Abtauchen in die Tiefen der Sammlungsgeschichten der SPK – beim achten Tag der Provenienzforschung am 8. April 2026

Pressemitteilung vom 26.03.2026

Eine wiedergefundene Madonna, die Sammlungsgeschichte der Skulpturensammlung, die Netzwerke des Surrealismus, sprechende Matten, und der verantwortungsvolle Umgang mit menschlichen Überresten – all das hängt zusammen mit der Arbeit der Provenienzforscher*innen. Am 8. April erzählen sie davon.

Bereits zum achten Mal findet in diesem Jahr der internationale Tag der Provenienzforschung statt. Am 8. April 2026 geben auch Einrichtungen der SPK wieder Einblicke in ihre Arbeit: Neben den schon Tradition gewordenen Provenienz-Spaziergängen von Zentralarchiv und Staatsbibliothek, die in Kooperation mit anderen Berliner Institutionen stattfinden, wird es Führungen und Workshops zu Provenienzforschung und Sammlungsgeschichte im Bode-Museum, der Gemäldegalerie, der Neuen Nationalgalerie und am Forschungscampus Dahlem geben.

Führungen #Spurensuche – Ein Provenienzspaziergang

Auf unterschiedlichen Routen durch die Mitte Berlins geben vier geführte Provenienzspaziergänge Einblicke in die Arbeit der Provenienzforscher*innen verschiedener Kulturinstitutionen. Gleichzeitig zeigen verschiedene Stationen im heutigen Berliner Stadtbild sichtbare Spuren der NS-Herrschaft sowie die Schicksale von verfolgten Menschen und Institutionen. Gemeinsame Veranstaltung von: Akademie der Künste, Deutsches Historisches Museum, Jüdisches Museum Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin, Stiftung Topographie des Terrors, Stiftung Stadtmuseum Berlin, Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin und Zentral- und Landesbibliothek Berlin.

Wann: 8. April 2025, 10:00, 12:45, 14:45 und 17:00 Uhr (Dauer: je nach Tour 60 bis 120 Minuten)

Wo: Treffpunkte und Details zu den Routen entnehmen Sie bitte der Website zur Buchung 

Wer: Professionelle Stadtführer und Provenienzforscher*innen der Einrichtungen

Anmeldung: Begrenzte Teilnehmer*innenzahl. Die Teilnahme ist kostenlos, die Anmeldung ist erforderlich unter:

10:00 Uhr: https://pretix.eu/StaatsbibliothekZuBerlin/spuren2026-10/

12:45 Uhr: https://pretix.eu/StaatsbibliothekZuBerlin/spuren2026-12/

14:45 Uhr: https://pretix.eu/StaatsbibliothekZuBerlin/spuren2026-14/

17:00 Uhr: https://pretix.eu/StaatsbibliothekZuBerlin/spuren2026-17/

Weitere Informationen unter: https://blog.sbb.berlin/termin/spurensuche-2026/

Kurator*innenführung durch die Ausstellung „Das Taufbecken von Siena. Geschichte, Restaurierung und Wiederaufstellung eines Gipsmodells“

Ein Ausstellungsrundgang führt in die Tiefen des Bode-Museums: in die Krypta und in die Sammlungsgeschichte des Hauses. Er widmet sich zwei ungleichen Objekten: dem historischen Gipsmodell des Taufbeckens von Siena aus der Berliner Gipsformerei und der einst dazugehörigen Bronzestatuette Putto mit Tamburin von Donatello. Anhand dieser Werke erzählen wir von preußischen Abformungskampagnen in Italien, vom bis heute lebendigen Former*innenhandwerk der Gipsformerei und von der bewegten Provenienz der Berliner Donatello-Bronze. Dabei geht es um zentrale Fragen der Museumswelt: Wann ist ein Sammlungsobjekt Original, wann Kopie? Und wo sind die Gipsabgüsse geblieben, die im 19. Jahrhundert als „Mittelpunkt aller Sammlungen“ galten und einst die Museumsinsel prägten?

Wann: 8. April 2026, 15:30 Uhr (Dauer: ca. 60 Minuten)

Wo: Bode-Museum, Krypta

Wer: Veronika Tocha (Gipsformerei) und Neville Rowley (Gemäldegalerie)

Anmeldung: Teilnahmegebühr 6 € zzgl. Eintritt. Begrenzte Teilnehmer*innenzahl. Für die Teilnahme ist die Online-Buchung erforderlich unter: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/bode-museum/bildung-vermittlung/angebote/das-taufbecken-von-siena-2026-04-08-153000-159059/

Kuratorenführung durch die Gemäldegalerie: Die wiedergefundene Madonna

Die Madonna mit Kind, die von einem Mailänder Nachfolger Leonardo da Vincis gemalt wurde, hat eine bemerkenswerte Provenienz. Das Werk galt nach dem Zweiten Weltkrieg lange Zeit als verschollen, tauchte jedoch wieder auf: 1945 war es von einem amerikanischen Soldaten in Berlin gekauft worden. Als dessen Sohn 2011 von der Provenienz erfuhr, entschloss er sich zur Rückgabe an die Gemäldegalerie. Es ist diese außergewöhnliche Geschichte, die es zu erzählen gilt.

Wann: 8. April 2026, 14:00 Uhr (Dauer: ca. 60 Minuten)

Wo: Gemäldegalerie

Wer: Dr. Neville Rowley, Kurator für Italienische Malerei 1278-1500 

Anmeldung: Teilnahmegebühr 6 € zzgl. Eintritt. Begrenzte Teilnehmer*innenzahl. Für die Teilnahme ist die Online-Buchung erforderlich unter: https://www.smb.museum/veranstaltungen/detail/die-wiedergefundene-madonna-2026-04-08-140000-158498/
Weitere Informationen unter: https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/artikel/2012/02/09/ein-seit-kriegsende-als-vermisst-geltendes-italienisches-madonnenbildnis-kehrte-gestern-in-die-gemaeldegalerie-der-staatlichen-museen-zu-berlin-zurueck.html

Surrealismus im Fokus der Provenienzforschung: Kurze Einführungen in die Ausstellung „Max Ernst bis Dorothea Tanning. Netzwerke des Surrealismus. Provenienzen der Sammlung Ulla und Heiner 
Pietzsch“

In kurzen Einführungen geben die Kurator*innen Einblicke in die Ausstellung, die Sammlung von Ulla und Heiner Pietzsch sowie zu Themen und Methoden der Provenienzforschung und stellen persönliche Lieblingswerke vor. Natürlich sind Fragen willkommen.

Wann: 8. April 2026, 14:30, 15:00, 15:30, 16:00 Uhr (Dauer: jeweils ca. 20 Minuten)

Wo: Neue Nationalgalerie, Untergeschoss

Wer: Lisa Hackmann, Sven Haase, Sara Biever (Zentralarchiv) und Ricarda Bergmann (Neue Nationalgalerie) 

Anmeldung: Teilnahme mit gültigem Eintrittsticket. Begrenzte Teilnehmer*innenzahl. Anmeldung unter:

14:30 Uhr: https://www.smb.museum/veranstaltungen/detail/surrealismus-im-fokus-der-provenienzforschung-2026-04-08-143000-158717/

15:00 Uhr: http://www.smb.museum/veranstaltungen/detail/surrealismus-im-fokus-der-provenienzforschung-2026-04-08-150000-158718/

15:30 Uhr: https://www.smb.museum/veranstaltungen/detail/surrealismus-im-fokus-der-provenienzforschung-2026-04-08-153000-158719/

16:00 Uhr: https://www.smb.museum/veranstaltungen/detail/surrealismus-im-fokus-der-provenienzforschung-2026-04-08-160000-158720/

Kurator*innenführung durch die Ausstellung „Max Ernst bis Dorothea Tanning. Netzwerke des Surrealismus. Provenienzen der Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch“

Wem gehörten die Kunstwerke? Wann und warum wechselte ihre Eigentümerschaft? Welche Rolle spielten dabei politische und soziale Umstände oder persönliche Verbindungen? Was erzählen die Rückseiten der Gemälde von ihrer Geschichte? Die Kurator*innen der Ausstellung führen in die Netzwerke des Surrealismus ein und erzählen anhand ausgewählter Werke und ihren Provenienzen eine eigene Geschichte dieser explizit politischen Kunstbewegung.

Wann: 8. April 2026, 17:00 Uhr (Dauer: ca. 50 Minuten)

Wo: Neue Nationalgalerie, Untergeschoss

Wer: Lisa Hackmann (Zentralarchiv) und Ricarda Bergmann (Neue Nationalgalerie)

Anmeldung: Teilnahmegebühr 6 € zzgl. Eintritt. Begrenzte Teilnehmer*innenzahl. Für die Teilnahme ist die Online-Buchung erforderlich unter: https://www.smb.museum/veranstaltungen/detail/aus-kuratorischer-sicht-netzwerke-des-surrealismus-2026-04-08-170000-156246/

Workshop zur Provenienzforschung zu menschlichen Überresten im Ethnologischen Museum


In den Sammlungen des Ethnologischen Museums Berlin befinden sich mehrere tausend menschliche Überreste –Dazu zählen neben menschlichen Schädeln und Knochen auch alle Bestandteile des menschlichen Körpers, die zu kulturellen Objekten verarbeitet wurden, wie beispielsweise menschliche Haare an einer Rassel . In manchen Kulturen wurden auch menschliche Haare oder Haut in Objekte eingearbeitet. Sie gelangten im Kontext einer rassistischen Wissenschafts- und Sammlungspraxis des 19. Jahrhunderts in die Museen. Wie geht man heute damit um? Und wie kann Provenienzforschung hier überhaupt aussehen? Im Workshop werden exemplarische Einblicke in die laufende Forschungsarbeit gegeben. Anhand konkreter Fallbeispiele wird deutlich, vor welchen Herausforderungen die Forschung steht – methodisch wie ethisch. Gemeinsam wollen wir auch darüber sprechen, was Repatriierung bedeutet und welche Rolle Herkunftsgesellschaften in diesen Prozessen spielen.

Wann: 8. April 2026, 14:30 Uhr (Dauer: ca. 60 Minuten)
Wo: Forschungscampus Dahlem
Wer: Ilja Labischinski 
Anmeldung: Die Veranstaltung ist kostenfrei. Begrenzte Teilnehmer*innenzahl. Keine Vorkenntnisse erforderlich. Für die Teilnahme ist die Online-Buchung empfohlen unter: https://smb.gomus.de/widget/v1/3e09192ed2c46335c9559314bee89c4538fb359e82681822437dbe7afccaf52143b09c6cfa64bd341fbe/dates?by_event_ids%5B%5D=111961

Workshop: Sprechende Matten – Verwobene Geschichten im Ethnologischen Museum

Matten, in die Gedichte und die Namen von Kolonialakteuren eingewoben sind? Davon erzählt die Forschung zu einer Sammlung von Matten vom Lamu-Archipel an der nördlichen Küste Kenias. Heute in den Sammlungen des Ethnologischen Museums verwahrt, sind sie in der Zeit europäischer und deutscher kolonialen Bestrebungen und politischer Umbrüche in Lamu und dem gegenüberliegenden Festland entstanden. Im Workshop gewähren wir Einblicke in die laufende Forschungsarbeit rund um diese außergewöhnlichen Matten: Wie nähert man sich ihrer Herkunft und Bedeutung? Welche Spuren hinterlässt koloniale Geschichte in den Archiven – und was bleibt unsichtbar? Neben dem Einblick in die Provenienzforschungspraxis könnt ihr selbst aktiv werden: Anhand von Drucken historischer Matten und ausgewählten Beispielen aus dem musealen Archiv lässt sich erspüren, was in ihren Mustern steckt – Geschichten, Beziehungen, Lebensphasen.

Wann: 8. April 2026, 17:00 Uhr (Dauer: ca. 60 Minuten)

Wo: Forschungscampus Dahlem

Wer: Sophia Bokop 

Anmeldung: Die Veranstaltung ist kostenfrei. Begrenzte Teilnehmer*innenzahl. Keine Vorkenntnisse erforderlich. Für die Teilnahme ist die Online-Buchung empfohlen unter: https://smb.gomus.de/widget/v1/3e09192ed2c46335c9559314bee89c4538fb359e82681822437dbe7afccaf52143b09c6cfa64bd341fbe/dates?by_event_ids%5B%5D=111962

Frag die Provenienzforschenden – Ask the Provenance Researcher

Welche Geschichten stecken hinter den Dingen in Museen? Wer hat es an das Museum gegeben, unter welchen Umständen – und was bedeutet das heute? Jeweils im Anschluss an die Workshops finden die offenen Gesprächsangebote „Frag die Provenienzforschenden – Ask the Provenance Researcher“ statt. Ob ihr neugierig auf konkrete Objekte und ihre Geschichten seid, mehr über die Arbeit in den Archiven und Sammlungen des Ethnologischen Museums erfahren möchtet oder wissen wollt, wie Museen heute mit ihrer kolonialen Vergangenheit umgehen – hier ist Raum für alle Fragen. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Wir freuen uns auf das Gespräch mit euch!

Wann: 8. April 2026, 15:30 Uhr und 18:30 Uhr (Dauer: ca. 60 Minuten)

Wo: Forschungscampus Dahlem

Wer: Sophia Bokop, Ilja Labischinski, Sonja Mohr

Anmeldung: Die Veranstaltung ist kostenfrei. Keine Vorkenntnisse erforderlich.

Alle Termine auf einen Blick:https://www.smb.museum/veranstaltungen/veranstaltungsreihe/8tag-der-provenienzforschung/

Pressebilder:
www.preussischer-kulturbesitz.de/newsroom/presse/pressebilder.html

Blogbeiträge zum Tag der Provenienzforschung:
https://blog.smb.museum/

Tag der Provenienzforschung

Der Tag der Provenienzforschung ist eine Initiative des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V. (https://www.arbeitskreis-provenienzforschung.org/tag-der-provenienzforschung/), der über 500 Wissenschaftler*innen und Expert*innen weltweit vernetzt, die sich der Erforschung der Herkunft von Kulturgütern widmen.

Ausblick zu weiteren Veranstaltungen zum Thema Provenienzforschung im Haus Bastian am 15.4., 7.5., 17.9. und 26.11.2026:

Haus Bastian

zur Übersicht

Kontakt

 Ingolf  Kern
Ingolf Kern

Direktor der Abteilung für Medien, Kommunikation und Veranstaltungen

E-Mail

 Birgit  Jöbstl
Birgit Jöbstl

Pressesprecherin und Referatsleiterin Medien, Kommunikation und Publikationen

+49 30 266 411445

E-Mail

 Stefan  Müchler
Stefan Müchler

Referent Presse

+49 30 266 411422

E-Mail

 Andrea  Wiethoff
Andrea Wiethoff

Vorzimmer des Direktors der Abteilung für Medien, Kommunikation und Veranstaltungen

E-Mail