Nachfahren von Mangi Molelia in Berlin

News vom 19.02.2026

Am 2. März 1900 richteten deutsche Kolonialtruppen in Old Moshi im Kilimanjaro-Gebiet öffentlich 19 führende Persönlichkeiten aus den örtlichen Gemeinschaften hin. Das Ereignis hat vor Ort bis heute tiefe Spuren hinterlassen. Einer der Ermordeten war Mangi Molelia, der junge Anführer von Kibosho; mit ihm starben sein Bruder und ein weiterer Verwandter.

Drei Personen sitzen an einem Tisch und unterzeichnen Dokumente bei einem Treffen in Berlin.
Nachfahren von Mangi Molelia bei ihrem Besuch in Berlin. © SPK / Stefan Müchler

Die Schädel der Hingerichteten wurden nach Deutschland gebracht und gelangten in die Sammlung menschlicher Überreste von Felix von Luschan, die heute von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz betreut wird. Lange Zeit war die Herkunft einzelner human remains ungeklärt. Im Jahr 2023 konnten mithilfe von DNA-Analysen vier Schädel konkreten Personen zugeordnet werden, darunter der von Mangi Molelia sowie die seiner beiden Verwandten.

In dieser Woche reisten zwei Nachfahren nach Berlin, um den Gebeinen ihrer Vorfahren zu begegnen. Während ihres Aufenthalts trafen sie auch die Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Marion Ackermann.

Die tansanische Regierung hat sich bislang nicht zum Rückgabeangebot der SPK geäußert. Die Stiftung bemüht sich weiterhin um eine Rückführung und hat für die Zwischenzeit mit den heute lebenden Familienmitgliedern vereinbart, sie bei wesentlichen Entscheidungen über die Schädel einzubeziehen.

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