Neues Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz erschienen

Pressemitteilung vom 25.01.2013

Soeben ist der Band 47 des Jahrbuchs der Stiftung Preußischer Kulturbesitz erschienen. Er dokumentiert die vielfältigen, öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten der Stiftung und ihrer fünf Einrichtungen im Jahr 2011. Besondere Schwerpunkte bilden das Jubiläum der Staatsbibliothek, das Humboldt-Forum, die Altertumswissenschaft bei der SPK und zwei herausragende Erwerbungen.

Das 350-jährige Jubiläum der Staatsbibliothek zu Berlin war eines der bestimmenden Themen im Jahr 2011. Ein Highlight: der Festvortrag des Historikers Christopher Clark zum Gründungsjahr 1661. Außerdem erläutert die Generaldirektorin der Staatsbibliothek, weshalb trotz fortschreitender technischer Entwicklungen und zunehmender Digitalisierung auch in Zukunft noch Lesesäle sowie gedruckte Bücher nötig sein werden.

2011 fand der erste Workshop des International Advisory Board für das Humboldt-Forum statt, in dessen Rahmen die Konzepte der beteiligten Museen diskutiert wurden. Der Workshopbericht und die Konzepte finden sich in einer neuen Rubrik des Jahrbuchs, die die Planungen für das Humboldt-Forum in den nächsten Jahren begleiten wird. Darin beschreibt die Direktorin des Ethnologischen Museums am Beispiel eines Forschungsprojektes zur pazifischen Nordwestküste, wie Vertreter von Herkunftskulturen in die Konzeption der Sammlungspräsentation mit einbezogen werden können. Ebenfalls grundlegend für die zukünftigen Ausstellungen im Humboldt-Forum sind die Forschungsergebnisse aus den zahlreichen internationalen Kooperationen des Museums für Asiatische Kunst zur Turfan-Sammlung.

Ein bedeutendes Ereignis war die Gründung des Berliner Antike-Kollegs, das aus dem Exzellenzcluster „TOPOI – The Formation and Transformation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations“ hervorgegangen ist. Die Beteiligung der SPK unter anderem an diesem Forschungsnetzwerk unterstreicht ihre besondere Rolle als eine Wissenschaftseinrichtung, die vorrangig sammlungsbasierte Forschung leistet und komplexe Forschungsinfrastrukturen zur Verfügung stellt.

Neue Forschungsansätze bietet zudem das Adressbuch von Alexander von Humboldt, das 2011 von der Staatsbibliothek erworben wurde und das als eine Art Knotenpunkt im umfangreichen Korrespondenznetzwerk des Gelehrten gilt. Eine weitere bedeutende Neuerwerbung der SPK ist der „Kleine Klebeband der Fürsten von Waldburg-Wolfegg“, eine umfangreiche Sammlung von Zeichnungen des 15. bis mittleren 17. Jahrhunderts. Der „Kleine Klebeband“ wurde gemeinsam mit den Kunstsammlungen und Museen Augsburg, der Ernst von Siemens Kunststiftung und dem Freistaat Bayern, unterstützt von der Kulturstiftung der Länder und der Rudolf-August Oetker Stiftung für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Denkmalpflege, angekauft.
Zahlreiche Bauprojekte beschäftigen die SPK derzeit, zwei davon werden im Jahrbuch vorgestellt: die Umgestaltung des Kunstgewerbemuseums am Kulturforum und die Planungen für die Freiflächen auf der Museumsinsel Berlin.

Bei den Staatlichen Museen zu Berlin ist Kunst- und Kulturvermittlung ein Thema, an dem intensiv gearbeitet wird, wie der Beitrag des Generaldirektors verdeutlicht. Ein weiterer Text beleuchtet die Rolle des früheren Generaldirektors der Museen, Wilhelm von Bode, bei der Erstellung eines Verzeichnisses national wertvoller Kunstwerke nach dem Ersten Weltkrieg. Ein ebenfalls historisches und dennoch hoch aktuelles Thema ist der so genannte Berliner Skulpturenfund. Die bei archäologischen Grabungen in Berlin zufällig gefundenen Werke der „entarteten Kunst” waren 2011 im Neuen Museum ausgestellt und werden derzeit erforscht. Der Präsident der Stiftung stellt in einem weiteren Beitrag das vielschichtige Verhältnis und die gegenseitige Beeinflussung von Archäologie und Politik vor.

Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz, Bd. XLVII / 2011, Berlin: Gebr. Mann Verlag, 2012; 452 Seiten mit 111 Abbildungen, davon 95 farbig. ISBN 978-3-7861-2676-8, ISSN 0342-0124.
Preis: 35,00 €. Rezensionsexemplare sind erhältlich beim Gebr. Mann Verlag: E-Mail  (Tel.: +49-30-7 00 13 88-0; Fax: +49-30-7 00 13 88-11).

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