Karin Sander entwickelt Erinnerungsprojekt zu Johanna und Eduard Arnhold

News vom 24.06.2026

Die in Berlin lebende Konzeptkünstlerin Karin Sander wird ein künstlerisches Erinnerungsprojekt entwickeln, das mit Originalzitaten, Interviews, Musik und Toncollagen an das Mäzenatenehepaar Johanna und Eduard Arnhold sowie an weitere Bewohnerinnen und Bewohner des Tiergartenviertels erinnert, deren Namen durch die NS-Diktatur ausgelöscht wurden.

Neues Straßenschild vor belebtem Platz
Die Piazzetta heißt seit 4. November 2024 Johanna und Eduard Arnhold Platz. Foto: SPK / photothek / Kira Hofmann

An das Mäzenatenehepaar Johanna und Eduard Arnhold soll künftig mit einer akustischen Intervention am Kulturforum erinnert werden. Darauf haben sich die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Verein zur Erinnerung an Johanna und Eduard Arnhold e. V. geeinigt und der Künstlerin Karin Sander den Zuschlag erteilt. Bis Ende 2027 soll das Projekt, das aus privaten Mitteln sowie durch die Berliner LOTTO-Stiftung, die Stiftung Berliner Sparkasse und die James Simon Stiftung gefördert wird, realisiert sein.

Die Arnholds haben gemeinsam mit vielen Bewohnerinnen und Bewohnern des Tiergartenviertels das kulturelle Leben Deutschlands vor 1933 geprägt. Sie verkörperten eine Zivilgesellschaft, die sich für das Gemeinwohl engagierte. Neben den Arnholds waren das Persönlichkeiten wie James und Eduard Simon, Walther Rathenau, Oscar Huldschinsky, Hedwig Dohm, Else Lasker-Schüler, Paul Cassirer und Alfred Flechtheim, Tilla Durieux, Julie und Julius Elias oder Theodor Wolff und Hugo Preuß. Die Nationalsozialisten drangsalierten, vertrieben und ermordeten viele dieser Menschen nicht nur, sie tilgten auch ihre Namen aus dem Gedächtnis.

Karin Sander wird eine akustische Intervention im öffentlichen Raum entwickeln, die nicht nur das zwischen 1933 und 1945 durch Diktatur und Krieg zerstörte ehemalige Tiergartenviertel – Berlins „Atlantis der Moderne“ – wachrufen wird, sondern durch historische Zitate wie auch aktuelle Stimmen, Gespräche, Musik und Geräusche in zehn Stationen den Blick auf die heutige Stadt und ihre Menschen öffnet.

Erinnern heißt hier Vergegenwärtigen. Karin Sanders künstlerisch-kommunikative Intervention im öffentlichen Raum richtet sich auch an ein jüngeres Publikum, das mittels Smartphone und QR-Codes in deutscher oder englischer Sprache Geschichte und Gegenwart Berlins im Umfeld des Johanna-und-Eduard-Arnhold-Platzes neu erfahren kann.

Karin Sander zählt zu den international renommiertesten Konzeptkünstlerinnen der Gegenwart. In ihren Arbeiten setzt sie sich immer wieder mit Orten, Erinnerungskultur und gesellschaftlichen Zusammenhängen auseinander. Ihre Werke werden weltweit ausgestellt und sind in bedeutenden öffentlichen Sammlungen vertreten. Mit ihren häufig ortsbezogenen Projekten entwickelt sie neue Formen der künstlerischen Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart.

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