Digitalisieren und Dokumentieren

Die Digitalisierung ist eine zentrale Aufgabe für alle Einrichtungen der Stiftung, um Bestände zu erhalten. Zum einen können Digitalisate die Forschung am Original ersetzen. Zum anderen werden so Bestände weltweit zugänglich.

Scanstraße „CultLab3D“ zur 3D-Digitalisierung (öffnet Vergrößerung des Bildes)Scanstraße „CultLab3D“ zur 3D-Digitalisierung © SPK / Kristina Heizmann

Digitalisierung als Zukunftstechnologie der Bestandserhaltung

Die umfangreichen Maßnahmen und Projekte zur Digitalisierung in allen Einrichtungen der Stiftung dienen auch dem Schutz von Kulturgütern: Können gefährdete Objekte anhand ihrer Digitalisate erforscht werden, müssen die Originale nur in Ausnahmefällen selbst beansprucht werden.

Noch immer werden auch Mikrofilme erstellt. Seit 1961 wird Archivgut auf diese Weise verfilmt und eingelagert. Archivalien können so langfristig, kostengünstiger und unabhängig von technischen Entwicklungen bewahrt werden. So erstellt das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Mikrofilme, die entsprechend der Haager Konvention zum Kulturgutschutz im Barbarastollen in Oberried / Schwarzwald eingelagert werden.

Die Zukunftstechnologie der Bestandserhaltung ist jedoch die Digitalisierung. Die Zahl der zugänglichen digitalen 2D- und 3D-Repräsentationen von Kulturgütern wächst stetig. Dies eröffnet auch der Grundlagenforschung neue Perspektiven.

Digitale Dokumentation der Bestände

In zahlreichen Projekten führt die Stiftung kontinuierlich die digitale Dokumentation ihrer Bestände fort. In einer Digitalisierungsstrategie hat sie dazu die inhaltlichen Prioritäten festgelegt. Darüber hinaus setzt sich die Stiftung dafür ein, dass Technologien, Verfahren und Standards der Digitalisierung insgesamt weiterentwickelt werden.

Wesentliche Voraussetzung für die wissenschaftliche Nutzung ist das Erschließen der digitalisierten Objekte. Die Digitalisate und die dazugehörigen Metadaten werden in Datenbanken aufbereitet. Über online verfügbare Plattformen wie SPK Digital können sie weltweit abgerufen werden. Miteinander verknüpfte Datenbanken ermöglichen es, Kontexte von Kulturgütern umfangreich zu erforschen.

Die digitale Dokumentation ist darüber hinaus eine wichtige Basis für die Wiederherstellung zerstörten Kulturguts. So können beispielsweise archäologische Grabungsstätten rekonstruiert werden. Digitale Objekt-Datenbanken können Kulturgut dokumentieren, das von Raubgrabungen und illegalem Handel bedroht ist. Ein Projekt, das die Bestandsdokumentation und -erforschung mit Kulturgutschutz verbindet ist ZEDIKUM – das „Zentrum für digitale Kulturgüter in Museen“. Es wurde im August 2015 beim Vorderasiatischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin eingerichtet. ZEDIKUM zielt darauf ab, die 3D-Digitalisierung der archäologischen Bestände der Staatlichen Museen zu Berlin weiter voranzutreiben, einen möglichst breiten Zugang zu den 3D-Scans zu ermöglichen und neue Infrastrukturen zu entwickeln. Angesichts der massiven Bedrohung archäologischer Kulturgüter weltweit will ZEDIKUM außerdem einen Beitrag zur Entwicklung mobiler, kostengünstiger 3D-Scanverfahren zum Einsatz in Krisensituationen leisten.

Kooperationen zur technischen Weiterentwicklung

Eine weitere optimierte und ökonomische 3D-Reproduktionstechnik bietet die sogenannte Digitalisierungsstraße. Diese kann Sammlungsobjekte in nur wenigen Minuten erfassen und in authentische digitale Modelle umrechnen. Die Scanstraße „CultLab3D“ ist rund sieben Meter lang. Im November 2014 wurde die Technik in einem Testlauf vorgestellt. Das Fraunhofer IGD hat die Scanstraße gemeinsam mit den Staatlichen Museen zu Berlin und dem Liebieghaus in Frankfurt entwickelt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt. Gemeinsam mit dem Fraunhofer IGD hat die Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin auch den Pergamonaltar digitalisiert. Dazu wurde ein aufwendiger 3D-Scan des mehr als 2.000 Jahre alten Meisterwerks hellenistischer Kunst realisiert.

In zahlreichen weiteren Kooperationen geht es der Stiftung darum, neue Methoden sowohl den eigenen Anforderungen entsprechend zu optimieren als auch für andere Institutionen nutzbar zu machen.

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