Nachhaltig und funktional: Erweiterungsbau der Gipsformerei

News vom 10.01.2023

Architekturbüro von Gerkan, Marg und Partner (gmp) gewinnt den Planungswettbewerb zur Grundsanierung und Erweiterung der Gipsformerei

Rendering für die Grundinstandsetzung und Erweiterung der Gipsformerei
Quelle: gmp Architekten

Der vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) im Auftrag der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) als Maßnahmenträgerin und Bauherrin ausgelobte Wettbewerb für die Grundinstandsetzung und Erweiterung der Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin ist entschieden. Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Professor Frank Kasprusch zeichnete den Entwurf des Architekturbüros von Gerkan, Marg und Partner (gmp) mit dem 1. Preis aus. 

Die Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin ist seit Ende des 19. Jahrhunderts in Charlottenburg beheimatet. Aufgrund des erschöpften Raumpotentials des Altbaus und dessen baulichen Zustands soll das Gebäude grundsaniert und durch einen Neubau erweitert werden.

In den vergangenen Jahren hat sich die Gipsformerei auf die Fertigung großer und komplizierter Reproduktionen spezialisiert, was eine neue Montagehalle erfordert. Im Neubau werden zudem erstmals Restaurierungswerkstätten entstehen. 

Der erstplatzierte Entwurf sieht einen fünfgeschossigen Erweiterungsbau vor, dessen L-förmiger Baukörper der klaren Form des Altbaus mit seiner markanten Klinkerfassade neue Akzente hinzufügt. Werkstätten und Ateliers sowie besondere Depoträume werden im Neubau platziert, um den Anforderungen hinsichtlich Klimatisierung, Be- und Entlüftung, vorbeugendem Brandschutz und Arbeitsschutz gerecht zu werden. 

Mithilfe eines Lowtech-Konzepts und einer Optimierung der Gebäudehülle sollen der Energieverbrauch minimiert und die CO2-Emissionen sowie der Ressourceneinsatz reduziert werden. Darüber hinaus sollen überwiegend recycelbare Materialien zum Einsatz kommen, zudem wird auf irreversible Verbindungen verzichtet, um die Rückbaufähigkeit zu erhöhen. 

In dem offenen zweiphasigen Planungswettbewerb waren aus insgesamt 50 Einreichungen der ersten Phase 16 Beiträge für die zweite Wettbewerbsphase ausgewählt worden. Der Jury gehörten neben freischaffenden Architektinnen und Architekten Vertreterinnen und Vertreter der an dem Projekt beteiligten Behörden und Kulturinstitutionen an. Bei den Beurteilungskriterien standen bei diesem außergewöhnlichen Bauvorhaben Aspekte der Nachhaltigkeit im Fokus. Auch soll für die Baumaßnahme das Lowtech-Prinzip zum Einsatz kommen, welches robusten, wartungsarmen baulichen Lösungen gegenüber komplexen technischen Anlagen den Vorzug gibt und damit einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet. Besonderes Augenmerk lag zudem auf der Funktionalität. 

Entsprechend der Empfehlung des Preisgerichtes wird das BBR im nächsten Schritt im Auftrag der SPK mit den Trägern des 1. Preises Vertragsverhandlungen zur Beauftragung der weiteren Planung und Durchführung aufnehmen.

Ab dem 12. Januar 2023 werden die Entwürfe der Architekt*innen im Ernst-Reuter-Haus der Öffentlichkeit präsentiert; ab Februar dann am Kulturforum ausgestellt. 

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