Ein Erinnerungsort, ein Mäzenatentempel

News vom 12.07.2019

Der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Michael Eissenhauer, nutzte die Eröffnung der James-Simon-Galerie, um an die vielen Mäzene aus dem jüdischen Bürgertum Berlins zu erinnern.

„Bis heute ist James Simon der bedeutendste Mäzen in der Geschichte der Staatlichen Museen zu Berlin. Ohne ihn hätten die Museen ihren sensationellen Aufstieg nicht geschafft – und letztlich den Weltrang nicht erreicht, den sie heute haben. Die Schenkungen von James Simon verteilen sich heute auf zehn unserer Sammlungen und umfassen mehr als 10.000 Objekte. Die Liste der Spitzenwerke, die wir ihm verdanken, ist lang – darunter die Büste der Nofretete, das Ischtar-Tor aus Babylon oder auch Mantegnas „Maria mit dem schlafenden Kind“.

Am 2. Oktober 1904 schrieb James Simon an Wilhelm Bode: „Sie wissen, daß ich mit dem Herzen dabei bin und aus innerer Neigung, nicht aus äußeren Anlässen Sammler geworden bin.“ Doch mit der Förderung musealer und wissenschaftlicher Projekte war es ihm beileibe nicht getan! Noch wesentlich umfangreicher war sein soziales Engagement. Dafür setzte er den insgesamt weitaus größten Teil seiner Mittel ein.

Vor diesem beispiellosen Wirken verneigen wir uns mit der Verleihung seines Namens an die James-Simon-Galerie in großer Ehrfurcht. Doch James Simon stand nicht allein! Gewiss, er ist der Leuchtturm, die Lichtgestalt, doch neben ihm und mit ihm wirkten auch zahlreiche andere Mäzene aus dem jüdischen Bürgertum Berlins. Genannt seien hier beispielsweise Eduard Simon (sein Cousin), Eduard Arnhold, Rudolf Mosse, Oscar Huldschinsky, Richard von Kaufmann und viele, viele andere. An sie alle erinnern wir uns mit der Benennung der James-Simon-Galerie. Sie schenkten, sie gaben und sie halfen bis – 1933 – ihre Kunstsammlungen und Vermögen entzogen und sie und ihre Familien verfolgt, vertrieben und ermordet wurden. Die James-Simon-Galerie ist uns somit ein Erinnerungsort und ein Mäzenatentempel!

In ihm als symbolischer Geste des Danks heißen wir zukünftig unsere Besucherinnen und Besucher aus aller Welt willkommen und bieten Service, Information, Orientierung und Gastlichkeit. Genau in diesem Sinne verstand auch James Simon Museen als Bildungsräume für alle Bevölkerungskreise.

Diesem Grundverständnis verpflichtet eröffnen wir Ende August – genau gegenüber – das „Haus Bastian–Zentrum für Kulturelle Bildung“. Auch das Haus Bastian ist sowohl ein Beispiel für zeitgenössisches Mäzenatentum als auch für eine zeitgemäße Besucheransprache.“

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