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Demokratietag am 7. Juni beim Inselfest: Wem gehört Schwarz-Rot-Gold?
Pressemitteilung vom 21.05.2026
Einrichtungen aus ganz Deutschland präsentieren sich am UNESCO-Welterbetag auf der Museumsinsel Berlin – Performance von Gabriele Stötzer – Jugend debattiert zur Wehrpflicht und Kultursoli – Parcours zur Demokratiegeschichte – Julia Ruhs, Paul Nolte und Crawford Matthews diskutieren in der James-Simon-Galerie
Beim Inselfest 2026 wird der Sonntag im Zeichen der Demokratie stehen. Anlass ist das diesjährige Motto des UNESCO-Welterbetags „Gemeinsam für Frieden und Verständigung“. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat deshalb deutschlandweit Partnereinrichtungen auf die Museumsinsel Berlin eingeladen, um über das Erbe und die Zukunft der Demokratie, über Werte wie Freiheit, Weltoffenheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu diskutieren. Dabei sind die Stiftung Hambacher Schloss, die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, die Stiftung Berliner Mauer, das Schwule Museum, die Bertelsmann-Stiftung, die Gemeinnützige Hertie-Stiftung, visitBerlin und die Berliner Bestspiele mit Gropius Bau.
Zentrum des Demokratietags ist die James-Simon-Galerie. Das Programm beginnt am 7. Juni um 11 Uhr im Auditorium der James-Simon-Galerie mit einem Gespräch von Zeitzeuginnen der Berliner Mauer, die über ihre Kindheit in der geteilten Stadt berichten werden. Eingeladen dazu hat die Stiftung Berliner Mauer.
Eine Stunde (12 Uhr) später trifft sich „Jugend debattiert“ am selben Ort, um über die Frage zu diskutieren, ob die Aussetzung der Wehrpflicht rückgängig gemacht werden soll. Bei diesem Format der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung lernen Schülerinnen und Schüler aus weiterführenden Schulen, fair, konstruktiv und regelbasiert zu streiten. Bei einer zweiten Schaudebatte um 14.30 Uhr geht es dann darum, ob in Deutschland ein Solidaritätsbeitrag eingeführt werden soll, um das öffentliche kulturelle Leben zu finanzieren.
Der Kampf um Freiheit und Demokratie von 1989 bis heute steht im Mittelpunkt eines von visitBerlin und weiteren Initiatoren der „Berlin Freedom Week“ organisierten Panels um 13 Uhr, zu dem die iranische Dissidentin Neda Soltani, die aus Belarus stammende Vertreterin des RAZAM e.V., Sophija Savtchouk, und Frank Ebert, der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, erwartet werden.
Ist Schwarz-Rot-Gold nationalistisch verpönt oder Ausdruck eines stolzen Patriotismus? Wer darf oder soll dieses Nationalsymbol verwenden? Diese und andere Fragen stellt die Stiftung Hambacher Schloss ab 14.30 Uhr und verspricht eine kontroverse Podiumsdiskussion. Zu den Gästen zählen die Journalistin Julia Ruhs, der Historiker und Leiter des Bereichs Neuere Geschichte / Zeitgeschichte an der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Paul Nolte, und der Kurator des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig, der britische Historiker Dr. Crawford Matthews.
Ob und wie die Museumsinsel auch queer gelesen werden kann, interessiert die Künstlerin gabi garland. Im Auftrag des Schwulen Museums sucht sie auf dem Demokratietag nach queeren Personen, Codes und Symbolen, um sie auf die Bühnenleinwand im Auditorium zu bringen (14 und 15.30 Uhr).
Im Löwenfoyer der James-Simon-Galerie können Besucherinnen und Besucher außerdem bei Mitmachangeboten zentrale Orte und Entwicklungen der deutschen Demokratiegeschichte kennenlernen, , historische Schauplätze entdecken und das eigene Wissen spielerisch testen.
Weitere Programmpunkte des Demokratietages finden im Kolonnadenhof statt: Die Stiftung Berliner Mauer beschäftigt sich von 14 bis 17 Uhr in einem offenen Kunstworkshop mit der Frage, was aus den Zukunftsvisionen der East Side Gallery geworden ist und wie eine demokratische Zukunft heute aussieht. Gemeinsam mit der Künstlerin Shay Tova Govhary können die Gäste des Demokratietages eine mehrere Meter lange Leinwand gestalten.
Ein Höhepunkt des Demokratietages dürfte der Auftritt der KünstlerinGabriele Stötzer sein, die in diesem Jahr den Goslarer Kaiserring erhält und ab 19. Juni mit einer großen Werkschau unter dem Titel „Dabei sein und nicht schweigen“ im Gropius Bau vertreten sein wird. Zur Zeit der DDR-Diktatur trafen sich das Ensemble für Intuitive Musik Weimar (EFIM) und Gabriele Stötzer als Leiterin einer Untergrundgalerie, um im Geheimen Werke des als spätbürgerlich dekadent diffamierten Komponisten Karlheinz Stockhausen aufzuführen. Mit ihrem assoziativen Text „Freiheit“ und der darüber reflektierenden Musik entsteht ab 16 Uhr im Kolonnadenhof ein Wort-Klang-Gerüst, das die Gäste des Museumsinselfestes in die Räume ihrer verborgenen Visionen führt.
Zum Abschluss des Tages stellen sich die Partnerinnen und Partner des Demokratietages ab 17 Uhr auf der großen Open-Air-Bühne den Fragen von Moderatorin Nadine Heidenreich – SPK-Vizepräsident Gero Dimter, der Intendant der Berliner Festspiele, Matthias Pees,, die Geschäftsführerin des Schwulen Museums, Birga Meyer, der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Axel Klausmeier, der Direktor der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, Kai-Michael Sprenger, und der Wissenschaftliche Geschäftsführer der Stiftung Hambacher Schloss, Kristian Buchna.
Neben den Angeboten des Demokratietages wird es auf der Museumsinsel Berlin am gesamten Wochenende ein umfangreiches Programm für alle Altersgruppen geben. Viele Angebote sind kostenfrei – so mehr als 100 Führungen und zahlreiche Drop-in-Workshops. Verpflegung gibt es im Food-Court vor der James-Simon-Galerie. Mit dem Museumsinselfest-Tagesticket zum Sonderpreis von 16 Euro (erm.: 8 Euro) können alle Museen der Insel sowie die Friedrichswerdersche Kirche und das PETRI Berlin besucht werden, der Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist wie immer frei. Wer eine Jahreskarte besitzt (vor Ort erwerbbar), kann eine weitere Person kostenfrei in die Museen mitnehmen.
Das gesamte Programm des zweitägigen Inselfestes (6. und 7. Juni 2026) mit dem Demokratietag unter: www.mi200.de
Zitate
„Der Demokratietag auf der Museumsinsel wird sich nicht in Sonntagsreden ergehen, sondern zeigen, dass unser Wertefundament bewahrt und verteidigt werden muss. Und, dass Demokratie harte Arbeit ist. Ich bin glücklich, dass wir bundesweit so viele Partner gewonnen haben, die mit uns am UNESCO-Welterbetag ein starkes Zeichen für Freiheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt senden wollen. Gerade von der Museumsinsel, die als ‚Freistätte für Kunst und Wissenschaft‘ für Weltoffenheit, Toleranz und die Überzeugung steht, dass die Kulturen der Welt aufeinander aufbauen.“ – Prof. Dr. Marion Ackermann, Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
„Der Demokratietag sensibilisiert für Demokratie und lädt dazu ein, ihre Geschichte, Traditionen und prägenden Orte zu entdecken. Als Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte machen wir diese Wurzeln auf der Museumsinsel spielerisch, nahbar und im direkten Austausch erlebbar – und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Demokratiebildung.“ –
Dr. Kai-Michael Sprenger, Direktor der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte
„Die Demokratie lebt vom fairen, respektvollen Austausch, dem Aushandeln von Werten und den daraus resultierenden politischen Projekten. Demokratie ist somit auch eine Kultur, die Menschen leben. Deswegen bringen wir mit Jugend debattiert ein Beispiel für gelungene Konfliktkultur und konstruktiven Streit zum Demokratietag auf die Museumsinsel. Das Debattieren hat seinen Ursprung in der aristotelischen Rhetorik im antiken Griechenland. Diesen Bogen aus den Museen und ihren wunderbaren Ausstellungen in die Gegenwart schlagen wir mit jungen Menschen, die Spaß am fairen Streiten finden. Als Hertie-Stiftung stärken wir somit Debattenkultur und Demokratie im Alltag.“ – Dr. Jan-Jonathan Bock, Leiter von Jugend debattiert sowie des Berliner Büros der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung
„Wir leben in einer herausfordernden Zeit und wir müssen Wege finden das, was uns als demokratische Gesellschaft ausmacht, zu erhalten. Das bedeutet sich am Gemeinwohl zu orientieren, Vielfalt und Diversität zu schätzen und die Grundrechte aller Menschen zu verteidigen. Demokratie ist nicht statisch, sie wird aktiv hergestellt und entsteht, wenn verschiedenste Menschen präsent, sichtbar und bereit, aber auch in Lage sind für diese Werte einzustehen. Dafür braucht es u.a. Demokratiebildung wie auf dem Demokratietag. Das Schwule Museum zeigt dort, wie vielfältig unsere Gesellschaft ist und auch wie wunderbar, freundvoll, wichtig und verteidigungswert dieses viele und vielfältig sein für alle ist.“ –Dr. Birga Meyer, Geschäftsführung des Schwulen Museums
„Kein Symbol steht so sehr für die Geschichte der deutschen Demokratie wie Schwarz-Rot-Gold – und zugleich wird kaum ein Symbol so kontrovers diskutiert. Gerade deshalb bietet der Demokratietag auf der Museumsinsel den Raum für eine offene Auseinandersetzung darüber, wie Patriotismus in einer demokratischen Gesellschaft aussehen kann und welche Bedeutung dem Nationalsymbol Schwarz-Rot-Gold zukommt – auch jenseits der bevorstehenden Fußball-WM.“ – Dr. Kristian Buchna, Wissenschaftlicher Geschäftsführer der Stiftung Hambacher Schloss
„Viele denken bei Demokratie zuerst an Wahlen. Aber Demokratie beginnt schon viel früher: beim Zuhören, Widersprechen und Kompromisse finden.“ – Paulina Fröhlich, Senior Expert „Demokratie und Zusammenhalt“, Bertelsmann Stiftung
„Mit unserem Parcours wollen wir Menschen einladen, Demokratie nicht abstrakt zu betrachten, sondern eine Verbindung herzustellen und persönlich zu erleben.“ – Dr. Angela Jain, Senior Project Manager „Demokratie und Zusammenhalt“, Bertelsmann Stiftung
„Die Friedliche Revolution 1989 zeigt: Wandel ist möglich, wenn Menschen mutig für Demokratie eintreten. Keine andere Stadt ist deshalb besser geeignet als Berlin, um die Freiheit zu feiern und engagierten Stimmen aus aller Welt, die sich für Freiheit und Menschenrechte einsetzen, eine Bühne zu geben. Genau dafür schafft der Demokratietag auf der Museumsinsel Raum." – Burkhard Kieker, Geschäftsführer visitBerlin und Mitinitiator der Berlin Freedom Week
„Demokratie braucht Erinnerung: Wer verstehen will, warum sie schützenswert ist, muss wissen, was es bedeutet, sie zu verlieren. 65 Jahre nach dem Mauerbau wollen wir nicht nur an die Vergangenheit erinnern, sondern den Wert von Demokratie im Dialog u.a. bei einem Zeitzeugengespräch erfahrbar machen. Denn Demokratie lebt davon, dass wir gemeinsam für sie eintreten, gerade heute.“ – Prof. Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer
„Die Berliner Festspiele mit Gropius Bau zeigen beim Demokratietag eine Arbeit der visionären Künstlerin Gabriele Stötzer, deren künstlerische Praxis untrennbar mit ihrem gesellschaftlichen und politischen Einsatz verbunden ist. Demokratie wird dabei nicht abstrakt verhandelt, sondern als unmittelbare, gemeinsame Erfahrung erlebbar – als kreativer Raum des Denkens, Verhandelns und als lebendiger Ort für Widerspruch, Austausch, Freiheit und Teilhabe.“ – Matthias Pees, Intendant der Berliner Festspiele
Kontakt


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Pressesprecherin und Referatsleiterin Medien, Kommunikation und Publikationen
+49 30 266 411445


Andrea Wiethoff
Vorzimmer des Direktors der Abteilung für Medien, Kommunikation und Veranstaltungen

