Islamdebatte, Russland, Verfassungsklage: Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz 2015 erschienen

Pressemitteilung vom 31.01.2017

Im 51. Band des Jahrbuches erfährt man unter anderem, wie Museen durch die aktuelle Debatte um Zuwanderung und Abschottung her-ausgefordert werden – aber auch, dass ein roter ICE lauter klingen würde als ein grüner, dass wir im Schnitt 88 Mal pro Tag auf unsere Handys schauen, dass schon Goethe eine Preisliste der Gipsformerei besaß und was Nord-Chile mit Berliner Elektroautos verbindet.

Hoch aktuell zwei Beiträge zur Islamdebatte: Was Museen dabei leisten können, erläutert Stefan Weber, Direktor des Museums für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin – er plädiert dabei für das Begreifen kultureller Bildung als eine Möglichkeit zur Selbstreflexion und Auseinandersetzung. Seine Kollegin Nanette Snoep von den Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen schreibt, wie in ihren Häusern Zeichen gegen Pegida gesetzt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt des Jahrbuchs 2015 ist die Zusammenarbeit mit russischen Museen: Nach einem Rückblick auf 20 Jahre deutsch-russische Zusammenarbeit zu kriegsbedingt verlagerten Objekten stellen zwei Texte ein neues Forschungsprojekt zu lange verloren geglaubten Skulpturen unter anderem von Donatello vor. Vasily Rastorguev, Kurator am Puschkin Museum, schildert, wie die Werke nach dem Zweiten Welt-krieg aus Berlin ins Moskauer Puschkin Museum gelangten.

Hermann Parzinger erörtert, was das Konzept des „Shared Heritage“ für das Humboldt Forum eigentlich praktisch bedeutet. Das digitale Übermorgen des Humboldt Forums war Thema bei der Zukunftskonferenz „perspektiven15“ – einige Beiträge sind im Jahrbuch aufgegriffen: Der Biologe Martin Korte etwa widmet sich dem Einfluss digitaler Medien auf unsere Gehirne, Sara Devine vom Brooklyn Museum berichtet von der Idee, ein dynamisches und ansprechbares Museum zu schaffen.

Einen Schwerpunkt setzt das Jahrbuch im Kulturgutschutz. Hier geht es um die veränderte Rolle der archäologischen Museen im 21. Jahrhundert, die sich immer mehr vom Sammeln zum Schützen der Objekte verschiebt, und um ein gemeinsames deutsch-ägyptisches Grabungsprojekt. Dass Kulturgutschutz, insbesondere von schriftlichem Kulturgut, koordiniert werden muss und welche Rolle Politik und Institutionen dabei zukommt, klärt Ursula Hartwieg von der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts. 

Einblicke in die Arbeit der Stiftungseinrichtungen bieten auch viele weitere Beiträge: etwa der Text von Jörg Magenau über die Verlagsarchive Wagenbach und Aufbau, mit denen deutsch-deutsche Geschichte und große Literatur in den Besitz der Staatsbibliothek zu Berlin übergehen. Über den „Virtuellen Konzertsaal“ im Staatlichen Institut für Musikforschung. Über Archivverlagerungen im Zweiten Weltkrieg. Über die sozialen Folgen des Lithiumbergbaus in Atacama. Über das abgeschlossene Provenienzforschungsprojekt zur „Galerie des 20. Jahrhunderts“. Und über die erste Verfassungsklage gegen einen Bundespräsidenten – 1957 ausgelöst durch die Gründung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. 

  • Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz, Bd. LI / 2015, Berlin: Gebr. Mann Verlag, 2016; 472 Seiten mit 179 Abbildungen, davon 155 farbig; ISBN 978-3-7861-2780-2, ISSN 0342-0124; Preis: 35,00 €.

Rezensionsexemplare sind erhältlich beim Gebr. Mann Verlag.

Einige ausgewählte Texte aus dem Jahrbuch sind auch kostenfrei als Download auf der Website der Stiftung verfügbar.

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