Neues Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz erschienen
Pressemitteilung vom 19.12.2011
Band 46 des Jahrbuchs Preußischer Kulturbesitz dokumentiert die erfolgreiche Arbeit und die öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten der Stiftung und ihrer fünf Einrichtungen im Jahr 2010. Schwerpunkte bilden die Bereiche Bau, Ausstellungen, Forschung, Erwerbungen und Kooperationen.
Der Kolonnadenhof wurde im Rahmen des zehnjährigen Jubiläums der Aufnahme der Museumsinsel in die UNESCO-Welterbeliste feierlich wiedereröffnet. Der umgebaute Kaisersaal im Museum für Fotografie präsentiert seit 2010 in Wechselausstellungen unter anderem die umfangreiche Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek. Die Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin zog mit ihrer neuen Dauerausstellung in das Alte Museum um.
Ein Artikel zur Mschatta-Fassade im Museum für Islamische Kunst zeichnet die seit deren Erwerb andauernde fachliche Diskussion um ihre optimale museale Präsentation und Rezeption nach. Dabei werden auch derzeitige Überlegungen zum Umbau des Pergamonmuseums aufgezeigt. Ein weiterer Beitrag stellt die in Berlin zugänglichen Quellen zur Auffindung und Fundteilung der Büste der Nofretete in den Jahren 1912/13 vor.
Die Forschungsarbeit des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz wird anhand des Erschließungs- und Editionsprojekts von Schinkels Akten aus seiner Zeit in der preußischen Bauverwaltung verdeutlicht. Ein Beitrag zum Erwerbungskonsortium für die Sammlung Albert Figdor gibt Einblicke in den Kunsthandel der Zwischenkriegsjahre.
Die Staatsbibliothek setzte ihre Erwerbung bedeutender Verlagsarchive fort und bietet somit ein breites Feld zur Erforschung des Verlagswesens in Deutschland. Sie erweiterte mit dem Ankauf eines Konvoluts islamischer Handschriften zudem den Bestand der Orientabteilung. Die Nationalgalerie der Staatlichen Museen konnte das Bild „Abend über Potsdam” von Lotte Laserstein erwerben.
Für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz als eine weltweit bedeutende Kultur- und Wissenschaftseinrichtung sind die Intensivierung der eigenen Forschungstätigkeit und die vielfältige Vernetzung mit nationalen und internationalen Partnern zentrale Aufgaben. Ein Beitrag zur Rolle der SPK als Forschungseinrichtung fächert die wissenschaftlichen Aktivitäten und die weit reichenden Kooperationen der Stiftung und ihrer Einrichtungen auf. Die wissenschaftlichen Veranstaltungen der SPK im Jahr 2010 werden in der Chronik aufgeführt. Gesondert stellt das Ibero-Amerikanische Institut am Beispiel des Kompetenznetzes „desiguALdades.net” seine Forschung zur lateinamerikanischen Welt und den intensiven wissenschaftlichen Austausch mit dieser Region vor.
Das Großprojekt Deutsche Digitale Bibliothek, bei dem die SPK, federführend in einem nationalen Kompetenznetzwerk, an Fragen zur technischen Umsetzung und virtuellen Aufbereitung digitalisierter Bestände aus deutschen Kultureinrichtungen arbeitet, wird ebenso vorgestellt wie die konzeptionelle Weiterentwicklung des Humboldt-Forums, das neue Formen des interkulturellen Dialogs eröffnet. Der Band enthält einen Zwischenbericht zum EU-Twinning-Projekt mit dem Georgischen Nationalmuseum. Es ist das erste europäische Projekt dieser Art im Kulturbereich überhaupt und wird von der SPK realisiert. Ein mit „Kulturgüter auf Abwegen” überschriebener Artikel zeigt die Notwendigkeit der Etablierung und Weiterentwicklung internationaler Vereinbarungen beim Umgang mit Beständen aus fremden Kulturen oder ungeklärter Provenienz auf. Verschiedene Ansätze zum weltweiten Schutz von Kulturgut, die auch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz unterstützt und befördert, werden vorgestellt.
Das Jahrbuch erscheint in einem modernisierten Layout und greift das neue Logo auf, das seit Juni 2011 als erstes Ergebnis eines Markenentwicklungsprozesses die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und ihre Einrichtungen in ihrer Gesamtheit präsentiert.
Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz, Bd. XLVI / 2010, Berlin: Gebr. Mann Verlag, 2011; 506 Seiten mit 169 Abbildungen, davon 146 farbig. ISBN 978-3-7861-2659-1, ISSN 0342-0124.
Preis: 35,00 €. Rezensionsexemplare sind erhältlich beim Gebr. Mann Verlag: E-Mail(Tel.: +49-30-7 00 13 88-0; Fax: +49-30-7 00 13 88-11).

