Literatura y música popular: Von Science Fiction und Wild West bis zu Pianolarollen und Cancioneros

News vom 20.10.2022

In einer Ausstellung, einer Tagung und einem Konzert widmete sich das Ibero-Amerikanische Institut der Populärliteratur Spaniens und Lateinamerikas und brachte, gemeinsam mit dem Staatlichen Institut für Musikforschung, populäre Musik aus Lima zum Klingen.

Collage: Links posieren vier Personen für ein Foto, rechts eine Zeichnung eines Mädchens
Das Organisationsteam der Ausstellung (v.l.n.r.): Daniel Cuésta Ágredo, Ricarda Musser, Isabella Maasberg, Peter Altekrüger. Foto: IAI

Zur zehnten internationalen Tagung “Lyra minima: Cancioneros y poesía popular entre continentes” kamen Forschende aus Lateinamerika und Europa vom 12. bis 15. Oktober 2022 im Ibero-Amerikanischen Institut (IAI) und virtuell zusammen. Die Wissenschaftler*innen arbeiten aus unterschiedlichen Perspektiven zu populärkulturellen Phänomenen der Vergangenheit und Gegenwart, insbesondere zu Liederbüchern und populärer Lyrik und deren Entstehung und Rezeption innerhalb und außerhalb Lateinamerikas.

Zum Auftakt der Tagung lud die Ausstellung „La Novela popular española: géneros, mercados y lectores“ auf eine Reise durch die facettenreiche und auch grafisch sehr ansprechende Welt des spanischen Populärromans ein. 2018 erwarb das IAI die spektakuläre Privatsammlung des spanischen Sammlers Fernando Eguidazu, der eine einmalige, aus fast 50.000 Stücken bestehende Kollektion spanischer populärer Bücher und Romanzeitschriften aus der Zeit von 1850 bis 1990 zusammengetragen hat. Die Ausstellung untersucht die Genres, die Werbe- und Produktionsstrategien der Verlage sowie ihre Leserinnen und Leser und präsentiert erstmals besondere Exemplare der Sammlung, die thematisch von Liebe, Abenteuer, Science Fiction und Fantasy über Krimi, Horror, Wild West bis zu Sport und Spionage reichen.

Im Rahmen der „Lyra minima“ und in Kooperation mit dem Staatlichen Institut für Musikforschung brachte ein Klavierkonzert im Musikinstrumenten-Museum schließlich die Materialien einer weiteren außergewöhnlichen Sammlung des peruanischen Musikethnologen Gérard Borras mit Pianolarollen, Schellackplatten, Cancioneros und Noten aus Peru des 19. und 20. Jahrhunderts erstmals in Berlin zum Klingen. Aus dieser Zeit finden sich zahlreiche Abhandlungen zur música incaica, also zur Musik der Indigenen und ebenso viele Kompositionen, die dieses Erbe für die musikalische Praxis der Zeit adaptierten. Die in Lima populäre Musik entwickelte sich aus einer Mischung der verschiedenen Einflüsse, anfangs aus dem europäischen Walzer und der Polka, etwas später unter dem Einfluss indigener und afrikanischer Traditionen, schließlich zur música criolla.

Das IAI und das Staatliche Institut für Musikforschung (SIM), beides Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, arbeiten auch in der Erschießung und Erforschung der einzigartigen Sammlung Gérard Borras zusammen. So können nicht nur die Notenblätter digitalisiert werden, sondern auch die Musik selbst, die sich u.a. auf den Pianolarollen befindet. In Kürze erscheint hierzu die gemeinsam von Ricarda Musser (IAI) und Benedikt Brilmayer (SIM) herausgegebene Publikation „Lima in Text, Ton und Bild: die populäre Musikkultur Perus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“.

Die Ausstellung im Lesesaal des IAI ist noch bis zum 10.12.2022 (Mo-Sa 8:00 – 19:00 Uhr) zu sehen.

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