Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts

  • Schriftliches Kulturerbe ist in seiner Substanz oftmals gefährdet. Die Koordinierungsstelle hat ein nationales Konzept zur Sicherung dieses Erbes für künftige Generationen erarbeitet. Sie unterstützt hierzu auch Modellprojekte.

    Aufgeschlagenes Adressbuch der Künstlerin Hannah Höch (öffnet Vergrößerung des Bildes9Ein von der Koordinierungsstelle gefördertes Restaurierungsprojekt: Das Adressbuch der Künstlerin Hannah Höch in der Berlinischen Galerie © Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Hannah-Höch-Archiv / Kai-Annett Becker

    Eine der Hauptaufgaben der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) ist es, ein Gesamtkonzept für die Sicherung der schriftlich überlieferten Bestände in Deutschland zu entwickeln. Sie soll dabei die vorhandenen Kenntnisse in der Bestandserhaltung auswerten und bereits bestehende Initiativen und Kompetenzstellen vernetzen. Über die Förderung von Modellprojekten unterstützt sie die Entwicklung innovativer technischer Verfahren. Zudem hat die KEK die wichtige Aufgabe, die Öffentlichkeit über die Gefahren für das schriftliche Kulturgut zu informieren und für das Thema Originalerhalt zu sensibilisieren.

    Die Koordinierungsstelle nahm bereits im Jahr 2010 ihre Arbeit auf. Die offizielle Gründung erfolgte im August 2011. Sie wurde auf Initiative des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gemeinsam mit den Ländern eingerichtet. Angesiedelt ist sie bei der Staatsbibliothek zu Berlin.

    2015 veröffentlichte die KEK die „Bundesweiten Handlungsempfehlungen“. Damit legte sie nicht nur eine umfassende Bilanz zu Schäden und Gefahren für das schriftliche Kulturerbe in Archiven und Bibliotheken vor. Erstmal werden hier auch Aufgabenfelder zusammengestellt, die zur Sicherung des schriftlichen Kulturguts gestärkt werden müssen. Mit diesem sparten- und länderübergreifenden Gesamtkonzept liegt nun ein Wegweiser für Kooperationen auf allen Ebenen  vor, die für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts erforderlich sind.

    Die Gründung der Koordinierungsstelle geht zurück auf eine Initiative deutscher Bibliotheken und Archive mit umfangreichen historischen Beständen. Diese gründeten im Jahr 2001 die „Allianz Schriftliches Kulturgut Erhalten“. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist darin mit der Staatsbibliothek zu Berlin vertreten. Langfristiges Ziel der Allianz war es, die Sicherung des schriftlichen Kulturerbes als eine nationale Gemeinschaftsaufgabe zu verankern. 2009 überreichte die Allianz dem damaligen Bundespräsidenten die Denkschrift ZUKUNFT BEWAHREN. Damit gab sie den Anstoß zur Schaffung einer nationalen Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts.