ADLAF-Tagung 2021: „Wissen, Macht und digitale Transformation“

News vom 27.04.2021

Der Umgang mit der Ressource Wissen stellt eines der brisantesten Themen unserer Gegenwart dar. Bei den global geführten Debatten um die Verwertbarkeit, den Transfer, die Demokratisierung und Diversifizierung von Wissen geht es stets auch um Fragen gesellschaftlicher, politischer und ökonomischer Macht.

Grafische Darstellung einer Weltkugel.
© Formidee

Der Umgang mit der Ressource Wissen stellt eines der brisantesten und meist diskutierten Themen unserer Gegenwart dar. Bei den global geführten Debatten und Konflikten um die Verwertbarkeit, den Transfer, die Monopolisierung bzw. Demokratisierung und Diversifizierung von Wissen geht es stets auch um Fragen gesellschaftlicher, politischer und ökonomischer Macht. So ermöglichen neue Technologien und Medienformate einerseits einen verbesserten Zugang zur Ressource Wissen und damit ein höheres Maß an Partizipation für breitere Bevölkerungsschichten. Gleichzeitig fördert die Inwertsetzung von Wissen durch globale Konzerne die Bildung von Wissensmonopolen, die kommerziellen Zwecken dienen und soziale Ungleichheiten verschärfen.

Die interdisziplinäre Tagung der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Lateinamerikaforschung (ADLAF) verfolgt in der Auseinandersetzung mit diesen Fragen zwei Schwerpunkte. Zum einen geht es um Effekte der Digitalisierung und deren Nutzung seitens gesellschaftlicher und politischer Akteure und Institutionen. Zum anderen wird die zunehmende Hinterfragung etablierter europazentrierter Epistemologien und Wissenspolitiken betrachtet, die eine stärkere Berücksichtigung der kulturellen und sprachlichen Diversität der lateinamerikanischen Gesellschaften einfordert.

Drei Themenfelder bestimmen das wissenschaftliche Programm der Tagung. Das erste Themenfeld, „Wissen – Medien – Macht“ beleuchtet, wie gesellschaftliche und politische Akteure in Lateinamerika mit Wissen umgehen und inwiefern die digitale Transformation Machtverschiebungen hervorbringt, beispielsweise im Hinblick auf Demokratisierung, Arbeit, die Handlungsspielräume zivilgesellschaftlicher Akteure, Meinungsvielfalt und –Kontrolle, Sicherheitspolitik oder den Umgang mit Big Data.

Im zweiten Themenfeld, „Dynamiken des Wissens“ geht es um die Prozesse der Produktion, Aneignung, Übersetzung und Adaption von Wissen. Hierzu gehören das Verhältnis zwischen akademischem bzw. globalem und traditionellem bzw. indigenem Wissen, aber auch der Zusammenhang zwischen der Inwertsetzung bzw. Monopolisierung von Wissen und sozialer Ungleichheit. Zentral ist auch die Frage, welche Rolle Kulturinstitutionen wie Museen, Bibliotheken und Archiven in der Wissensproduktion zukommt.

Im dritten Themenfeld, „Wissenstransfer“ werden kulturelle und historische Dimensionen der Produktion, Verbreitung und Aneignung von Wissen in Lateinamerika beleuchtet. Hierzu gehören literarische, filmische und künstlerische Auseinandersetzung mit Wissensdispositiven, sowie Geschichts- und Gedächtnispolitiken und der Umgang mit dem kulturellen Erbe.

Die Tagung „Wissen, Macht und digitale Transformation“ findet zwischen dem 23.6. und dem 2.7.2021 in virtueller Form statt. Sie wird von der ADLAF, dem Ibero-Amerikanischen Institut und der Hanns-Seidel-Stiftung in Kooperation mit mehreren politischen Stiftungen organisiert. Die 1965 gegründete ADLAF ist ein fachübergreifender Zusammenschluss von Forschungsinstituten und Einzelwissenschaftler*innen aller Disziplinen, die sich schwerpunktmäßig mit Lateinamerika befassen. Zurzeit sind es ungefähr 30 Forschungsinstitute und mehr als 200 Wissenschaftler*innen.

Inhaltlich steht die Tagung in engem Zusammenhang mit der IAI-Forschungslinie „Wissensproduktion und Kulturtransfer: Lateinamerika im transregionalen Kontext“. Verschiedene Wissenschaftler*innen und wissenschaftliche Bibliothekar*innen des IAI werden sich aktiv an der Tagung beteiligen, u.a. zum Thema der Rolle der Bibliotheken und Archive im Hinblick auf die Digitale Transformation.

Eckdaten

  • Datum: 23.6. – 2.7.2021
  • Sprachen: Spanisch, Portugiesisch, Englisch
  • Teilnahme: Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich.
  • Veranstalter:
    • Arbeitsgemeinschaft Deutsche Lateinamerikaforschung (ADLAF)
    • Ibero-Amerikanisches Institut SPK
    • Hanns-Seidel-Stiftung
    • Friedrich-Ebert-Stiftung
    • Heinrich-Böll-Stiftung
    • Konrad-Adenauer-Stiftung

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