Kulturgut in Gefahr: Warum Deutschland eine neues Bewusstsein für den illegalen Handel braucht

News vom 01.12.2014

Im Panel „Awareness-Raising“ werden am zweiten Tag der Konferenz „Kulturgut in Gefahr: Raubgrabungen und illegaler Handel“ zwischen 14 und 15 Uhr Probleme und Chancen der Vermittlung eines kulturellen Bewusstseins für den Schutz von Kulturgütern beleuchtet.

Logo Tagung Kulturgut in Gefahr: Raubgrabungen und illegaler Handel
© SPK / Gestaltung: Zimmermann Editorial

Das Panel „Awareness-Raising“ wird von Christina Haak moderiert. Es sprechen Silvelie Karfeld, Stephan Seidlmayer und Micheal Müller-Karpe.

Silvelie Karfeld
Bundeskriminalamt, Kriminalhauptkommissarin

  • 1987–1990 Fachhochschulstudium in Köln und Wiesbaden
  • Seit 1990 Kriminalpolizeiliche Sachbearbeiterin im Sachbereich Kunst- und Kulturgutkriminalität des Bundeskriminalamtes, Referat Eigentumskriminalität, Abteilung Schwere und Organisierte Kriminalität, Hauptschwerpunkte der Tätigkeit sind:
  • ermittlungsunterstützende Auswertung, Recherche, Beratung sowie Informationsaustausch für und mit Strafverfolgungsbehörden im In- und Ausland z.B. zu Kunstdiebstahl und -fälschung oder illegalem Handel mit Kulturgut
  • Zusammenarbeit mit Zoll, Bundesbehörden, Interpol, Museen, Experten, Dachverbänden etc.
  • Entwicklung und Betreuung der deutschen polizeilichen digitalen Bilddatenbank für gestohlene, gefälschte oder unter dubiosen Umständen angebotene Objekte, Ausschreibungen und Recherchen in der Interpol-Datenbank sowie in lostart

Abstract
Der Vortrag behandelt zu Beginn einige wichtige Erkenntnisquellen des BKA für seine Feststellungen zur Entwicklung und Ausprägung dieses Kriminalitätsbereichs. Es werden die Möglichkeiten der polizeilichen Fahndung bei registrierten Diebstählen der Problematik bei der Prüfung antiker Objekte, die aus Raubgrabungen stammen, gegenübergestellt.
Die Bedeutung des illegalen Kulturgutshandels für die Kriminalität wird erläutert. Die praktischen und rechtlichen Probleme der staatlichen Behörden bei der Kriminalitätsbekämpfung werden analysiert. Die Schwierigkeiten der Objektprüfung hinsichtlich Identität, Provenienz, Authentizität und rechtlichen Fragen sowie die daraus resultierende Lage auf dem Kunstmarkt und die Folgen für Deutschland werden anhand einiger Beispiele illustriert.
Abschließend werden Prämissen für eine zukünftige erfolgreichere Bekämpfung des illegalen Handels mit Kulturgut in Deutschland sowie mögliche unterstützende Initiativen zur Diskussion gestellt.

Stephan Seidlmayer

Direktor der Abteilung Kairo des Deutschen Archäologischen Instituts

  • 1975-1986 Studium der Ägyptologie, Klassischen Archäologie und Alten Geschichte an den Universitäten Würzburg und Heidelberg
  • 1986 Promotion an der Universität Heidelberg, 1994 Habilitation für das Fach Ägyptologie
  • 1998-2012 Arbeitsstellenleiter und Projektleiter am Vorhaben Altägyptisches Wörterbuch an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
  • 2003 Ernennung zum Universitätsprofessor (C4) an der Freien Universität Berlin (Akademieprofessur der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften)
  • 2004-2012 Mitglied des Fachkollegiums 101 „Alte Kulturen“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft; seit 2005 stellvertretender Sprecher des Fachkollegiums
  • Seit 2009 Erster Direktor der Abteilung Kairo des Deutschen Archäologischen Instituts, damit verbunden Wahl zum Ordentlichen Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts.

Abstract
Die Abt. Kairo des Deutschen Archäologischen Instituts hat damit begonnen, die eigenen Arbeiten zum Kulturerhalt, z.B. die Restauration und Sicherung archäologischer Plätze, mit Maßnahmen zu verbinden, die den lokalen Gemeinschaften grundlegende Informationen zu Art und Bedeutung der Denkmäler, die sich oft buchstäblich vor ihrer Haustür finden, zu vermitteln. Die Akzeptanz aller derartiger Maßnahmen ist außerordentlich und zeigt, welches genuine Bedürfnis nach solchem Wissen in der Gesellschaft sowieso schon lebendig ist.
Ein Programm zur Erstellung von Unterrichtsmaterialien zur ägyptischen Archäologie für den Schulunterricht wendet sich direkt an Schulkinder unterschiedlicher Altersgruppen. Hier wird den Schülern nicht nur Sachwissen über die eigene Vergangenheit nahe gebracht, sondern insbesondere die Bedeutung dieser Vergangenheit als Grundlage des eigenen Lebens erschlossen.

Michael Müller-Karpe

Römisch-Germanisches Zentralmuseum – Forschungsinstitut für Archäologie, Mainz

Moderation

Christina Haak
Stellvertretende Generaldirektorin der Staatlichen Museen zu Berlin

  • Studium der Kunstgeschichte in Braunschweig und Münster
  • 1999 Promotion
  • 2000–2003 wissenschaftliche Tätigkeit am Museum für Kommunikation in Frankfurt
  • 2003–2008 Leitung der Stabstelle Projektmanagement bei der Museumslandschaft Hessen Kassel
  • 2009–2011 Leiterin der Stabstelle Bau in der Generaldirektion der Staatlichen Museen zu Berlin
  • seit 2011 Stellvertretende Generaldirektorin der Staatlichen Museen zu Berlin

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