Kulturgut in Gefahr: Tatort Deutschland

News vom 12.11.2014

Am 11. und 12. Dezember 2014 findet die internationale Tagung „Kulturgut in Gefahr. Raubgrabungen und illegaler Handel“ statt. Im Panel „Mitteleuropa“ wird am 11. Dezember zwischen 17.00 und 18.00 Uhr die Situation in Deutschland diskutiert. Außerdem werden die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Verfolgung von illegalem Handel mit Kulturgütern vorgestellt.

Logo Tagung Kulturgut in Gefahr: Raubgrabungen und illegaler Handel
© SPK / Gestaltung: Zimmermann Editorial

Beim Panel "Mitteleuropa" sprechen Dr. Jonathan Scheschkewitz und Eckhard Laufer. Das Gespräch wird moderiert von Matthias Wemhoff.

Dr. Jonathan Scheschkewitz
Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart

  • Studium der Ur- und Frühgeschichte, mittelalterliche und neuere Geschichte sowie historische Geographie an den Universitäten Bonn, Köln und Kiel
  • Promotion 2004 an der Universität Kiel
  • 2005–2007 Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege
  • seit Juli 2007 Referent für Mittelalter- und Neuzeitarchäologie und seit 2009 Leiter des entsprechenden Fachbereichs am Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart; landesweit für die Sondengänger- und Raubgräberproblematik zuständig
  • seit 2013 Sprecher der Kommission Illegale Archäologie des Verbandes der Landesarchäologen

Abstract
In den vergangen Jahren haben immer wieder spektakuläre Fälle von Raubgrabungen in Deutschland für Aufmerksamkeit in den Medien gesorgt. Prominente Beispiele sind sicherlich die Himmelsscheibe von Nebra oder jüngst der Schatzfund von Rülsheim. Weniger spektakulär sind die vielen kleineren Raubgrabungen, die häufig die Folge illegaler Nutzung von Metallsonden sind. Begehungen an bekannten archäologischen Fundstellen im Wald wie Burgen oder Wallanlagen lassen im Boden oft spezifische kleine Löcher erkennen, die auf Aktivitäten von Sondengängern zurückzuführen sind.
Archäologische Kulturdenkmale werden zunehmend ihrer Metallfunde und damit eines wichtigen Bestandteiles für die chronologische und soziokulturelle Interpretation beraubt. Im positiven Falle können die selbsternannten Schatzsucher auch hilfreich für die Forschung sein, wie ein Beispiel aus Northeim in Niedersachsen zeigt. Dort hatten Sondengänger rechtzeitig die Zusammenarbeit mit der Archäologischen Denkmalpflege gesucht. Durch eine systematische Untersuchung konnten so Details zu einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen römischen und germanischen Truppen am Harzhorn unter strengster Geheimhaltung dokumentiert werden. 

Eckhard Laufer
Landeskriminalamt Hessen, Zentralstelle für Verkehrs- und Kriminalprävention, Koordinator für den Kulturgüterschutz

  • 2005 Auszeichnung mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz (Silberne Halbkugel) des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz für ehrenamtliche Tätigkeit und berufliches Engagement zur Eindämmung der Raubgrabungsproblematik in Deutschland
  • seit 2010 Hessisches Landeskriminalamt, Zentralstelle für Verkehrs- und Kriminalprävention
  • Koordinator für den Kulturgüterschutz, Aufgaben: Gewinnung und Weitergabe an Informationen zu den Kriminalitätsphänomenen Raubgrabungen und illegaler Handel mit archäologischem Kulturgut, Unterstützung der Ermittlungsbehörden in laufenden Ermittlungsverfahren bei Bedarf. Dabei gelang es bereits in wenigen Fällen, beschlagnahmtes Kulturgut an geschädigte Länder zurückzugeben.

Abstract
Die Polizei ermittelt in Deutschland immer wieder in Fällen von illegalem (inter)nationalen Handel mit archäologischen Kulturgütern, die regelmäßig aus sogenannten Raubgrabungen stammen. Regelmäßig folgen Staatsanwaltschaften und Gerichte nicht der kriminalpolizeilichen Beweisführung zu den infrage kommenden Straftatbeständen und zum vorsätzlichen Handeln der am illegalen Handel beteiligten Tatverdächtigen. Die Verfahren werden somit regelmäßig eingestellt, die beschlagnahmten Kulturgüter zumeist an den letzten Besitzer ausgehändigt. Woran liegt das? Die Antworten darauf soll ein Überblick über die bestehenden Hemmnisse der Ermittler liefern. Und letztlich folgt daraus die Frage: Können diese beseitigt werden?

Moderation

Matthias Wemhoff
Direktor Museum für Vor- und Frühgeschichte, Staatliche Museen zu Berlin, Landesarchäologe Berlin, Geschäftsführer Deutscher Verband für Archäologie

  • Studium der Vor- und Frühgeschichte, Mittlere Geschichte und Kirchengeschichte in Bamberg und Freiburg
  • 1992 Leiter des Museums in der Kaiserpfalz in Paderborn
  • 1999 Ausstellung „799 – Kunst und Kultur der Karolingerzeit“ (mit C. Stiegemann.)
  • 2002 Direktor des Westfälischen Landesmuseums für Klosterkultur in Kloster Dalheim
  • seit 2008 Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin und Landesarchäologe von Berlin, Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin

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