NS-Raubkunst: Maria-Lactans-Statuette restituiert

News from 01/24/2023

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SPK hat die Skulptur einer stillenden Muttergottes aus dem 16. Jahrhundert an die Erben Jakob Goldschmidts zurückgegeben

Statuette einer stillenden Maria
Bild: Staatliche Museen zu Berlin, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / Marion Böhl Public Domain Mark 1.0

Die SPK hat am 20. Januar eine Statuette einer Maria Lactans (stillende Muttergottes) aus dem 16. Jahrhundert an die Erben des jüdischen Bankiers und Unternehmers Jakob Goldschmidt zurückgegeben. Das Werk war 1936 für die Skulpturensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin (damals: Königlichen Museen) erworben worden und befand sich seit 1993 als Leihgabe im Museum Ulm.

Hermann Parzinger, Präsident der SPK, sagt dazu: „Zweifellos war Jakob Goldschmidt bereits ganz zu Anfang der NS-Zeit Opfer von individuellen Verfolgungsmaßnahmen. Ich freue mich daher sehr, dass wir die Statuette einer Maria Lactans jetzt an die Erben Jakob Goldschmidts zurückgeben können.“

„Im Namen der Erben bedanke ich mich für die Restitution der Statuette und die ihnen damit zuteilwerdende Wiedergutmachung des Unrechts, welches ihrem Großvater in der NS-Zeit angetan wurde. Wir begrüßen es sehr, dass die SPK die besonderen Umstände dieses komplexen Falles umfassend in den Blick genommen und in der gebotenen Weise gewürdigt hat“, so Sabine Rudolph, Anwältin der Erben Goldschmidts.

Jakob Goldschmidt (1882-1955) war ein bedeutender Bankier und Unternehmer der Weimarer Republik, der aus rassischen und politischen Gründen und wegen seines jüdischen Glaubens verfolgt wurde. Im April 1933 flüchtete Goldschmidt zunächst in die Schweiz und von dort aus 1936 nach New York, wo er 1955 starb. 

Ein großer Teil seiner umfangreichen Kunstsammlung verblieb in Berlin und wurde in verschiedenen Auktionen versteigert. Auch wenn nicht mehr alle Umstände vollständig rekonstruiert werden können, steht fest, dass Jakob Goldschmidt Verfolgungsmaßnahmen ausgesetzt war, durch die er erhebliche finanzielle Nachteile erlitt. Aufgrund dieser Entwicklung war Jakob Goldschmidt gezwungen, die Verwertung eines großen Teils seiner Kunstsammlung, einschließlich der Maria Lactans, zu akzeptieren. Vor diesem Hintergrund hat die SPK die Statuette nun restituiert.

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