Die Queen im Bauaufzug

News vom 12.09.2022

Bei Berlin-Besuchen galt das Interesse der verstorbenen Monarchin immer auch den Staatlichen Museen: 2004 führte der damalige SPK-Präsident Klaus-Dieter Lehmann die Königin über die Museumsinsel

Drei Personen stehen nebeneinander, eine davon eine Königin, rechts neben ihr zwei Männer im Anzug
November 2004: Die britische Königin Elizabeth II. auf Staatsbesuch in Berlin (v.l.n.r. Königin Elizabeth II., David Chipperfied, Klaus-Dieter Lehmann). Foto: privat

Von Klaus-Dieter Lehmann

Mit einem wackeligen Bauaufzug zu fahren oder mit der S-Bahn von Berlin nach Potsdam ist nichts Besonderes. Wenn das aber im Beisein von Königin Elizabeth II. stattfindet, dann ist es schon etwas Besonderes und bleibt unvergesslich. So geschehen im November 2004. Die britische Königin war gemeinsam mit Prinz Philip auf Staatsbesuch und ich hatte als Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz das Privileg, sie auf der Museumsinsel zu empfangen und sie anschließend nach Potsdam zu begleiten.

Im Zentrum ihres Interesses stand der Wiederaufbau des Neuen Museums, eine spektakuläre Ruine seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie sollte wiedergewonnen werden, verantwortlich war der britische Architekt David Chipperfield. Ihre Majestät ließ sich von ihm und mir in allen Einzelheiten das Schicksal des Museums, den jetzigen Zustand und das gewollte Ergebnis erklären. Sie war beeindruckt von unseren Überlegungen, die vorhandene historische Substanz sorgfältig zu restaurieren und die zerstörten Bauteile nicht zu kopieren, sondern mit der heutigen Formensprache zu ergänzen, nicht als Bruch sondern als Übergang. Sie ließ sich die Vorgehensweise zeigen, fragte nach und äußerte sich dann sinngemäß: „So lässt sich aus der Vergangenheit lernen und zugleich die Gegenwart gewinnen. Das ist historisch ehrlich.“

Mit dem königlichen Segen wurde das Neue Museum 2009 fertiggestellt. Es wurde ein einzigartiger Publikumserfolg und zugleich das Vorbild für Restaurierungsvorhaben ähnlicher Projekte in der Welt. Die anschließende S-Bahnfahrt nach Potsdam im Panoramawagen gab Gelegenheit, im raschen Wechsel Blicke auf Berlin zu werfen und die Neugier zu stillen, wiederum mit konkreten Fragen und Kommentaren. Was für eine Anteilnahme, was für eine Präsenz!

Nach diesem Erleben eines kleinen Ausschnitts versteht man die große öffentliche Wirkung von Königin Elizabeth! Sie hat uns allen gutgetan.

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