Stiftung Preußischer Kulturbesitz stellt ihr Jahresprogramm und ihre Zukunftsplanungen vor

Pressemitteilung vom 28.04.2022

Jahresempfang 2022 in der James-Simon-Galerie – Parzinger: Wir haben neue strategische Ziele und stellen uns den großen Herausforderungen unserer Zeit

Die Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz geben Einblick in ihr Jahresprogramm und in ihre Zukunftsplanungen. Wie Präsident Hermann Parzinger am Mittwochabend beim Jahresempfang in der James-Simon-Galerie sagte, gehörten zu jeder Reform auch neue strategische Ziele und die Ideen von neuen Köpfen. „Es ist in den vergangenen Monaten einiges in Bewegung geraten. Themen wie Nachhaltigkeit und Diversität haben hohe Priorität, die digitale Transformation macht unsere Inhalte und Angebote einem weltweiten Publikum zugänglich, und außenkulturpolitische Aktivitäten im Kontext von Kulturerhalt und Sammlungsverantwortung tragen dazu bei, ein neues Verhältnis zum globalen Süden zu entwickeln. Quer durch die Stiftung herrscht die Überzeugung, dass es ein Mehrwert der SPK ist, verschiedene Sammlungen unter einem Dach zu haben, und dass es darauf ankommt, daraus spartenübergreifend mehr als bisher zu machen. Und zwar vor allem für die Besucherinnen und Besucher, unsere Häuser müssen noch offener und inklusive Orte für alle werden. Wir sind jünger und wir sind weiblicher geworden, was sich an den neuen Personalien ablesen lässt. Es gibt neuen Schwung und mehr Offenheit, stiftungsübergreifend etwas zu bewegen“.

Im Mittelpunkt des Jahresempfangs standen diesmal die „neuen Köpfe“ der Staatlichen Museen zu Berlin und weiteren Einrichtungen der SPK. Die Staatsbibliothek zu Berlin wird nach den Worten des neuen Generaldirektors Achim Bonte inklusiver und lebendiger: „Ab 15. Mai öffnen die Häuser erstmals auch sonntags, am 13. Juli wird das ‚Kulturwerk‘ der Stabi eingeweiht, ein rund 1.000 Quadratmeter großer Ausstellungs- und Workshopbereich. Mit Caféteria, Shop und begrünten Innenhöfen soll besonders das Stammhaus Unter den Linden im Laufe des Sommers noch attraktiver werden und gegenüber den Nutzenden weit die Arme ausbreiten. Jenseits der baulichen Fortschritte werden die Digitalisierung der Bestände und die Verbesserung der digitalen Services kraftvoll fortgesetzt. Speziell die bequeme, intuitive Benutzbarkeit der digitalen Basisangebote – Katalog, Website und Informationsdienste –, liegt mir besonders am Herzen.“

Der neue Direktor der Neuen Nationalgalerie Klaus Biesenbach will sich neben dem Mies Bau und den Standorten in Charlottenburg vor allem auf den Neubau des Museums des 20. Jahrhunderts am Kulturforum konzentrieren: „Berlin baut sozusagen ein berlin modern. Ich möchte, dass ein offener, schwellenloser Ort für alle Menschen entsteht, die hier mit und durch die Künste Gesellschaftsleben, Debatte, Inspiration und Teilnahme praktizieren. Es muss jetzt ein Ort ökologischer und sozialer Praxis werden, ein Ort des wir in Berlin.“ Biesenbach verwies auch auf die historische Bedeutung des neuen Hauses: „Es gibt in Berlin noch keinen Ort, an dem die internationale Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts in einem Museum der Moderne kontinuierlich abgebildet, sichtbar und erlebbar ist. Gerade in Berlin ist die Kunstgeschichte ein Spiegel der Geschichte, in deren Verantwortung wir direkt stehen.“

Der Hamburger Bahnhof – Museum der Gegenwart – Berlin wird sich künftig „stärker mit den Berliner Kulturinstitutionen verknüpfen und als zentraler Hub ein wesentlicher Teil des Kunstlebens in der Stadt werden.“ Das kündigte das neue Leitungsduo Sam Bardaouil und Till Fellrath an: „Daneben möchten wir auch mehr mit der Geschichte des Hauses arbeiten. Ein wesentlicher Leitgedanke bei allem, was wir tun, ist die Inklusivität. Zum einen in der direkten Form über die Einbindung verschiedener Stimmen, Ethnien und Geschlechter; zum anderen darin, Ausstellungshäuser und Institutionen als inklusive Orte zu denken und Begegnungsräume zu schaffen. Heute sollte das Museum nicht mehr als Autorität auftreten. Wir wünschen uns einen viel offeneren Kommunikationsstil mit dem Publikum und im Hamburger Bahnhof sollte sich jede und jeder wiederfinden können.“

Ein starkes Ausstellungsprogramm verspricht die neue Direktorin der Gemäldegalerie, Dagmar Hirschfelder: „Es soll die regionale, überregionale und internationale Sichtbarkeit der Gemäldegalerie weiter erhöhen. Den Auftakt bildet die in Kooperation mit Florenz und London erarbeitete Schau ‚Donatello. Erfinder der Renaissance‘. 2023 schließt sich eine große Ausstellung zu ‚Hugo van der Goes‘ an, die erstmals nahezu das vollständige Werk des innovativen flämischen Malers präsentiert.“ Außerdem sollen auch übergreifende Ausstellungen zu gesellschaftsrelevanten Themen realisiert werden. Viele Gemälde der Alten Meister kreisten um existentielle Fragen – wie etwa Identität, Gender, Körper, Natur oder Gewalt. Nicht nur die Erforschung der Sammlung, auch ihre Vermittlung wird künftig im Vordergrund stehen. Dazu gehört auch, dass die Gemäldegalerie bis zum Herbst 2023 ein innovatives und nachhaltiges Beleuchtungssystem erhält.

Die neue Leiterin des Ethnologischen Museums, Tina Brüderlin, freut sich auf die Eröffnung der sogenannten „Ostspange“ des Humboldt Forums im Herbst dieses Jahres. Dann eröffnen der zweite Teil der Sammlungspräsentation zu Afrika, die Ausstellung zu Nord-, Mittel- und Südamerika, sowie die Asien-Säle des Ethnologischen Museums. „Eine der Stärken des Ethnologischen Museums sind seine zahlreichen Netzwerke. So wird die Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Partner*innen auch weiterhin im Vordergrund stehen, sei es zum Beispiel mit Vertreter*innen aus Urhebergesellschaften, mit Partnermuseen und Institutionen weltweit, aber natürlich auch mit Partner*innen hier in Berlin: im Humboldt Forum, aber auch innerhalb der Staatlichen Museen zu Berlin und der SPK zum Beispiel. Dabei ist es für uns zentral, diese kollaborative Arbeit und die sich aus ihr ergebenen Fragestellungen, Perspektiven und Herangehensweisen an die Sammlungen den Besuchenden sichtbar, erlebbar und fassbar zu machen.“

Das Staatliche Institut für Musikforschung mit dem Musikinstrumenten-Museum soll sich nach dem Willen der neuen Direktorin Rebecca Wolf zu einem „klingenden Eingang ins Kulturforum“ entwickeln: „Ich möchte, dass wir ein Ort der Forschung und Vermittlung sind, uns aber auch mit unseren Nachbarn am Kulturforum vernetzen. Vor allem mit der Philharmonie, mit der wir zum Beispiel seit März und noch bis Juni gemeinsame Familienführungen in beiden Häusern anbieten, die sehr gut angenommen werden. Zum Berlin-weiten E.T.A. Hoffmann-Jahr 2022 wird es, ausgehend vom Sammlungsbestand des Musikinstrumenten-Museums, eine Spotlight-Ausstellung zu den Musikinstrumenten geben, die in Hoffmanns Schriften von Bedeutung sind. Thema wird außerdem Hoffmanns Faszination für Musikautomaten sein.“ Ein Schwerpunkt der Arbeit am SIM werde noch deutlicher auf dem Bereich der Erforschung musikalischer Wahrnehmung liegen. Dafür wird gerade das „Sound & Vision Experience Lab“ fertiggestellt, das vom Kuratorium Preußischer Kulturbesitz und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert wurde.

Das Ibero-Amerikanische Institut soll nach den Worten von Direktorin Barbara Göbel auch in Zukunft ein stabiler, vertrauensvoller und innovativer Knotenpunkt der wissenschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Lateinamerika, der Karibik, Spanien und Portugal sein: „Es soll ein offener Ort sein, der Perspektivenwechsel ermöglicht, Wissensvielfalt befördert und trotz aller Differenz und Ungleichheit Verbindungen schafft. Hierauf aufbauend wird sich das IAI auch in Zukunft in der inhaltlichen Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen der SPK engagieren, sei es im Rahmen des Forschungscampus Dahlem oder des Kulturforums. Diese Komplementarität zwischen dem spezifischen Profil des IAI und dem Verbund SPK wird jedoch in Zukunft noch viel mehr an Dynamik gewinnen.“

Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz sieht Direktorin UIrike Höroldt auf gutem Weg. Das Dahlemer Haus sei mit einem inhaltlich wie technisch professionellen Angebot und guten Benutzungsbedingungen ein von Wissenschaftlern wie Bürgern gern besuchtes Archiv mit freiem Zugang zu den Beständen. Das digitale Angebot werde kontinuierlich weiter ausgebaut. „Im Kosmos der Stiftung ist das GStA PK zudem selbst aktiv als Wissenschafts- und Forschungseinrichtung tätig. Dabei ist es als Einrichtung der Forschungsinfrastruktur ein gern gesehener Partner für zahlreiche Projekte und wirbt auch selbst Drittmittel für bestandsbezogene Projekte ein. Über seine Vernetzung mit Universitäten und Historischen Kommissionen, Akademien und anderen Forschungseinrichtungen ist es Teil der deutschen Wissenschaftslandschaft. Innerhalb der SPK leitet das GStA federführend das Projekt E-Akte“, so Ulrike Höroldt. Neben dem weiteren Ausbau der digitalen Angebote stehe für das GStA PK weiterhin die Verbesserung der seit Jahrzehnten unbefriedigenden Magazinsituation im Zentrum der Bestrebungen.

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