Grundinstandsetzung des „Bücherschiffs“ am Kulturforum

News vom 12.02.2026

Die denkmalgeschützte Architekturikone von Scharoun muss dringend saniert werden – ab 2030 schließt das Haus für die Nutzer.

Innenraum der Staatsbibliothek zu Berlin – Haus Unter den Linden – mit Lesesaal, Arbeitsplätzen und Deckenbeleuchtung während der Grundinstandsetzung.
Innenansicht der Staatsbibliothek zu Berlin – Haus Unter den Linden – im Zuge der Grundinstandsetzung. © SPK / gmp Architekten

Die dringend nötige Grundinstandsetzung des „Bücherschiffs“ am Kulturforum kann beginnen. Ab 2030 wird das Haus dafür schließen. Zuvor müssen 5,4 Millionen Bücher umgelagert werden und bauvorbereitende Maßnahmen stattfinden. Dazu gehört auch die Schadstoffsanierung des sogenannten Bücherturms, in dem sich Magazine befinden. Im Anschluss wird das Haus zu einer modernen, nachhaltigen und noch nutzerfreundlicheren Bibliothek umgebaut.

Marion Ackermann, Präsidentin der SPK, erklärt: „Es geht darum, eine denkmalgeschützte Architekturikone, die dringenden Sanierungsbedarf hat, zu retten und fit für die Zukunft zu machen.“

In dem als „Bücherschiff“ bezeichneten Haus Potsdamer Straße sind die Staatsbibliothek und das Ibero-Amerikanische Institut untergebracht.  Das Haus mit seiner berühmten, auch aus Wim Wenders‘ Film „Der Himmel über Berlin“ bekannten Leselandschaft steht unter Denkmalschutz. Es ist einer der bedeutendsten und größten Kulturbauten Deutschlands, errichtet von 1967 bis 1978 nach Plänen des Philharmonie-Architekten Hans Scharoun unter wesentlicher Mitwirkung von Edgar Wisniewski.

Nach über 40 Jahren intensiver Nutzung müssen die Bausubstanz und nahezu alle technischen Anlagen des denkmalgeschützten Gebäudes von Grund auf instandgesetzt werden.  Dabei wird das Haus auch deutlich energieeffizienter werden. Besonders dringend ist die Grundinstandsetzung auch aufgrund der Schadstoffbelastung des Gebäudes.

Der Entwurf von gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner wird das Haus in Richtung des Potsdamer Platzes öffnen, zu der auch ein neuer Eingang an der Ostseite des Hauses gehört. Außerdem werden unterschiedliche Arten von Studierzonen, mehr Aufenthaltsflächen und Gastronomie eingerichtet.

Die Staatsbibliothek Haus Potsdamer Straße ist mit rund 114.000 Quadratmetern Grundfläche flächenmäßig etwa doppelt so groß wie die Neue Nationalgalerie, die Philharmonie und das im Bau befindliche berlin modern zusammen. Da die Maßnahme sehr komplex und logistisch anspruchsvoll ist, wird das Haus voraussichtlich rund elf Jahre, bis 2041, geschlossen bleiben. Während der gesamten Baumaßnahme bleiben alle Bücher der Staatsbibliothek für Leserinnen und Leser über die Leihstelle im Haus Unter den Linden verfügbar.

Schon vor der Schließung des Hauses im Jahr 2030 finden umfangreiche vorbereitende Maßnahmen statt: Rund 5,4 Millionen Bücher werden auf vier andere Standorte verteilt. 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ziehen an andere Arbeitsorte um. Dafür werden andere Standorte der Staatsbibliothek ertüchtigt und ein Ersatzneubau errichtet. In diesem Ersatzneubau wird das Ibero-Amerikanische Institut seinen Betrieb aufrechterhalten und dort auch eine begrenzte Zahl an Leseplätzen anbieten. 

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