Herzog & de Meuron bauen Museum des 20. Jahrhunderts

News vom 27.10.2016

Realisierungswettbewerb ist erfolgreich abgeschlossen – Jury-Vorsitzender Arno Lederer lobt Siegerentwurf als „ganz eigene Position, die zurückhaltend ist und gleichzeitig ein starker Auftritt“

Siegerentwurf für den Neubau des Museums des 20. Jahrhunderts© Herzog & de Meuron Basel Ltd., Basel, Schweiz mit Vogt Landschaftsarchitekten AG, Zürich/Berlin

Das Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron wird gemeinsam mit Vogt Landschaftsarchitekten aus Zürich den Neubau für das Museum „Neue Nationalgalerie – Museum des 20. Jahrhunderts“ am Berliner Kulturforum errichten. Diese Entscheidung traf das Preisgericht unter Vorsitz von Arno Lederer am 26. Oktober 2016. Die Schweizer Architekten setzten sich gegen Lundgaard & Tranberg Arkitekter A/S aus Kopenhagen (mit den Landschaftsarchitekten SCHØNHERR A/S, Kopenhagen) und das Berliner Büro Bruno Fioretti Marquez (mit capatti staubach Landschaftsarchitekten, Berlin) durch, die den zweiten und dritten Preis gewannen. Überdies vergab die Jury vier Anerkennungen. 

In ihren Erläuterungen schreiben Herzog & de Meuron von einem HAUS aus Backstein, das sie für die Kunst des 20. Jahrhunderts errichten wollen: „Ist es eine Lagerhalle? Oder eine Scheune? Oder vielleicht eine Bahnhofshalle? Ist es nicht vielmehr ein Tempel mit den exakt gleichen Giebelformen wie die Alte Nationalgalerie von August Stüler? Tatsächlich ist es ein Ort des Lagerns wie eine Lagerhalle, ein Ort der Vorräte und der Nahrung wie ein landwirtschaftlicher Betrieb, ein Ort der Begegnung und der Verbindung wie eine Bahnhofshalle. Und – wie ein Tempel – ist es auch ein Ort der Stille und des Nachdenkens, der Wahrnehmung von Kunst, der Wahrnehmung von sich selbst.“ 

Ganz wichtig ist dem Basler Büro die Einbindung ihres Entwurfs in ein städtebauliches Ganzes am Kulturforum. Herzog & de Meuron planen eine Ost-West-Achse, die bis zur Piazzetta führt und das neue Haus wie ein „Tor“ erscheinen lässt, und einen „Nord-Süd-Boulevard“, der unter der Sigismundstraße hindurch von der Philharmonie bis zur Neuen Nationalgalerie reicht.  Auch in ihrem Raumkonzept gehen sie von zwei sich kreuzenden inneren Straßen aus, die die in vier Quadranten angesiedelten Museumsräume erschließen. Durch das große Satteldach und den hohen zentralen Boulevard soll Licht ins Gebäude eintreten. Im nordöstlichen Quadranten mit der denkmalgeschützten Platane sind ein Café und ein Restaurant geplant.

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