Personalie im Stiftungsrat: Alexis von Poser wird Stellvertretender Direktor des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin

Pressemitteilung vom 04.07.2019

Der Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz unter Vorsitz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat am Dienstag einstimmig entschieden, dass Dr. Alexis von Poser die Stelle des Stellvertretenden Direktors des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst übernehmen soll.

Das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin werden ab 2020 im Humboldt Forum die außereuropäischen Kulturen präsentieren. Im Mai 2018 wurde die Leitung der beiden Museen zusammengelegt und Prof. Dr. Lars-Christian Koch zum Direktor berufen. Dr. von Poser ist nun zu seinem Stellvertreter gewählt worden. Der Großteil der Sammlungen der beiden Häuser verbleibt in Dahlem und wird dort gemeinsam mit dem Museum Europäischer Kulturen und dem Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin sowie weiteren Partnern den Forschungscampus Dahlem bilden.

Dr. Alexis von Poser studierte Ethnologie, Mittlere und Neuere Geschichte und Anglistik an den Universitäten Heidelberg und Manchester (UK). Seit 2014 ist er Kurator und Leiter des Fachbereiches Ethnologie am Niedersächsischen Landesmuseum Hannover. Darüber hinaus hat er seit Jah-ren Lehraufträge an verschiedenen Universitäten, zuletzt am Institut für Ethnologie in Göttingen. 

Hermann Parzinger, Präsident der SPK, sagt: „Herr von Poser ist für die ausgeschriebene Position hervorragend qualifiziert, er bringt wichtige Erfahrungen aus verschiedene Projekten in Ozeanien, Asien und Afrika mit und verfügt damit über eine seltene fachliche Breite. Seine Vorstellungen zu den aktuellen Debatten um Provenienzforschung und Zusammenarbeit mit Herkunftsländern und Ursprungsgesellschaften haben uns überzeugt, dass er vorzüglich geeignet ist, um zusammen mit Herrn Koch den Forschungscampus Dahlem weiterzuentwickeln und von dort aus auch wichtige Akzente im Humboldt Forum zu setzen.“

„Dahlem soll als Forschungscampus zu einem internationalen Zentrum der objektbasierten Forschung werden, eingebunden in ein aktives weltweites Netzwerk von musealen und universitären Einrichtungen. Dies soll er der Öffentlichkeit vermitteln und zudem den Mitgliedern von Herkunfts-kulturen einen selbstverständlichen Zugang zu den materiellen Hinterlassenschaften ihrer Vorfahren ermöglichen“, sagt Dr. von Poser. Der Campus soll ihm zufolge dazu beitragen, gegenwärtige Prozesse von Globali-sierung und gesellschaftlicher Pluralisierung besser zu verstehen.

Bereits während seines Studiums war Alexis von Poser mehrere Jahre am Institut für Ethnologie der Universität Heidelberg angestellt. Dort wurde er 2009 mit einer Arbeit über Raum-, Zeit- und Personenkonzeptionen mit „summa cum laude“ promoviert. Er blickt auf umfangreiche Feldforschungserfahrungen in Papua-Neuguinea zurück und war neben der Arbeit an seiner Promotion als Bibliotheksmitarbeiter am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht tätig. Zudem war er am interdisziplinären Marsilius-Kolleg der Universität Heidelberg zunächst Promotionsstipendiat, dann Wissenschaftlicher Postdoc-Mitarbeiter im Rahmen des Projektes „Menschenbild und Menschenwürde“.

Nach der Promotion war Herr Dr. von Poser Mitarbeiter bei einem Ausstellungsprojekt des Staatlichen Museums für Völkerkunde München und des Südseemuseums Obergünzburg. Von 2010 bis 2012 war er als wissenschaftlicher Museumsassistent in Fortbildung am Ethnologischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin tätig, wo er unter anderem bei der Konzeption und dem Aufbau verschiedener Ausstellungen mitarbeitete. Im Anschluss leitete er das Digitalisierungsprojekt am Völkerkundemuseum der Hansestadt Lübeck. An der Freien Universität Berlin war er von 2013 bis 2014 als Lehrvertreter am Institut für Sozial- und Kulturanthropologie angestellt.

Am Landesmuseum Hannover, wo er seit 2014 den Fachbereich Ethnologie leitet, zeichnet Dr. von Poser unter anderem verantwortlich für den ethnologischen Teil der neuen Dauerausstellung „Menschenwelten“. Mit „Heikles Erbe. Koloniale Spuren bis in die Gegenwart“ kuratierte er die erste größere Sonderausstellung zu dem Thema der Provenienzforschung an kolonialzeitlichen Sammlungen. Er pflegt Kooperationen und Austauschprojekte mit nationalen und internationalen Universitäten, Museen sowie Künstlerinnen und Künstlern (z.B. in Südafrika, Shanghai, Ghana, Tansania, Neuirland, Papua-Neuguinea, Hawai`i) und engagiert sich im interdisziplinären Diskurs zwischen Geistes- und Naturwissenschaftlern. Auch mit Restitutionsfragen hat er sich bereits auseinandergesetzt und war 2018 Mitantragsteller des landesweiten Verbundprojektes „Provenienzforschung in außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie in Niedersachsen“ (PAESE), innerhalb dessen er auch das Teilprojekt des Landesmuseums Hannover leitet.

Alexis von Poser möchte künftig aus den Sammlungen in Dahlem weitere Anstöße für breite nationale und internationale Zusammenarbeit zu zukunftsrelevanten Themen geben und die Zusammenarbeit mit der Universität ausbauen. Darüber hinaus will von Poser den Forschungscampus gemeinsam mit Dahlemer Partnereinrichtungen als Schaufenster für die lokale Bevölkerung ausbauen, z.B. im Rahmen der langen Nacht der Wissenschaften.

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