeingut – der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. In Villa di Verzegnis im Friaul, woher seine Familie väterlicherseits stammt, richtete der Sammler ab 1989 einen Skulpturenpark mit Werken von unter anderem Bruce Nauman, Richard Long, Sol LeWitt und Carl Andre ein. Er war unter anderem Mitglied des Board of Trustees des Museum of Modern Art/PS1 in New York und gehörte zu den Mitinitiatoren der Kunst-Werke Berlin. 2014 wurde Marzona mit dem Verdienstorden des Landes Berlin ausgezeichnet.

Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsens, sagt: „Egidio Marzona hat Außergewöhnliches vollbracht – als Sammler, Mäzen und Visionär. Seine Schenkung von rund 1,5 Millionen Objekten an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden war und ist ein großer Glücksfall für das Kulturland Sachsen und weit darüber hinaus. Für dieses einzigartige Vertrauen sind wir ihm unendlich dankbar. Es ist uns und wird uns in Sachsen immer wichtig sein, dieses Erbe zu bewahren und weiterzuentwickeln. Tatsächlich ist mit dem Archiv der Avantgarden in Dresden ein international bedeutsamer Ort für die Kunst der Moderne entstanden. Es ist ein Magnet für Kunstinteressierte aus dem In- und Ausland, Ort des Austauschs und der Begegnung und wird Egidio Marzonas Lebenswerk dauerhaft lebendig halten.“ 

Marion Ackermann, Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, erklärt: „Die Berliner Sammlungen verdanken Egidio Marzona enorm viel. Wenn wir in einigen Jahren ‚berlin modern‘ am Kulturforum eröffnen werden, dann wird seine Sammlung die Narrative noch einmal verstärken. Bei Marzona ging es nie nur um einzelne Objekte des 20. Jahrhunderts, sondern um die Prozesse der Avantgarde. Eine Schule des Sehens, wenn man so will. Ein Bild von Max Ernst war ihm genauso wichtig wie eine Eintrittskarte. Von ihm bleibt die Kraft, die darin steckt, sich mit der Ideengeschichte eines ganzen Jahrhunderts aufzuladen. Gerade deshalb bleibt Egidio Marzona unvergessen.“ 

Bernd Ebert, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, hebt hervor: „Ich bin außerordentlich dankbar dafür, dass ich Egidio Marzona noch persönlich erleben durfte, um mich mit ihm über sein bewegtes Leben als Galerist, Verleger und Kunstsammler sowie seine Vision für das Archiv der Avantgarden auszutauschen. Sein Wunsch, die umfangreiche Sammlung wissenschaftlich zu erschließen und weithin sichtbar zu machen, wird durch die Forschenden am Archiv und das Team der SKD in seinem Sinne auch künftig mit Leben erfüllt.“ 

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