UNESCO-Welterbe

  • Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz besitzt immense Schätze des geistigen und künstlerischen Schaffens der Menschheit. Einige von ihnen hat die UNESCO zum Welterbe erklärt.

    Die Museumsinsel Berlin

    Im Dezember 1999 hat die UNESCO das Ensemble der fünf historischen Gebäude auf der Museumsinsel Berlin in die Welterbeliste aufgenommen. Dies schließt die Sammlungen und deren Präsentation ausdrücklich mit ein. Das Prädikat Welterbe verleiht die UNESCO an Stätten, die einen außergewöhnlichen und universellen Wert als kulturelle und natürliche Denkmale besitzen. Um sie für die Menschheit zu erhalten, stehen sie unter einem besonderen Schutz.

    Bei der feierlichen Übergabe der Urkunde zur Aufnahme in die Welterbeliste nannte der Vertreter der UNESCO zwei wesentliche Gründe für die Entscheidung: Die Museumsinsel bildet eine einzigartige Gruppe von Museumsgebäuden, die die Entwicklung der modernen Museumsarchitektur und -gestaltung in einem Zeitraum von mehr als 100 Jahren widerspiegelt. Sie ist zudem ein herausragendes Beispiel für ein Kunstmuseum als soziale und demokratische Einrichtung.

    Die Sanierung und Ertüchtigung der Häuser auf der Museumsinsel Berlin, die 1999 mit dem Masterplan Museumsinsel angestoßen wurde, berücksichtigt den mit dem Welterbe verbundenen besonderen Schutz des Ensembles. Sämtliche Maßnahmen tragen der Erhaltung des historischen Erbes Rechnung. Sie werden mit den zuständigen Behörden für Denkmalschutz abgestimmt.

    UNESCO-Dokumentenerbe in der Staatsbibliothek zu Berlin

    Die Staatsbibliothek zu Berlin verfügt über vier Dokumente, die in das UNESCO-Register „Memory of the World“ aufgenommen wurden. Damit würdigte die UNESCO die Handschriften als herausragende Zeugnisse der Geistesgeschichte der Menschheit.

    Die  Originalpartitur der 9. Sinfonie Ludwig van Beethovens zählt seit September 2001 und die h-Moll-Messe Johann Sebastian Bachs seit Oktober 2015 zum UNESCO-Dokumentenerbe. Anlässlich der Aufnahme in die Welterbeliste hat die Staatsbibliothek zu Berlin die Partitur Ludwig van Beethovens vollständig digitalisiert und ins Internet gestellt. Auch  Bachs h-Moll Messe  ist in digitaler Version online verfügbar.

    Im Oktober 2015 ebenfalls in das „Memory of the World“ aufgenommen wurden Dokumente, die das Wirken Martin Luthers als Wegbereiter der Reformation bezeugen. Zwei dieser Dokumente – ein seltener Plakatdruck der 95 Ablassthesen sowie Luthers Handexemplar einer hebräischen Bibelausgabe – werden in der Staatsbibliothek zu Berlin bewahrt. 

    Die Wachswalzensammlung mit den ältesten Tondokumenten weltweit

    Eine weltweit einzigartige Sammlung von Tondokumenten befindet sich im Ethnologischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin. Die Abteilung Musikethnologie, Medientechnik und Berliner Phonogramm-Archiv beherbergt Tonaufnahmen aus allen Teilen der Welt. Zu ihr gehört auch das so genannte Berliner Phonogramm-Archiv mit seiner bedeutenden Sammlung von Edisonwalzen. Diese Wachswalzenaufnahmen stammen aus den Jahren 1893 bis 1954. Sie zählen damit zu den ältesten Tonaufzeichnungen weltweit.

    Die etwa 30.000 Wachswalzen des Berliner Phonogramm-Archivs wurden 1999 in das UNESCO-Register „Memory of the World” aufgenommen. Diese Tondokumente sind Beispiele früher Aufnahmetechnik, die die Etablierung der Musikethnologie maßgeblich beeinflusste. Sie sind zugleich Zeugnisse einiger heute nicht mehr existierender Musikkulturen. Die Sammlungen des Phonogramm-Archivs werden kontinuierlich auf digitale Tonträger übertragen. Seit 2003 erscheint die CD-Reihe „Berliner Phonogramm-Archiv – Historische Klangdokumente / Historical Sound Documents“ bei den Staatlichen Museen zu Berlin.