SPK gibt mittelalterliche Handschrift an Polen zurück

News vom 17.06.2026

Im Rahmen des Deutsch-Polnischen Forums sind heute verschiedene Kulturgüter an die Republik Polen zurückgegeben worden, die während der deutschen Besatzung Polens im Zweiten Weltkrieg entzogen oder verlagert wurden. Die SPK gibt eine mittelalterliche Handschrift zurück, die einen Teil des Textes der polnischen Hymne „Gaude Mater Polonia“ enthält.

Bildmontage mittelalterlicher Handschriften
Breviarium: Hymnar und Allerheiligenlitanei: Dep. 39/2 o.Nr. (1), Digitalisate (Auswahl, Bildmontage), Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Public Domain Mark 1.0

Das aus sechs Pergamentblättern bestehende Heft gelangte auf bisher unbekanntem Weg in die Staatsbibliothek zu Berlin, wo es als Fremdbesitz verwahrt wurde. Es stammt aus der Bibliothek des Priesterseminars in Płock, deren Bestände während des Zweiten Weltkriegs geplündert und weitgehend zerstört wurden. Die wertvollsten Handschriften dieser Bibliothek wurden von den deutschen Besatzungsbehörden nach Königsberg verbracht. 

Wie das Manuskript anschließend in den Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin gelangte, konnte bislang nicht abschließend geklärt werden. Sichtbare Stempel der Seminarbibliothek belegen jedoch eindeutig seine Herkunft. Die drei Doppelblätter waren ursprünglich wohl Teil eines Codex aus dem späten 14. Jahrhundert. Sie wurden vermutlich im 16. oder 17. Jahrhundert daraus herausgelöst und in einem anderen Buch verwendet. Das belegen Spuren wie Verschmutzungen, Knicke und Einschnitte.

„Freundschaftliche Zusammenarbeit“

SPK-Präsidentin Marion Ackermann erklärte zu der Rückgabe: „Ich bin sehr glücklich, dass dieses Manuskript mit einer frühen Niederschrift der Hymne „Gaude Mater Polonia“, ein Manuskript, das Zeugnis einer der dunkelsten Zeiten der langen deutsch-polnischen Geschichte ist, heute wieder nach Polen zurückkehren kann. Mit den bedeutenden Kultureinrichtungen Polens verbindet uns heute eine freundschaftliche Zusammenarbeit, die wir noch intensivieren möchten. So kooperiert etwa die Staatsbibliothek demnächst im Rahmen eines Drittmittelprojektes mit vier polnischen Bibliotheken, und ist das Nationalmuseum in Warschau ab morgen zu Gast in der Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel.“

Die Rückgaben im Rahmen des Deutsch-Polnischen Forumsstehen für die enge deutsch-polnische Zusammenarbeit bei der Aufarbeitung historischen Unrechts und sind Ausdruck der deutschen Verantwortung gegenüber Polen. Die übergebenen Kulturgüter verfügen jeweils über eine eigene, oftmals bewegte Provenienzgeschichte.

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