Süd-Nord-Verbindungen im Kampf für die Rechte von Frauen und LGTBIQ

News vom 27.01.2022

Zur Geschichte des Feminismus in Lateinamerika lassen sich in den Beständen des Ibero-Amerikanischen Instituts vielfältige Materialien finden. Eine Vortragsreihe wirft den Blick auf feministische Bewegungen und intersektionalen Aktivismus im 21. Jahrhundert.

Künstlerische Collage „Gender“, Frau mit Megaphon, Großstadtkulisse
© Jocieli Decol (@joci_decol)

Die Geschichte des Feminismus und der Gender Studies in Hispanoamerika in den Beständen des Ibero-Amerikanischen Instituts

Im Laufe seiner Geschichte hat sich der Feminismus global unterschiedlich entwickelt und geht je nach Land von verschiedenen Bedingungen und Ansätzen aus. Das Verständnis des Begriffs ist jedoch in erster Linie von den feministischen Bewegungen des Globalen Nordens geprägt.

Obwohl hispano-amerikanische feministische Ideen von europäischen und US-amerikanischen Strömungen beeinflusst sind und grundsätzlich gemeinsame Anliegen teilen, sind die Voraussetzungen und Lebensrealitäten oftmals andere. Feministische Bewegungen bilden sich in den meisten Ländern Lateinamerikas einige Jahrzehnte später aus und ihre Akteurinnen treten selten so radikal in Erscheinung wie in Europa und den Vereinigten Staaten. Die dort vorherrschenden Theorien und Praktiken des Feminismus treffen hier auf Fragen postkolonialer Geschichte, ethnischer Zugehörigkeit, politischer Partizipation und Autonomie in einem Umfeld von verbreitetem Machismo, Ungleichheit und Gewalt.

Die Literaturwissenschaftlerin María Méndez García hat für den aktuellen Band der „Ibero-Bibliographien“ eine umfangreiche und kommentierte Auswahlbibliographie aus den Beständen des Ibero-Amerikanischen Instituts zusammengestellt, die sich mit der Geschichte des Feminismus und der Geschlechterforschung im spanischsprachigen Amerika des 20. Jahrhunderts befasst. Geordnet nach Ländern, umfasst der Band spanisch- und englischsprachige Zeitschriftenartikel, Buchbeiträge und Monografien.

An ihnen lässt sich ablesen, wie sich die Metropolen Mexiko-Stadt, Buenos Aires, Santiago de Chile oder Bogotá zu Zentren feministischer Ideen und Bewegungen entwickeln, welche Parallelen und Unterschiede sich regional ausbilden. Während die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem dem Kampf um das Frauenwahlrecht gilt, das in den meisten lateinamerikanischen Ländern erst um 1950 eingeführt wird, konzentriert sich das feministische Engagement in den 1970er und 1980er Jahren auf Themen wie Sexualität, Familie, Arbeit und das Recht auf Abtreibung. Mit dem Ende des 20. und Übergang zum 21. Jahrhundert kommt eine intersektionale Perspektive auf die Wechselwirkungen sozialer Ungleichheiten und Machtverhältnisse hinzu.

Die Bibliographie bietet eine praktische Handreichung, die den Leser*innen die Recherche durch Kommentare zu den einzelnen Einträgen sehr erleichtert. Alle Materialien können in der Bibliothek des IAI ausgeliehen oder über Fernleihe bestellt werden. Zum Teil sind sie auch online zugänglich.

Inklusion und Diversität im 21. Jahrhundert: Vortragsreihe “Diversity/Medialities”

An das Konzept der Intersektionalität, das – inspiriert von feministischen Bewegungen in den USA – anhand von Klasse, Geschlecht, Ethnizität, Hautfarbe, Staatsbürgerschaft oder Sprache verschiedene miteinander verbundene Faktoren von Unterdrückung und Ungleichheit in den Blick nimmt, knüpft auch eine aktuelle Vortagsreihe an. Gemeinsam mit dem Mecila – Maria Sibylla Merian Centre Conviviality-Inequality in Latin America lädt das Ibero-Amerikanische Institut Expert*innen und Aktivist*innen ein, die Süd-Nord-Verbindungen im Kampf für die Rechte von Frauen und LGTBIQ-Gruppen in Lateinamerika zu analysieren und bislang meist unsichtbaren Stimmen ein Forum zu geben.

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