Handwerk und Kultur: ZDH und Stiftung Preußischer Kulturbesitz vereinbaren Kooperation

Pressemitteilung vom 08.10.2026

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) haben eine strategische Zusammenarbeit vereinbart.

Um die Bedeutung des Handwerks für Kultur einer breiteren Öffentlichkeit bewusster zu machen und Handwerk, Kulturinstitutionen und Kunsthandwerkstourismus stärker miteinander zu vernetzen, wollen der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz künftig kooperieren. Den Grundstein hierfür haben ZDH-Präsident Jörg Dittrich und SPK-Präsidentin Prof. Dr. Marion Ackermann mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) im Haus des Deutschen Handwerks in Berlin gelegt.

Die Verbindung von Handwerk und Kultur reicht historisch weit zurück: Viele Künstlerinnen und Künstler entstammten ursprünglich dem Zunfthandwerk. Erst seit der Renaissance entwickelten sich beide Bereiche zunehmend auseinander. Mit ihrer Zusammenarbeit wollen ZDH und SPK die Gemeinsamkeiten für die Gegenwart nutzbar machen, und dies für Museen und Kultureinrichtungen ebenso wie für das Handwerk und ein Publikum, das die kulturelle Bedeutung handwerklichen Könnens neu entdecken kann.

Diese unmittelbare Verbundenheit von Handwerk und Kultur sieht auch ZDH-Präsident Jörg Dittrich: „Ein Fünftel aller Handwerksbetriebe aus über 100 Gewerken arbeitet regelmäßig kultur- und kreativwirtschaftlich. Dabei ist das Handwerk gleich doppelt Teil der Kultur: Zum einen schafft es überhaupt erst Zugänge zu ihr, wenn beispielsweise Handwerker Bühnen bauen, Rahmen fertigen, Räume gestalten, historische Bauten erhalten und restaurieren. Zum anderen bringt das Handwerk selbst Kulturgüter hervor, etwa in der Keramik, im Glas, im Textil, im Schmuck, im Instrumentenbau oder im gestaltenden Metall- und Holz-handwerk. Dabei entstehen keine bloßen Gebrauchsgegenstände, sondern Arbeiten mit eigener Formidee, eigener Handschrift und eigener Ausstrahlung.“

Gemeinsam wollen ZDH und SPK diese kulturelle Bedeutung des Handwerks stärker in den öffentlichen Fokus rücken und zugleich neue wirtschaftliche Perspektiven für das Kultur- und Kreativhandwerk erschließen, wie SPK-Präsidentin Prof. Ackermann erläutert: 

„Ich bin überzeugt, dass diese Kooperation sowohl für das Handwerk als auch für uns als Kultureinrichtung enorm fruchtbar sein wird. Sie wird die kulturelle, historische und gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks ins gebührende Licht rücken und unser Publikum Handwerk als Kulturtechnik neu entdecken lassen.“

Das MoU setzt den Fokus auf öffentlichkeitswirksame Maßnahmen: Die Partner möchten ihre Kommunikation enger verzahnen, gemeinsame Formate entwickeln und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz regelmäßig in die Handwerkspresse bringen. Geplant sind zudem gemeinsame Veranstaltungen, insbesondere im Rahmen der Europäischen Tage des Kunst-handwerks (ETAK) und der German Crafts Collection. Beabsichtigt ist zudem, weitere Partner aus Museen und Medien zu gewinnen und einen „Kulturkreis Handwerk“ mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus der Kultur als Kulturbotschafter des Handwerks aufzubauen.

Auch Ausstellungen der SPK sind geplanter Bestandteil der Kooperation. Sie bieten eine hervorragende Möglichkeit, handwerkliche Themen und die Menschen dahinter einem breiten Publikum näher und ihre Bedeutung für die Kulturgeschichte zur Geltung zu bringen. Ein weiterer Kooperationsschwerpunkt soll beim Nachwuchs liegen. Für den Erhalt der Handwerkskultur und des Kulturhandwerks sollen etwa auch museale Tätigkeitsfelder für Handwerkerinnen und Handwerker stärker ins Bewusstsein gerückt werden. Denn die kulturelle Rolle des Handwerks lässt sich nur dann dauerhaft bewahren, wenn es gelingt, junge Menschen für handwerkliche Berufe zu gewinnen und ihnen neue berufliche Perspektiven zu eröffnen.

Pressebilder: https://www.preussischer-kulturbesitz.de/newsroom/presse/pressebilder

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