Kulturgut in Gefahr. Raubgrabungen und illegaler Handel

Veranstaltungsdatum: 11.12.2014 - 12.12.2014
Ort der Veranstaltung: Auswärtiges Amt

TAGUNG MIT ANMELDUNG, KOSTENPFLICHTIG

Logo Tagung Kulturgut in Gefahr: Raubgrabungen und illegaler Handel
© SPK / Gestaltung: Zimmermann Editorial

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, das Deutsche Archäologische Institut und der Deutsche Verband für Archäologie veranstalten am 11. und 12. Dezember 2014 eine internationale Tagung, die sich dem Problem der Raubgrabungen und des illegalen Handels mit antiken Kulturgütern widmet.

– For the English version, see PDF below –

Illegale Grabungen und der Handel mit geraubten Kulturgütern sind weltweit zu einem andauernden ernsthaften Problem geworden. Die Zerstörung von archäologischen Stätten bedroht das Kulturerbe zahlreicher Staaten. Durch illegale Grabungen sind bereits viele Objekte für Gesellschaft und Forschung verloren gegangen. Der Handel mit Kulturgütern aus Plünderungen und Raubgrabungen nimmt zu, er ist mittlerweile zum drittgrößten illegalen Markt weltweit angewachsen. Die aktuellen gesetzlichen Regelungen auf nationaler wie internationaler Ebene sind nicht ausreichend, um illegalen Handel mit antiken Kulturgütern dauerhaft und systematisch zu unterbinden.
Die Tagung wird exemplarisch die Auswirkungen von Raubgrabungen für das Kulturerbe einzelner Länder darstellen, die rechtlichen Rahmenbedingungen beleuchten und rechtliche und gesellschaftliche Lösungsansätze für das Problem der Raubgrabungen erörtert.
Die Tagung wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und vom Auswärtigen Amt.

Programm

11. Dezember 2014

11.00 bis 11.30 Uhr: Begrüßung

  • Maria Böhmer, Staatsministerin im Auswärtigen Amt
  • Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien

11.30 bis 12.00 Uhr: Begrüßung

  • Friederike Fless, Präsidentin Deutsches Archäologisches Institut, Vizepräsidentin Deutscher Verband für Archäologie
  • Hermann Parzinger, Präsident Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Präsident Deutscher Verband für Archäologie

12.00 bis 12.10 Uhr: Grußwort

  • Mechtild Rössler, Stellvertretende Leiterin UNESCO-Welterbezentrum

1. Schutz vor Raubgrabungen auf nationaler und internationaler Ebene
Am ersten Tag werden in Referaten exemplarisch die Auswirkungen von Raubgrabungen in verschiedenen Ländern für das Kulturerbe des jeweiligen Landes dargestellt. Die Ausführungen werden die Notwendigkeit spezifischer Lösungsansätze zum Schutz vor Raubgrabungen auf nationaler Ebene für das In- und Ausland verdeutlichen.

12.10 bis 13.10 Uhr: Naher und Mittler Osten

  • Maamoun Abdulkarim, Generaldirektor Staatliche Verwaltung für Antiken und Museen, Syrien
  • Halah Mohammed Abbas al-Badrawi, Staatliche Verwaltung für Antiken und Kulturerbe, Nationalmuseum, Irak 
  • Mamdouh Mohamed Gad ElDamaty, Minister für Antiken und Kulturgut, Ägypten

Moderation: Margarete van Ess, Wissenschaftliche Direktorin Orient-Abteilung, Deutsches Archäologisches Institut

13.10 bis 13.40 Uhr: Afrika

  • Musa Oluwaseyi Hambolu, Fakultät für Geschichte und internationale Beziehungen, Veritas University, Bwari, Abuja, Nigeria
  • Solange L. Macamo, Direktorin Abteilung Nationales Kulturerbe, Ministerium für Kultur Mosambik und Décio Muianga, Universität Eduardo Mondlane, Abteilung Archäologie und Anthropologie, Fakultät für Kunst und Sozialwissenschaften, Mosambik

Moderation: Peter Breunig, Institut für Archäologische Wissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt am Main

13.40 bis 15.00 Uhr Mittagspause

15.00 bis 15.30 Uhr: Lateinamerika

  • Pedro F. Sánchez Nava, Nationaler Koordinator für Archäologie, Mexikanisches Nationalinstitut für Anthropologie und Geschichte

Moderation: Robert Kugler, Rechtsanwalt

15.30 bis 16.30 Uhr: Südosteuropa

  • Kostas Nikolentzos, Ministerium für Kultur und Sport Griechenland
  • Ira Kaliampetsos, Griechische Gesellschaft für Recht und Archäologie

Moderation: Katharina Cramer-Hadjidimos, Referat für internationale Zusammenarbeit bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

16.30 bis 17.00 Uhr Kaffeepause

17.00 bis 18.00 Uhr: Mitteleuropa

  • Jonathan Scheschkewitz, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Schwerpunktgrabungen
  • Eckhard Laufer, Landeskriminalamt Hessen, Zentralstelle für Verkehrs- und Kriminalprävention, Koordinator für Kulturgüterschutz

Moderation: Matthias Wemhoff, Direktor Museum für Vor- und Frühgeschichte, Staatliche Museen zu Berlin, Landesarchäologe Berlin, Geschäftsführer Deutscher Verband für Archäologie

Öffentlicher Abendvortrag
20.00 Uhr in der Rotunde des Alten Museums der Staatlichen Museen zu Berlin
Neil Brodie, University of Glasgow, Scottish Center for Crime and Justice Research:
“Transnational Organised Crime and the Antiquities Trade” mehr

12. Dezember 2014
2. Recht und Ethik
Im Panel „Recht und Ethik“ werden rechtliche Mechanismen identifiziert, die gute Ergebnisse gezeitigt haben und damit Vorbildcharakter für die Entwicklung eines effektiven rechtlichen Kulturgutschutzes haben können. Auch die praktische Relevanz bzw. Umsetzungskraft einschlägiger ethischer Grundlagen wird eine der zentralen Fragen dieses Tagungsabschnittes sein.

Moderation: Markus Hilgert, Direktor Vorderasiatisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin

9.00 bis 10.00 Uhr: Recht und Ethik I: Rechtliche Mechanismen

  • Christian Manhart, UNESCO Vertreter für Nepal
  • Sophie Lenski, Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht, Medienrecht, Kunst- und Kulturrecht, Universität Konstanz

10.00 bis 11.00 Uhr: Recht und Ethik II: Selbstregulierung und Ethische Richtlinien

  • France Desmarais, Direktorin Abteilung Programme und Partnerschaften, ICOM Paris
  • Andreas Scholl, Direktor Antikensammlung, Staatliche Museen zu Berlin

11.00 bis 11.30 Uhr Kaffeepause

3. Maßnahmen gegen den illegalen Handel
Das Panel „Maßnahmen gegen den illegalen Handel“ wird bestehende Dokumentations- und Auswertungssysteme hinsichtlich ihrer Präventionspotentiale in den Blick nehmen und Möglichkeiten diskutieren, wie internationale Tools aufgebaut werden können, die noch weiter und besser greifen. Darüber hinaus werden Möglichkeiten erörtert, den Schutz von Kulturgut stärker als bisher im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern.

Moderation: Christina Haak, Stellvertretende Generaldirektorin, Staatliche Museen zu Berlin

11.30 bis 12.30 Uhr: Maßnahmen gegen illegalen Handel I: Dokumentation und Datenbanken

  • Reinhard Förtsch, Direktor für Informationstechnologien, Deutsches Archäologisches Institut
  • Françoise Bortolotti, Abteilung Drogen, organisierte Kriminalität und Kunstraub, Interpol

12.30 bis 14.00 Uhr Mittagspause

14.00 bis 15.00 Uhr: Maßnahmen gegen illegalen Handel II: Awareness-Raising

  • Michael Müller-Karpe, Römisch-Germanisches Zentralmuseum – Forschungsinstitut für Archäologie, Mainz
  • Silvelie Karfeld, Bundeskriminalamt, SO 36–24 Sachbereich Kunst- und Kulturgutkriminalität
  • Stephan Seidlmayer, Direktor Abteilung Kairo, Deutsches Archäologisches Institut

15.00 bis 15.30 Uhr Kaffeepause

15:30 bis 17.00 Uhr

4. Podiumsdiskussion
Diskussion über Möglichkeiten der interdisziplinären, institutionenübergreifenden Zusammenarbeit im Hinblick auf illegalen Handel auf dem Hintergrund der an den beiden Konferenztagen geschilderten Rahmenbedingungen mehr

Teilnehmer:

  • Siegmund Ehrmann, Vorsitzender Kulturausschuss Bundestag
  • Ursula Kampmann, International Association of Dealers in Ancient Art
  • Eckart Köhne, Präsident Deutscher Museumsbund, Direktor Badisches Landesmuseum
  • Jürgen Kunow, Vorsitzender Verband der Landesarchäologen
  • Isabel Pfeiffer-Poensgen, Generalsekretärin, Kulturstiftung der Länder
  • Günther Schauerte, Vizepräsident Stiftung Preußischer Kulturbesitz
  • Jörg Ziercke, Präsident Bundeskriminalamt a.D.

Moderation: Friederike Fless, Präsidentin Deutsches Archäologisches Institut, Vizepräsidentin Deutscher Verband für Archäologie

17.00 Uhr Schlusswort: Hermann Parzinger, Präsident Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Präsident Deutscher Verband für Archäologie

Konferenzsprache ist Deutsch. Es wird Simultanübersetzung von der und in die englische Sprache angeboten.

Zeit und Ort

11. bis 12. Dezember 2014
Auswärtiges Amt
– Weltsaal –
Konferenzeingang
Unterwasserstr. 10
10117 Berlin

Anmeldung 

Für die Teilnahme muss eine Tagungsgebühr in Höhe von 30 Euro entrichtet werden. Die Anmeldung wird erst mit der Entrichtung der Tagungsgebühr gültig. Bei Nichtteilnahme an der Tagung kann die Tagungsgebühr nicht rückerstattet werden.

Anmeldeinformationen

Konto: Deutscher Verband für Archäologie
IBAN DE07 1004 0000 0720 7061 01
BIC COBADEFFXXX
Verwendungszweck: Tagungsgebühr Kulturgutschutz

Anmeldung: bitte per E-Mail
Anmeldeschluss: 24. November 2014
Anmeldebestätigung: Nach Eingang der Tagungsgebühr werden Sie eine Anmeldebestätigung erhalten.

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