Islamdebatte: Museen wollen helfen, Ängste zu überwinden

Pressemitteilung vom 07.07.2016

Das Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin und die Staatlichen Ethnografischen Sammlungen Sachsen wollen vor allem die kulturelle Vielfalt des Islam in den Mittelpunkt ihrer Arbeit rücken – Interview im neuen SPK-Magazin mit Nanette J. Snoep und Stefan Weber

Das Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin und die Staatlichen Ethnografischen Sammlungen Sachsen setzen sich in ihrer Arbeit dafür ein, den Islam nicht auf wenige religiöse Merkmale zu reduzieren. In beiden Häusern geht es vielmehr darum, mit Ausstellungen und Projekten die kulturelle Vielfalt des Islam zu zeigen. „Wir müssen unsere Erklärungsmuster erweitern, anstatt mit wenigen und rudimentären Deutungsmodellen weiterhin ein verengtes Verständnis dieser Kultur zu fördern“, sagt der Direktor des Museums für Islamische Kunst, Stefan Weber, in einem Interview mit dem heute (7. Juli 2016) erscheinenden Magazin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Den einen Islam gebe es ebenso wenig wie das eine Deutschtum – Identitäten würden heute immer globaler.

Für die Direktorin der Staatlichen Ethnografischen Sammlungen Sachsen, Nanette J. Snoep, haben Museen auch Brückenfunktionen. Sie wolle in ihren Häusern in Dresden, Leipzig und Herrnhut viel stärker vom Alltag der Muslime, also beispielsweise auch von ihrer Popkultur, erzählen. Nanette Snoep, die aus Paris nach Deutschland kam, sah das Land verändert: „Als ich im Januar 2015 nach Dresden kam, hatte ich den Front National hinter mir gelassen und war mitten in Pegida gelandet. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das in Deutschland mitmachen muss. Als Direktorin musste ich was tun. Mein Bild eines Museums hat sich völlig verändert. Schritt für Schritt können wir helfen, Angst zu überwinden. Und zwar auf beiden Seiten. Wir sind zwar klein, aber wir können etwas schaffen“. Snoep und Weber sind sich einig: Ein Land wie Deutschland kann verschiedene religiöse und kulturelle Identitäten nicht nur aushalten, sondern muss sie auch anerkennen.

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