Internationale Forschungsmuseen beschließen in Berlin gemeinsames, globales Wissens- und Sammlungsnetzwerk

Pressemitteilung vom 08.11.2018

An der weltweit ersten Konferenz von Forschungsmuseen haben vom 4. bis zum 6. November 2018 insgesamt 232 Museumsvertreterinnen und -vertreter von 109 Einrichtungen aus insgesamt 24 Ländern teilgenommen. Zum Abschluss unterzeichneten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Erklärung, die unterstreicht, dass Forschungsmuseen rund um den Globus gemeinsam die nötigen gesellschaftlichen Veränderungsprozesse anstoßen können.

Gleichzeitig verpflichten sich die kultur- und naturhistorischen Museen, ein globales Wissens- und Sammlungsnetzwerk von Forschungsmuseen zu schaffen. In der Erklärung der Vertreterinnen und Vertreter weltweit bedeutender, forschender Museen aus Kunst, Kultur, Geisteswissenschaften, Technik und Natur heißt es: „In Zukunft muss der Dialog zwischen Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft intensiviert werden, um neue innovative Lösungen für die Herausforderungen der modernen Welt unter Einsatz modernster Wissenschaft und internationaler digitaler Infrastrukturen zu entwickeln.“

Organisiert wurde der „Global Summit of Research Museums - das Gestaltungspotenzial der Forschung“ vom Museum für Naturkunde Berlin federführend für die Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft und in Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Weitere Kooperationspartner sind die Smithsonian Institution Washington, das Natural History Museum London und das British Museum, London. Die Konferenz wird im Rahmen des Aktionsplans Leibniz-Forschungsmuseen finanziert, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Landesregierungen von Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Hier finden Sie die unterzeichnete Erklärung:

Auf dem Weg zu einem globalen Wissens- und Sammlungsnetzwerk von Forschungsmuseen

Forschungsmuseen sind Hüter von globalem Wissen, Biodiversität und kulturellem Erbe. Ihre materiellen und immateriellen Sammlungen tragen zu einer weltweiten Infrastruktur des Wissens bei. Dieses wird für Forschung, Lehre, soziales und wissenschaftliches Engagement genutzt, wobei kulturelle oder geografische Grenzen überschritten werden.

Forschungsmuseen sind ein integraler Bestandteil von Wissenschaft und Gesellschaft. Ihre Forschung befasst sich mit den globalen Herausforderungen unserer modernen Welt, die ein breites Spektrum von Disziplinen wie Natur-, Geistes-, Kunst- und Angewandte Wissenschaften und ein breites Spektrum von Methoden umfassen. Sie betreiben wissenschaftliche, kollaborative und interdisziplinäre Forschung, entwickeln Sammlungen und kommunizieren Wissen im Dialog und in Zusammenarbeit mit einer breiten und vielfältigen Öffentlichkeit. Die Forschung in Museen zielt auf die Erhaltung, Dokumentation und die Entwicklung unseres Natur- und Kulturerbes als Quelle für Wissen und Identität und als globale wissenschaftliche und kulturelle Infrastruktur ab.

Sie verbinden Wissenschaft, Geisteswissenschaften, Kulturen und Gesellschaft auf einzigartige Weise und fungieren als Vermittler, Mediatoren und Innovatoren bei der Unterstützung von Demokratie, Menschenrechten und der globalen Wissensgesellschaft. Ihre innovative Kommunikation, öffentliche Programme und Ausstellungen erreichen eine große Bevölkerung. Gleichzeitig sind Forschungsmuseen dynamisch, sie betreiben aktiv eine kontinuierliche Selbstreflexion ihres eigenen Handelns und ihrer kulturellen Kontexte.

Um diese ehrgeizigen Ansprüche erreichen zu können, ist es unser Ziel, ein globales Wissens- und Sammlungsnetz von Forschungsmuseen aufzubauen und die grenzüberschreitende Vernetzung und Zusammenarbeit zu stärken. Eine solche Vielfalt der Weltperspektiven ist Ausdruck unserer gemeinsamen Verantwortung für die Globalisierung von Wissen und Erbe. Wir nehmen unsere Verantwortung ernst und verpflichten uns, integrative, vielfältige und starke Wissensgemeinschaften und -infrastrukturen aufzubauen und zu erhalten.

In Zukunft muss der Dialog zwischen Wissenschaft, Geisteswissenschaften, Kulturen und Gesellschaft intensiviert werden, um neue innovative Lösungen für die Herausforderungen der modernen Welt unter Nutzung modernster Wissenschaft und internationaler digitaler Infrastrukturen zu entwickeln. Wir sind weiterhin Treiber dieser Entwicklungen, um unsere Institutionen zu stärken, um unsere Wirkung auf Wissenschaft, Kulturen und Gesellschaft auszubauen, unsere globale Verantwortung für eine bessere Zukunft zu übernehmen und eine nachhaltige Entwicklung der Menschheit und unseres Planeten zu unterstützen.

zur Übersicht

Kontakt

 Ingolf  Kern
Ingolf Kern

Direktor der Abteilung Medien und Kommunikation

+49 (0)30 266 411440

E-Mail

Dr. Stefanie  Heinlein
Dr. Stefanie Heinlein

Stellvertreterin des Direktors / Pressesprecherin

+49 (0)30 266 411441

E-Mail

 Birgit  Jöbstl
Birgit Jöbstl

Referentin Presse

+49 (0)30 266 411445

E-Mail