Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin in das Executive Council der World Digital Library (WDL)

Pressemitteilung vom 25.06.2010

Am Mittwoch wählten Vertreter der derzeit 91 an der World Digital Library (WDL) teilnehmenden Institutionen in Washington ihr Executive Council. Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin ist eines der sieben Mitglieder, die künftig als Steuerungsgremium die Leitlinien der WDL festlegen werden.

Die WDL ist ein von der UNESCO getragenes Internetportal. Es präsentiert die Spitzenstücke des Schriftgutes der Welt als hochwertige Digitalisate. Die in den sieben Arbeitssprachen der UNESCO verfügbare Website verfolgt den Bildungsgedanken der Organisation: Sie soll interkulturelles Verständnis fördern und vor allem der breiten Öffentlichkeit die herausragenden Dokumente der kulturellen Überlieferung der Menschheit zugängig machen. Technisch ist die WDL bei der Library of Congress angesiedelt.

„Die World Digital Library ist eine wunderbare Möglichkeit für die Staatsbiblio-thek zu Berlin, die größte wissenschaftliche Universalbibliothek Deutschlands, ihre bedeutendsten Schätze weltweit zu präsentieren,“ betont Barbara Schneider-Kempf. Bisher war in der seit 2009 online geschalteten WDL aus Deutschland nur die Bayerische Staatsbibliothek vertreten.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, ergänzte: „Wie man an dem Beispiel WDL sieht, spielt die Stiftung Preußischer Kulturbesitz aufgrund ihrer herausragenden Bestände, der spartenübergreifenden Struktur und nationalen Bedeutung regelmäßig eine besondere Rolle in Netzwerken und bei der Bereitstellung von Kulturerbe in digitalen Nachweisportalen.“

Um die von Museen, Bibliotheken und Archiven verwahrten Originale auch in Zukunft optimal nutzbar zu machen, müssen ihre Bestände umfassend digitali-siert werden. Dafür wird bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz derzeit eine Digitalisierungsstrategie entwickelt. Schon jetzt beteiligt sich die SPK an Projekten wie der Deutschen Digitalen Bibliothek und der Europeana. Darüber hinaus werden, häufig im Rahmen von wissenschaftlichen Projekten, Digitalisierungsvorhaben durchgeführt.In der Statsbibliothek zu Berlin ist die Digitalisierung und weltweite kostenlose Publizierung von Bibliotheksbeständen ein Langzeitprojekt mit oberster Priorität.Im Digitalsierungszentrum der Bibliothek arbeiten gegenwärtig 14 Mitarbeiter; der Grätepark wird im Jahr 2010 auf 14 Scanner (2 Scanroboter, 10 Aufischtscanner und 2 Grazer Buchtische) erweitert. Wenn die Zahl der Mitarbeiter weiter wächst, werden künftig über 20 000 Seiten pro Tag, also 4 Millionen Seiten im Jahr, gescannt werden können.

Die Staatsbibliothek zu Berlin wird aus ihren Beständen zunächst folgende Dokumente sukzessive bereitstellen:
Nibelungenlied und Klage („Hundshagensche Handschrift“), 1440
Dietrich Bonhoeffer: Wer bin ich? (Autograph des Gedichtes)
Gutenberg-Bibel (zwischen 1452 und 1454)
Eigenhändige Zeichnung Alexander von Humboldts mit Brief: Cacajao-Äffchen
Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte (Autograph)
Johann Sebastian Bach: Weihnachts-Oratorium (Autograph)
Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125 (Autograph)
„Hamilton-Siddur“ / Passach-Haggada, 13. Jh.
95 Thesen Martin Luthers, 1517
Heinrich Hoffmann: Der Struwwelpeter
Wilhelm Busch: Max und Moritz

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