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Verena Lepper wird neue Leiterin der Getty Villa in Los Angeles
News vom 27.08.2025
Verena Lepper, die derzeit Kuratorin am Ägyptischen Museum und Papyrussammlung ist, verlässt Berlin in Richtung Kalifornien

Die 52 Jahre alte Ägyptologin und Orientalistin wird künftig die Getty Villa in Los Angeles leiten. Die Getty Villa in Pacific Palisades ist einer der beiden Standorte des J. Paul Getty Museums. Das der Villa dei Papiri in Herculaneum nachempfundene Gebäude beherbergt heute die Antikensammlung des Museums. Frau Lepper wird nicht nur für die etwa 45.000 Antiken umfassende Sammlung zuständig sein, sondern auch das Programm und das Kuratorenteam des Museums leiten.
Verena Lepper ist seit 2008 als Kuratorin am Ägyptischen Museum und der Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin für eine Sammlung von 30.000 ägyptischen und orientalischen Papyri zuständig. Lepper hat bedeutende internationale Ausstellungen und Forschungsprojekte in Deutschland und im Ausland geleitet und kuratiert, darunter in Doha und Abu Dhabi sowie an der Harvard University. Derzeit ist sie auch Direktorin des Instituts für Altorientalische und Hellenistische Religionsgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Um die Kulturdiplomatie zwischen der arabischen Welt und Deutschland voranzutreiben, gründete sie die Arab-German Young Academy of Sciences and Humanities (AGYA), die sie seit 2013 leitet. Sie ist Mitglied mehrerer Ausschüsse und Aufsichtsräte, die sich mit Kultur- und Wissenschaftspolitik befassen.
„Wir sind stolz, dass eine überaus renommierte Kollegin aus unseren Reihen künftig die Getty Villa leiten wird. Verena Lepper hat für den kulturellen Dialog viel erreicht und so besteht die berechtigte Hoffnung, dass die SPK künftig noch enger mit Getty zusammenarbeiten wird“, sagt SPK-Präsidentin Marion Ackermann.
„Verena Lepper bringt einen reichen Schatz an Wissen und Erfahrung in der Kunst, materiellen Kultur, Sprachen und Religion der antiken Welt vom Mittelmeer bis zum Nahen und Mittleren Osten mit“, sagt Timothy Potts, Maria Hummer-Tuttle und Robert Tuttle Direktor des J. Paul Getty Museums. „Ihr Erfolg, verschiedene Publika mit unterschiedlichen Hintergründen durch Ausstellungen, Publikationen und Bildungsprogrammen anzusprechen, wird den Einfluss der Getty Villa auf die Besucher aus der ganzen Welt in großartiger Weise erweitern.“
„Es ist mir eine große Ehre zukünftig für das Getty Museum zu arbeiten. Die Getty Villa ist ein einzigartiger Ort, der weltberühmte Objekte, Architektur und Gärten vereint, in der Villa dei Papiri“, sagt Verena Lepper „Mit einem außergewöhnlichen Team hoffe ich, das Bewusstsein für die Relevanz der Vergangenheit zu unterstützen und eine akzeptierende Sichtweise auf verschiedene Kulturen in der Gegenwart und für die Zukunft zu fördern.“
Lepper hat 20 Bücher über ägyptische und orientalische Papyri, Sprache und Religion sowie Literatur- und Kulturgeschichte, Wissenschaftsgeschichte und Kunst veröffentlicht. Ihre Arbeit wurde durch zahlreiche internationale Auszeichnungen gewürdigt. Eines ihrer jüngsten multidisziplinären Forschungsprojekte befasste sich mit der Kulturgeschichte der Insel Elephantine, die im Süden Ägyptens im Nil liegt. Dieses Projekt wurde vom Europäischen Wissenschaftsrat (ERC) mit 1,5 Millionen Euro gefördert und umfasste Objekte aus 60 Sammlungen in 24 Ländern aus aller Welt. Es mündete 2024 in einer großen Ausstellung auf der Berliner Museumsinsel mit dem Titel „Elephantine: Insel der Jahrtausende“, die die Bedeutung von 4.000 Jahren Kulturgeschichte zeigte, mit zwanzig verschiedenen antiken Volksgruppen, inklusive zeitgenössischer Kunst.
Zum Abschluss Lepper’s Tätigkeit zu Elephantine in Berlin findet am 2.10.2025 um 19 Uhr ein Diskussionsabend zu „Elephantine goes global. Museum und Wissenschaft als Softpower“ in der James Simon Galerie statt. Hier wird die virtuelle Version der Ausstellung „Elephantine. Insel der Jahrtausende“ erstmalig präsentiert. Anmeldungen online.