Aktionswoche „Avantgarde Architektur“ im Rahmen des 8. Petersburger Dialogs vom 29. 9. bis 3. 10. 2008 in St. Petersburg

Pressemitteilung vom 02.10.2008

Im Rahmen des 8. Petersburger Dialogs findet seit dem 29. September und noch bis zum 3. Oktober 2008 die Aktionswoche „Avantgarde Architektur“ in St. Petersburg statt.

Ziel der Aktionswoche ist es, auf das außergewöhnlich reiche Erbe von Architekturdenk­malen des frühen 20. Jahrhunderts in Russland aufmerksam zu machen und die weniger bekannten Gebäude in St. Petersburg in das Blickfeld der Fachleute und der interessierten Öffentlichkeit zu rücken. Die Revitalisierung dieser teils stark bedrohten Bauwerke muss rasch und wirkungsvoll erfolgen.

Realisiert wurde die Aktionswoche mit Unterstützung des Goethe-Instituts, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, des Berliner Landesdenkmalamtes und der St. Petersburger Denkmalschutzbehörde KGIOP sowie des Instituts ProArte.

Auf einer zweitägigen Rundfahrt mit deutschen und russischen Pressevertretern sowie Ex­perten aus den Bereichen Denkmalschutz und Altbausanierung beider Staaten wurden in St. Petersburg verschiedene Wohn- und Industriebauten besichtigt, die im 20. Jahrhundert ent­standen sind. Nach übereinstimmender Meinung aller teilnehmenden Experten sind viele der noch vorhandenen Bauwerke dieser bedeutenden Architekturphase  in St. Petersburg, aber auch in anderen Städten in Russland, als Kulturerbe von überregionaler und nationaler Be­deutung einzuschätzen. Das Russische Nationalkomitee und das Deutsche Nationalkomitee des Welterbedenkmalrats ICOMOS schlagen in einer gemeinsamen Denkschrift des Peters­burger Dialogs vor, herausragende Bauwerke und Ensembles der russischen Avantgarde für die UNESCO-Welterbeliste zu nominieren.

In einem Architekturführer, der im Rahmen der Aktionswoche durch die Denkmalschutzor­ganisation KGIOP St. Petersburg vorgestellt wurde, sind Bauwerke und Ensembles aufge­führt, bei denen zum Teil dringender Handlungsbedarf besteht. Es gibt derzeit 80 in St. Pe­tersburg registrierte Bau- und Industriedenkmale aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Darüber hinaus werden in der Russischen Akademie der Künste in St. Petersburg derzeit vier Ausstellungen präsentiert:

„Bruno Taut – Meister des farbigen Bauens“
„Erich Mendelsohn – Dynamik und Funktion“
„Wohnen im Welterbe – Sechs Siedlungen der Berliner Moderne“
„Vom Experiment zur Praxis – der Leningrader Konstruktivismus“

Vom 3.Oktober 2008 an wird zusätzlich im Historischen Museum auf der Peter-und Paul-Festung die Ausstellung „Avantgarde – Welterbe? Zur Erhaltung der Bauten der Moderne in Russland und Deutschland“ gezeigt.

Ziel aller Ausstellungen ist es, nicht nur auf die einzigartigen Architekturdenkmale des frühen 20. Jahrhunderts in Deutschland und Russland aufmerksam zu machen, sondern auch an den intensiven Austausch zwischen deutschen und russischen Architekten jener Zeit hinzu­weisen, ein historisches Beispiel deutsch-russischer Kooperation, an das anzuknüpfen sich lohnen dürfte. Ein internationaler Studentenworkshop mit Teilnehmern aus Russland, Deutschland und Italien stellt dazu kreative Vorschläge für eine erhaltende Umnutzung von Denkmalen der Avantgarde und des Konstruktivismus in St. Petersburg vor.

Die beiden Co-Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Kultur des Petersburger Dialogs Prof. Mikhail Piotrovsky und Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann sehen mit diesen Aktivitäten eine große Chance, das Architekturerbe des frühen 20. Jahrhunderts in der Öffentlichkeit bewusst zu machen und in enger Zusammenarbeit Zeugnisse des russischen Konstruktivismus und der deutschen Moderne wie das deutsche Bauhaus als wichtigen Teil des kulturellen Welterbes zu erhalten und erlebbar zu machen.

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