• Erste Rückgabe an Herkunftsgesellschaft: SPK restituiert Objekte an Native People in Alaska

  • News vom 16.05.2018

    Neun Grabbeigaben, die sich seit den 1880er Jahren im Bestand des Ethnologischen Museums befanden wurden heute in Dahlem zurückgegeben - Parzinger: „Rückgabe intensiviert Austausch mit der Chugach Alaska Corporation“

    SPK-Präsident Parzinger und John Johnson von der Chugach Alaska CorporationSPK-Präsident Parzinger und John Johnson von der Chugach Alaska Corporation © SPK/photothek.net/Felix Zahn

    Die Übergabe markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Vertiefung der Kooperationen mit indigenen Gruppen aus der Chugach Region im Südwesten Alaskas, die seit 2015 bestehen und aktiv ausgebaut werden.  Bei den Objekten handelt es sich um Grabbeigaben aus Holz – wie z.B. Masken oder Fragmente davon, Figuren und Stäbe – , die Johan Adrian Jacobsen in den 1880er Jahren von einer Sammelreise im Auftrag des Königlichen Museums für Völkerkunde (heutiges Ethnologisches Museum) nach Berlin brachte. 

    Nach aktueller Provenienzforschung deutet alles darauf hin, dass die Gegenstände aus einer Grabplünderung stammen. Vor diesem Hintergrund fiel im Dezember 2017, in Abstimmung mit der Chugach Alaska Corporation, die Entscheidung des Stiftungsrats der SPK zur Rückgabe, die nun durchgeführt wurde. Nach ihrer Rückkehr nach Alaska werden die Objekte an die Communities übergeben. 

    Zur Übergabe sprachen: Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, John Johnson, Vice-President, Alaska Chugach Corporation, Christina Haak, Stellvertretende Generaldirektorin der Staatlichen Museen zu Berlin, Lars-Christian Koch, Direktor für die Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin im Humboldt Forum und Monika Zessnik, Kuratorin der Sammlung Nordamerika, Ethnologisches Museum.

    SPK-Präsident Hermann Parzinger sagte: „Die Objekte wurden damals ohne Zustimmung der Native People und damit unrechtmäßig aus Gräbern entnommen. Sie gehören deshalb nicht in unsere Museen. Ich freue mich besonders, dass diese Rückgabe nun aber nicht den Abschluss einer Zusammenarbeit markiert, sondern dass wir im Gegenteil den Austausch mit der Chugach Alaska Corporation im Zuge einer Kooperation noch intensivieren werden.“

    Der Vice-President der Alaska Chugach Corporation John Johnson: „Die Chugach freuen sich auf die künftige Zusammenarbeit mit den Staatlichen Museen zu Berlin, die zu unterschiedlichen Formen des Kulturaustausches führen wird. Ich bin stolz und auch sehr dankbar für all die Bemühungen, die diesen Traum wahr werden ließen“.

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