Offen, vielfältig, weltstädtisch: Herzog & de Meuron präsentieren die überarbeiteten Pläne für das Museum des 20. Jahrhunderts der Nationalgalerie am Berliner Kulturforum

Pressemitteilung vom 09.10.2018

Mit dem Museum des 20. Jahrhunderts wird ein Gebäude am Kulturforum errichtet, das große Strahlkraft entwickelt und gleichzeitig den komplexen Museumsaufgaben in hohem Maße gerecht wird. Die Architektur, die in den kommenden Jahren entsteht, wird sich zu ihrer Umgebung hin noch weiter öffnen und folgt noch intensiver dem Gedanken der Vernetzung. Dies zeigt sich in der abgeschlossenen Vorentwurfsplanung, die nun vom Architekturbüro Herzog & de Meuron vorgelegt wird. Zentral für den Entwurf sind weiterhin die drei charakteristischen Gestaltungsmerkmale des Wettbewerbsentwurfs – die Hausform, die sich im Innern kreuzenden Boulevards sowie die lichtdurchlässige Fassade aus Backstein. Zusätzlich öffnet sich nun der Bau verstärkt nach außen. So sind neue Zugänge und Blickbezüge ins Innere entstanden, so wird der Museumsbau noch stärker mit dem umgebenden Stadtraum verbunden. Das Gebäude wird durch diese allseitige Verschränkung zum zentralen Verbindungsstück am Kulturforum.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagte: „Der Museumsneubau Neue Nationalgalerie - Museum des 20. Jahrhunderts am Potsdamer Platz hat mit dem überarbeiteten Entwurf eine neue Qualität erreicht. Die Weiterentwicklung ist eine mutige und konsequente architektonische Geste, mit klaren Strukturen, einer durchdachten Materialität, spannungsvollen Perspektiven und der einmaligen Innengestaltung mit der doppelten Durchwegung. Das Gebäude wird eine große städtebauliche Wirkung entfalten und sich zwischen den Solitären behaupten. Vor allem aber wird es in seiner Funktionalität wirken, denn die Kunstwerke bekommen eine exklusive Bleibe, die die Kunstschätze des 20. Jahrhundert neu und eindrucksvoll inszeniert. In diesem großartigen Gebäude werden die beein-druckenden Sammlungen endlich den ihnen gebührenden Platz bekommen. Dieses Museumserlebnis wird auch international für Aufmerksamkeit sorgen.“

„Die vielen Reaktionen auf den Wettbewerbsentwurf in den Medien, aus Fachkreisen und dem Publikum haben die Bedeutung dieses Vorhabens aufgezeigt und waren uns ein Ansporn bei der Weiterentwicklung des Projekts“, betont Jacques Herzog. „Unser städtebauliches Konzept für das Kulturforum ist ein Konzept der Dichte, nicht der Leere. Es organisiert ein Zusammenspiel von präzise zueinander in Beziehung gebrachten Gebäu-den. Und es initiiert auch das Zusammenspiel der darin etablierten Kulturinstitutionen.“

Seit Monaten arbeiten die Architekten gemeinsam mit der Nationalgalerie den Entwurf aus. Dabei werden unter anderem die Grundrisse der vier Geschosse festgelegt. Drei dieser vier Geschosse werden öffentlich zugänglich sein. Hier werden sich unterschiedliche Ausstellungsräume, aber auch Räume für die Kunstvermittlung und Arbeit mit Gruppen, Flächen für den Besucherservice, ein multifunktionaler Medienraum, sowie die Gastronomie befinden. In den internen Bereichen des Museums werden Depots, Restaurierung, Büro- und Technikräume untergebracht. 

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sprach von einem guten Miteinander zwischen Architekten, SPK und Anrainern: „Die Architekten haben den ursprünglichen Entwurf erheblich weiterentwickelt. Nicht nur die neue Qualität der Außengestaltung, sondern auch die Ausarbeitung des Innenraumes machen das Gebäude zu einem wahren Knotenpunkt zwischen Philharmonie, Staatlichem Institut für Musikforschung, St. Matthäus-Kirche und Neuer Nationalgalerie einerseits sowie Staatsbibliothek, Ibero-Amerikanischem Institut und Gemäldegalerie andererseits. Das war uns immer wichtig. Für die SPK und ihre Staatlichen Museen wird hier ein großartiger Bau entstehen, der die einzigartige, aus Ost und West zusammengewachsene Sammlung der Nationalgalerie zur Kunst des 20. Jahrhunderts zusammen mit den Sammlungen von Erich Marx sowie von Ulla und Heiner Pietzsch zeigen und auch Bestände der Kunstbibliothek und des Kupferstichkabinetts einbeziehen wird. Mit dem heutigen Tag sind wir unserem Ziel, einen neuen, herausragenden Ort für die Kunst des 20. Jahrhunderts zu schaffen, einen wichtigen Schritt nähergekommen.“ 

Der Direktor der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, Udo Kittelmann, würdigte die Planungsphase: „Die Nationalgalerie hat über die letzten Monate hinweg einen sehr fruchtbaren und kreativen Dialog mit den Architekten geführt. Unser gemeinsames Ziel war es, nicht nur ein Haus für die Kunst zu schaffen, sondern auch einen sozialen Ort, an dem künstlerische und gesellschaftliche Perspektiven verhandelt werden können. Dies spiegelt sich bereits in dem jetzt weiter entwickelten Architekturentwurf wider, der für vielfältige Nutzungen ideale Räume schafft: von traditionellen Kunstgalerien über Ruhezonen und Versammlungsorte bis hin zu multimedial nutzbaren Räumlichkeiten.“

Im Sommer 2019 wird die Entwurfsplanung abgeschlossen sein, danach wird die Baugenehmigung eingeholt. Der erste Spatenstich ist für Ende 2019 vorgesehen. 

Ab November 2018 sollen die aktuellen Planungen in einer kleinen Ausstellung im Foyer des Kulturforums gezeigt werden. 

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