Museumsinsel Berlin und historische Mitte

  • In der historischen Mitte Berlins befinden sich die Museumsinsel und das Stammhaus der Staatsbibliothek zu Berlin. Im Humboldt Forum wird die Stiftung künftig die außereuropäischen Sammlungen der Museen präsentieren.

    Die Museumsinsel als Ursprungsort der Berliner Museen

    Im Jahr 1830 eröffnete mit dem heutigen Alten Museum das erste öffentliche Museum Berlins. Sehr bewusst war sein Standort gegenüber dem Schloss und neben dem Dom und dem Zeughaus gewählt worden. Damit setzte Preußen ein Signal für die hohe Wertschätzung von Bildung und Kunst neben politischer Macht, Religion und Militär.

    Die weitere Bebauung der Spreeinsel verfolgte die Idee, das bis dahin gewerblich genutzte Areal als eine „Freistätte für Kunst und Wissenschaft“ weiter zu entwickeln.

    Historische Bauwerke von herausragenden Architekten

    Das heutige Alte Museum wurde nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel in den Jahren 1823 bis 1830 errichtet. Die Gebäudefront mit ihren 18 Säulen und die weit gespannte, klare Vorhalle bildeten einen Kontrast zu den umliegenden Gebäuden. Die Rotunde ist das Herzstück des Museums. Dieses nahm zunächst die antiken Skulpturen und die Gemäldesammlung des von König Friedrich Wilhelm III. gegründeten Berliner Museums auf.

    Das Neue Museum, ein Entwurf von Friedrich August Stüler, wurde von 1843 bis 1855 errichtet. Das dreigeschossige Gebäude sollte die Sammlungsbestände aufnehmen, für die das heutige Alte Museum keine ausreichende Ausstellungsfläche mehr bot. Dies waren unter anderem das Königliche Kupferstichkabinett, die Königliche Kunstkammer, die Abgüsse der Gipssammlung und die ägyptischen Sammlungen.

    Die in Abgrenzung zur Neuen Nationalgalerie seit den 1990er Jahren so bezeichnete Alte Nationalgalerie wurde ab 1862 geplant. Ihre Errichtung erfolgte ebenfalls durch Friedrich August Stüler und nach dessen Tod 1865 durch Johann Heinrich Strack. Das Gebäude ist als Musentempel auf einem hohen Sockel angelegt und von einem Kolonnadenhof umgeben. Im Jahr 1876 eröffnete es mit der Sammlung Wagener als erstes Museum für zeitgenössische Kunst in Deutschland.

    Zwischen 1897 und 1904 entstand an der Spitze der Museumsinsel das Kaiser-Friedrich-Museum, das heutige Bode-Museum. Der dreiflügelige Bau wurde nach Entwürfen Ernst von Ihnes errichtet. Der Kopfbau mit der prägnanten Kuppel bildet den Eingang zum Museum. Zu sehen war die von Wilhelm von Bode aufgebaute Skulpturen- und Gemäldesammlung.

    Die Planungen zum Pergamonmuseum begannen 1906. Ein weiteres Haus auf der Museumsinsel sollte die seit Ende des 19. Jahrhunderts enorm angewachsenen  archäologischen Sammlungen der Königlichen Museen aufnehmen. Der Architekt Alfred Messel legte 1907 seine Pläne eines dreiflügeligen Baus mit einem vierten Flügel in doppelten Kolonnaden vor. Die sich schwierig gestaltende Bauausführung übernahm nach Messels Tod 1909 Ludwig Hoffmann. Das Haus wurde erst 1930, und ohne vierten Flügel, eröffnet. Der Zentralbau nahm den Pergamonfries auf. Das Haus beherbergte außerdem die Vorderasiatische Sammlung, die Islamische Kunst-Abteilung sowie im Nordflügel das „Deutsche Museum” mit nachantiker Malerei und Bildhauerei.

    Abendländisches Kulturerbe auf der Museumsinsel

    Die Folgen des Zweiten Weltkrieges mit immensen Zerstörungen an den Gebäuden und Verlusten in den Sammlungen waren über Jahrzehnte spürbar. Dennoch wurden die sanierten Museen in der Zeit der DDR nach und nach wieder in Betrieb genommen. Sie entwickelten sich zu einem Besuchermagnet. Nur das Neue Museum blieb Kriegsruine.

    Nach der Wiedervereinigung beschloss die Stiftung, die archäologischen Sammlungen wieder auf der Museumsinsel zusammenzuführen. Die westlichen Pendants zu den dort bereits gezeigten Sammlungen befanden sich damals in verschiedenen Häusern in Charlottenburg. Das Bode-Museum und die Alte Nationalgalerie sollten entsprechend ihrer historischen Nutzung die Skulpturensammlung beziehungsweise die Kunst des 19. Jahrhunderts aufnehmen.

    Erweiterung und Modernisierung der Museumsinsel Berlin mit dem Masterplan

    In den Folgejahren entwickelte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz einen Masterplan zur grundlegenden Sanierung aller Häuser. Der 1999 beschlossene Masterplan Museumsinsel ist auch Grundlage für die Erweiterung der Museumsinsel und ihre Entwicklung zu einem zeitgemäßen Museumskomplex. Drei der fünf Häuser sind bereits fertiggestellt, alle Sammlungen sind entsprechend der Planungen umgezogen. Die Museumsinsel Berlin präsentiert damit heute wieder fast vollständig das zur Stiftung gehörende kulturelle Erbe der Antike und des europäischen Abendlandes.

    Zusätzlich zu den fünf historischen Häusern entsteht mit der James-Simon-Galerie ein neues Eingangsgebäude. Sie wird nach Entwürfen von David Chipperfield errichtet. Seit 2012 ist außerdem das Archäologische Zentrum gegenüber der Museumsinsel in Betrieb. Es beherbergt Depots, Werkstätten und Büros der Sammlungen auf der Insel und bietet mit Bibliotheken und Archiven eine umfassende Infrastruktur für Forschungen zur Antike.

    Das Stammhaus der Preußischen Bibliothek wird zur historischen Forschungsbibliothek

    1914 eröffnete am Boulevard Unter den Linden die nach Plänen von Ernst von Ihne errichtete Königlich Preußische Bibliothek. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus stark beschädigt. Zu DDR-Zeiten nutzte die Deutsche Staatsbibliothek in Berlin als eine der beiden Nachfolgeinstitutionen der ehemaligen Preußischen Staatsbibliothek das Gebäude.

    Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden die Bibliotheken in West- und Ostberlin 1992 unter dem Dach der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zusammengeführt. Die Staatsbibliothek zu Berlin ist heute die größte wissenschaftliche Universalbibliothek in Deutschland. Unter dem Motto „Eine Bibliothek in zwei Häusern“ entwickelt sie das Haus Unter den Linden zur historischen Forschungsbibliothek weiter. Modernisierung und Grundinstandsetzung des Hauses erfordern umfangreiche Baumaßnahmen. Das zweite Stammhaus der Staatsbibliothek befindet sich am Kulturforum nahe dem Potsdamer Platz.

    Das Humboldt Forum – Rückkehr der außereuropäischen Museumssammlungen

    An dem Ort, an dem früher das Berliner Schloss stand, also in südlicher Nachbarschaft zur Museumsinsel, entsteht das Humboldt Forum. Dorthin werden das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst ziehen, die derzeit in Dahlem beheimatet sind. Die beiden Sammlungen kehren damit an ihren Ursprungsort im ehemaligen Schloss zurück. Sie bilden künftig ein Pendant zu der auf der Museumsinsel präsentierten abendländischen Kunst und Kultur.

    Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte

    Die bpk Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte wurde 1966 als Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz mit dem „Historischen Bildarchiv" von Hermann Handke als Basisbestand gegründet. Sie ist organisatorisch Teil der Staatsbibliothek zu Berlin. Heute befindet sich die Bildagentur als zentrale Serviceeinrichtung am Märkischen Ufer.

  • Sammlungshighlights am Standort

    © bpk / Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, SMB / Sandra Steiß