Thesendruck und Toleranzedikte

  • News vom 21.03.2017

    Vom 7. April bis zum 9. Juli 2017 zeigt die Ausstellung „Kreuzwege“ in Schloss Köpenick, wie sich die verschiedenen Linien des Hauses Hohenzollern mit Luthers Theologie auseinandersetzten.

    Sammelindulgenz des Kardinals Raffael Riario 1518Sammelindulgenz des Kardinals Raffael Riario 1518 © Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz / Vinia Rutkowski

    Nur wenige Orte des heutigen Berlin stehen in einer Kontinuität zum 16. Jahrhundert – dem Jahrhunderts Luthers und der Reformation. Doch einer davon ist Schloss Köpenick, das Joachim II. in den 1540er Jahren als Jagdhaus errichten ließ. Folgerichtig findet die gemeinsame Ausstellung des Geheimen Staatsarchivs PK und des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Museen zu Berlin zum 500. Reformationsjubiläum an diesem Ort statt.

    Rund 200 Exponate werfen Schlaglichter auf die Konfessionsgeschichte Brandenburg-Preußens bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts. Gezeigt werden neben einzigartigen Schriftdokumenten, teils neuen Quellenfunden, auch hochkarätige Werke der Buch-, Goldschmiede- und Textilkunst. Auch die Köpenicker Schlosskirche, die sonst nur für Gottesdienste geöffnet ist, kann im Rahmen der Ausstellung besichtigt werden.

    Zurück zu Schloss Köpenick: Am 29. Dezember 1571 zog Kurfürst Joachim II. von Brandenburg mit großem Gefolge nach Köpenick zur Jagd. Dort feierte er am 1. Januar das Gedenken der ‚Beschneidung unseres Herrn‘, und zwar mit einer Predigt und Lesungen aus Luthers Postillen. Am 3. Januar wurde gejagt, danach lauschte der Kurfürst mit seinen Räten, Doktoren und Theologen bei Tisch Luthers Auslegung der Evangelien. Nach Tisch verharrte der Kurfürst in der Andacht, und zwar „mit stetem reden von Gottes Wort, unnd auch fernerm lesen aus des Luthers Büchern“. Die Nacht fiel und der Kurfürst ging zu Bett, fuhr aber nach nur einer Stunde aus dem Schlaf, weil Christus ihn weckte und mit sich nahm. Der Kurfürst war „im Herrn Christo also seliglich entschlaffen, am Dinstag zu nacht zwischen vier vnd fünff vhr.“ – Joachim II., jener Kurfürst, mit dem 1539 die Reformation in der Mark Brandenburg Einzug hielt, hatte sich gut lutherisch auf den Tod vorbereitet und war als Lutheraner einen sanften Tod gestorben.

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